„So brutal“

Andacht in Fulda: Stadt trauert nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg

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In Fulda ist am 21. Dezember der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gedacht worden.
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    Sebastian Reichert
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Fulda hat mit einer ökumenischen Andacht in der Heilig-Geist-Kirche der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gedacht. Besucher und Gestaltende war hauptsächlich die CDU-Fraktion.

Fulda - Die Glocken der Heilig-Geist-Kirche in der Löherstraße in Fulda läuteten am Samstagabend länger als gewohnt. Die beiden Kirchen sowie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und das Polizeipräsidium hatten gemeinsam zu einer ökumenischen Andacht geladen, um der Opfer des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg zu gedenken. 

Die Bestürzung ist im ganzen Land groß – auch in Fulda. Der evangelische Pfarrer Jörg Scheer sprach von Entsetzen und Ratlosigkeit nach dem Anschlag. „Menschen wollten auf dem Weihnachtsmarkt Momente des Abschaltens und Innehaltens erleben, als der Tod kam - so brutal, dass man es nicht begreifen kann.“

Fulda gedenkt der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg

Scheer rief die Fuldaer jedoch dazu auf, sich nicht von Besorgnis und Angst, auch ihnen könne etwas passieren, überwältigen zu lassen. Er zog Parallelen zur Bibelstelle im Buch Jesaja: „Das Volk, das in der Finsternis wandelte, sah ein großes Licht.“ Auch der katholische Pfarrer Thomas Renze erinnerte, dass es stets ein Licht gebe, das uns Hoffnung schenke.

Dieses Licht erkenne er auch in denjenigen, die nach dem Angriff den Verletzten sofort geholfen haben. Anwesend waren unter den circa 70 Besuchern zahlreiche Vertreter der städtischen Gremien, insbesondere der CDU-Fraktion. In den Fürbitten sprachen unter anderem Bischof Michael Gerber, OB Wingenfeld sowie der Präsident des Polizeipräsidiums, Michael Tegethoff.

Menschen wollten auf dem Weihnachtsmarkt Momente des Abschaltens und Innehaltens erleben, als der Tod kam - so brutal, dass man es nicht begreifen kann.

Jörg Scheer, Pfarrer

Er sei tief erschüttert, sagte Bischof Michael Gerber und bat um den ewigen Frieden für die Verstorbenen und um baldige Genesung für die Verletzten. Sie seien Opfer einer sinnlosen Tat geworden. Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld bat um Verständnis für die Mitmenschen, um Hilfsbereitschaft und Mut.

Für die Einsatzkräfte aus Polizei und Rettungsdiensten bat Michael Tegethoff. Auch der Dekan des Kirchenkreises, Dr. Thorsten Waap, sprach eine Fürbitte. Musikalisch begleitet wurde die Andacht von der Musikkapelle Mittelrode, die unter anderem die Lieder „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Es ist ein entsprungen“ anstimmte.  

Polizeipräsident Michael Tegethoff (von links), Dekan des Kirchenkreises, Dr. Thorsten Waap Bischof Michael Gerber und OB Heiko Wingenfeld besuchten die Andacht.

Erstmeldung vom 21. Dezember, 14.42 Uhr: Die Stadt Fulda verstärkt als Reaktion auf den Anschlag in Magdeburg die Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt, unter anderem durch mehr Polizei-Präsenz. Die Stadt gedenkt bei einer Veranstaltung der Opfer. Heute gibt es in Fulda auf dem Weihnachtsmarkt kein Bühnenprogramm.

Fulda - Die Stadt Fulda und das Polizeipräsidium Osthessen haben ihre tiefe Anteilnahme für die Opfer des tragischen Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg zum Ausdruck gebracht. Das geht aus einer gemeinsam veröffentlichen Pressemitteilung hervor, die Stadt und Polizei am Samstagmittag verschickten.

Die Andacht für die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg fand in Fulda in der Heilig Geist Kirche statt.

