Peter Scholz

Spotlight-Chef besucht China: Wird „Robin Hood“-Musical dort aufgeführt?

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Über mangelnde mediale Aufmerksamkeit konnte sich Peter Scholz bei seinem Besuch in China nicht beklagen.
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Die Musicals von Spotlight sind in der Region Fulda der Renner. Kein Wunder, dass diese auch außerhalb der Grenzen Osthessens Beachtung finden. Geschäftsführer Peter Scholz war jetzt zu Besuch in China.

Fulda - Schon jetzt kann man die Produktion „Die Schatzinsel“ in einem digitalen Theater-Kanal in Shanghai sehen. Gezeigt werde eine in Fulda gefilmte Version mit chinesischen Untertiteln. Denn Musicals sind in China ausgesprochen beliebt, berichtet Spotlight-Geschäftsführer Peter Scholz. 

Eingeladen wurde er von den Veranstaltern des Shanghai Showlife Festivals, wo er vor den vorwiegend chinesischen Kulturschaffenden eine Grundsatzrede zum Thema Musical halten sollte. Diese Rede sei auch gut angekommen, erklärt Scholz, und es hätten sich daraus weitere Gespräche ergeben. 

Fulda: Wird das Robin-Hood-Musical bald in China aufgeführt?

So hätten die chinesischen Partner auf Nachfrage auch Interesse an „Robin Hood“ gezeigt, obwohl es da ja auch um den Kampf gegen Unterdrückung gehe. Denn die Kulturschaffenden in China seien international orientiert, viele hätten im Ausland studiert oder dort gearbeitet.

So hat sich Scholz während seines Aufenthaltes in der Volksrepublik auch nie beobachtet oder gegängelt gefühlt. „Ich konnte mich frei bewegen.“ Auch in der Fuldaer Partnerprovinz Liyang, die Scholz im Anschluss besuchte, hatte er sich sehr wohl und vor allem auch sehr sicher gefühlt. Gefallen hat ihm die große Gastfreundschaft. 

Bei seinen Treffen mit den verschiedenen Verantwortlichen traf er immer wieder auf großes Interesse an Musical-Produktionen. Eine Begegnung beeindruckte ihn besonders: Nach einer Musical-Show in Shanghai wurde er von einer jungen Frau angesprochen, die ihn erkannte, weil sie in Fulda schon „Der Medicus“ und „Die Päpstin“ gesehen hatte.

Jetzt hatte sie sich schon für Karten für „Robin Hood“ angemeldet. Es gibt dieses Jahr 177 Vorstellungen des Musicals - mit einem neuen Darsteller für die Hauptrolle. Mit der jungen Frau, die sich dann Scholz als Übersetzerin anbot, tauschte der Musikproduzent Kontaktdaten aus. Scholz wünscht sich, vor Ort eigene Produktionen mit örtlichen Darstellern zu erarbeiten.

Wenn wir Kulturschaffende nicht Kontakt halten, wer dann?

Peter Scholz, Spotlight

Das Potenzial hier sieht er aber nüchtern: „Es gibt nicht viele gute Darsteller auf dem chinesischen Markt. Zudem will das Publikum dort gerne die europäischen Akteure sehen“, sagte er. Dazu hören Chinesen gerne auch ausländische Sprachen wie zum Beispiel deutsch.

Die Bühnenbilder könnte man dann günstiger vor Ort errichten lassen. Scholz hat sich erkundigt, was eine Lagerhalle kosten würde; vielleicht könne Spotlight einen kleinen Stützpunkt in China errichten. Eine Chance für das westliche Musical sieht Scholz auch darin, dass die asiatischen Stücke eine eher schlichte Handlung böten.

Video: „Robin Hood“ steht endlich auf der Bühne - Szenen aus dem Stück

Eine mehrsträngige Erzählung sei dort nicht üblich. Andererseits gäben Asiaten viel auf Geschichte, da wären die aus historischen Stoffen gewebten Spotlight-Produktionen sicher genau das Richtige. Die westliche Dramaturgie finde durchaus Anklang. Und auch die lyrischen Kompositionen mit den wiederkehrenden Melodienbögen gefielen in Ostasien.

„Sie mögen die deutsche Art, Musik zu machen“. Konkrete Projekte sind aus Scholz‘ Sondierungen in China aber noch nicht erwachsen. Natürlich hat sich Scholz auch Gedanken gemacht, ob es gut ist, in ein totalitär regiertes Land wie China zu reisen. „Aber wenn wir Kulturschaffende nicht die Kontakte aufrecht erhalten, wer soll es dann tun?“, fragt Scholz. 

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