Der Turm des Stadtschlosses wird eine Kronen-Verzierung erhalten, die das Stadtbild verschönern soll. Wie die Pressestelle der Stadt mitteilte, soll die Haube in jedem Fall in diesem Frühjahr auf den Turm gesetzt werden.
Fulda: Schlossturm soll im Frühjahr die Haube behalten
Jetzt hängt es davon ab, wann trockene Witterung ein Vermörteln der Balustrade ermöglicht. Dann könne der Kran, der noch am Sockel des Turmes steht, zurückgebaut werden. Damit sei die Baufreiheit für das Aufsetzen von Haube und Krone hergestellt. Eine Festivität für den Abschluss der Montage werde es nicht geben. Allerdings ist eine Einweihung nach Fertigstellung der musealen Einrichtung im Turm geplant.
Die Krone auf dem Bauwerk entspricht nicht den historischen Vorgaben, die zwei Hauben erkennen lassen. Die Stahlelemente sollen in ihrer Form allerdings an die Haube erinnern. Auch die Krone darüber ist eine Neuschöpfung. Dazu hatte es unter Historikern in Fulda Diskussionen gegeben, bei denen die Haltung der Denkmalschutzbehörde zum frei erfundenen Dach-Aufsatz kritisiert wurde. Da aber alle Stadtverordneten zustimmten und auch die Behörde der Denkmalpflege ihr Placet gab, wird die Krönung wie von der Stadt geplant stattfinden.
Die von einem Unternehmen aus Hessen hergestellte Haube ist bereits produziert und wartet derzeit auf die Lackierung. Dann kann sie umgehend montiert werden. Der Baukran, der jetzt noch am Turm steht, ist nicht für die Montage vorgesehen, sondern dazu wird ein Autokran benötigt.
Im 13. Jahrhundert hatte der Turm der mittelalterlichen Abtsburg noch ein Satteldach und einen Stufengiebel. In der Renaissance-Zeit erhielt er einen glockenförmigen Aufbau, eine sogenannte Welsche Haube, wie auf einem Stich von 1729 zu erkennen ist. Jetzt soll die neue Stadtkrone vor allem aus der Fernsicht das Stadtbild prägen, erklärte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos).
Fotostrecke: So laufen die Bauarbeiten im Fuldaer Schlossgarten
Die Entscheidung für den – fern überlieferter Form gestalteten – Aufsatz zeigt den Kritikern der Maßnahme, wie dem Historiker und ehemaligen Fuldaer Museumsdirektor Gregor Stasch, dass der Denkmalschutz unberechenbar ist. Als Beispiel nennt er den von der Stadt betriebenen Abriss des klassizistischen Coudray-Baues aus dem frühen 19. Jahrhundert am alten Krankenhaus, der vom Denkmalschutz freigegeben war.
Das historisch bedeutsame Gebäude konnte allerdings damals durch den Einsatz des Leiters des Kulturamtes, Dr. Werner Kirchhof, verhindert werden. Aktuell bestehen die Denkmalschützer auf der Erhaltung einer einsturzgefährdeten Mauer und einer ruinösen Fabrik aus dem letzten Jahrhundert am Horaser Weg in Fulda. Für viele Bürger und die Anwohner ein gefährlicher Schandfleck.