Die erschütternde Nachricht über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg habe auch in Fulda tiefe Bestürzung ausgelöst. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und auch bei den zahlreichen Rettungskräften, die in Magdeburg im Einsatz sind“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

„Wir laden alle, die ihre Trauer und Solidarität zum Ausdruck bringen wollen, zu einer ökumenischen Andacht in der Heilig-Geist-Kirche (Löherstraße 1) am heutigen Samstagabend um 18 Uhr ein“, erklärte der OB. Als Zeichen der Solidarität und des Respekts gegenüber den Menschen in Magdeburg verzichtet der Weihnachtsmarkt in Fulda, der schon 760.000 Besucher zählte, heute auf jegliches Bühnenprogramm.

Stadt Fulda verstärkt als Reaktion auf Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg die Sicherheit

In Hanau im unteren Kinzigtal im Main-Kinzig-Kreis gibt es am heutigen Samstag um 19 Uhr eine Schweigeminute auf dem Weihnachtsmarkt, zeitgleich zu der Gedenkstunde, die dann in Magdeburg abhalten wird. Zudem gedenkt die Stadt Hanau mit Trauerbeflaggung der Opfer in Magdeburg.

Im Zuge des gestrigen Anschlags in Magdeburg haben die Stadt Fulda und die Polizei indes nach eigenen Angaben das Sicherheitskonzept des lokalen Weihnachtsmarktes erneut unter die Lupe genommen und bewertet. „Wir haben auf unseren Weihnachtsmärkten in Fulda und in Osthessen hohe Sicherheitsstandards“, erklärte dazu Polizeipräsident Michael Tegethoff.

Fotostrecke: Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet

Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
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Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
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Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
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Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
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Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel
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Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda ist eröffnet und lockt bis zum 23. Dezember mit mehr als 90 Buden und Ausstellern.  © Jonas Wenzel

Er ergänzte: „Unser Anspruch ist es, höchstmögliche Sicherheit zu bieten. Daher haben wir den Anschlag in Magdeburg zum Anlass genommen, die polizeiliche Präsenz weiter angemessen zu erhöhen und gemeinsam mit den kommunalen Verantwortlichen die Sicherheitsvorkehrungen nochmals zu überprüfen“.

Ein Auto war am frühen Freitagabend auf einem Weihnachtsmarkt in Magdeburg in eine Menschengruppe gefahren. Dabei starben mindestens fünf Menschen in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Nach dem den Anschlag erklärte der hessische. Innenminister Roman Poseck, dass die Weihnachtsmärkte „sicher und friedlich zu Ende gehen können“.

Nach dem Anschlag in Magdeburg verzichtet der Fuldaer Weihnachtsmarkt heute auf jegliches Bühnenprogramm.

Der CDU-Politiker weiter: „Der schreckliche Anschlag in Magdeburg hat nach allen bislang vorliegenden Erkenntnissen keinen Bezug nach Hessen. Er führt auch zu keiner grundlegend anderen Gefährdungsbeurteilung für Weihnachtsmärkte bei uns. Es liegen weiterhin keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag in Hessen vor.“

Dennoch würden konkrete Konsequenzen für Hessen gezogen. Dazu gehöre eine weitere signifikante Erhöhung der polizeilichen Kräfte, die auf den Weihnachtsmärkten im Einsatz sind. „Damit steigern wir die ohnehin schon außergewöhnlich hohe Präsenz noch einmal deutlich. Dies dient der objektiven Sicherheit, aber auch dem subjektiven Sicherheitsgefühl.“

Video: Erhöhte Polizeipräsenz an Weihnachtsmärkten nötig?

Daneben werde die Polizei eine nochmalige Überprüfung von Zufahrtsmöglichkeiten zu den Weihnachtsmärkten veranlassen und auf die insoweit verantwortlichen Veranstalter vor Ort zugehen. „Soweit erforderlich, wird es kurzfristig weitere Schutzmaßnahmen geben“, so der Innenminister.

Die Polizei werden also die verbleibenden Tage der Weihnachtsmärkte mit einem dreistufigen Konzept begleiten. Dieses bestehe zum einen aus hoher polizeilicher Präsenz, besonders in den größeren Städten. „Zum anderen setzen wir auf eine verstärkte Kontrolle der Zugangswege, zum Beispiel auch mit Standposten der Polizei. Darüber hinaus wird es eine intensivierte Überwachung der Straßen rund um die Märkte geben.“

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