Auch am zweiten Tag der Bildungsmesse in Fulda ist die Esperantohalle sehr gut besucht. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sind mit ihren Eltern und Großeltern gekommen, um sich über Ausbildungsberufe und potentielle Arbeitsgeber zu informieren.
Fulda - „Das Konzept der Bildungsmesse ist noch geschärfter und deutlich besser - da ist von Jahr zu Jahr eine Steigerung zu erkennen. Allein dass die Schulklassen am Freitag in den Time-Slots kamen, führte dazu, dass alles organisierter war und wirklich Zeit für intensive Gespräche zwischen den Ausbildungsbetrieben und jungen Leuten blieb. Auch was ich höre von den anderen Ausstellern, die sind alle zufrieden“, betont Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Fulda.
Fulda: Zahlreiche Besucher am zweiten Tag der Bildungsmesse
Auch Luzia Kremser, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda zeigt sich mit der diesjährigen Messe sehr zufrieden: „Viele Aussteller berichten, dass sich die Qualität der Gespräche gesteigert hat und die Kontakte zum Teil Intensiv sind. Viele Jugendliche zeigen sich überrascht, wie viele unterschiedliche Karrieremöglichkeiten es doch gibt. Das duale Studium bleibt dabei sehr gefragt.“ So brachten bereits zahlreiche Schüler ihre Bewerbungsunterlagen direkt mit auf die Messe.
Zum Startschuss an Tag zwei der Bildungsmesse fand auch ein Rundgang durch die Messehalle mit IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow statt. Dabei waren zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik aus dem gesamten Landkreis Fulda. Im Rahmen des Rundgangs durften sich die Teilnehmer einmal selbst an den Infoständen der rund 140 Aussteller versuchen. Ob beim Zusammenbauen eines maßstabsgerechten Miniaturmodells der neuen Haube des Fuldaer Schlossturms oder beim EDAG-Fahrsimulator war das Geschick der Teilnehmer gefragt.
Zweiter Tage der Bildungsmesse in Fulda lockt zahlreiche Besucher
„Es ist nach wie vor wieder beeindruckend, also wirklich auch die Vielfalt zu sehen dessen, was möglich ist. Man kann eigentlich nur die jungen Menschen und Familie auffordern, sich zu informieren. Wir haben ein Ausbildungsplatzangebot in der Region, von dem ich glaube, dass es seinesgleichen sucht“, betont Landrat Bernd Woide. Dies gelte es zu nutzen. „Sämtliche Leuchttürme des osthessischen Mittelstandes sind vertreten - von diese Messe geht eine Signalwirkung aus. Sie macht Mut für die Zukunft“, betont der Landrat.
Die Bildungsmesse sei extrem wichtig, denn es gibt akute Sorgen, da der Nachwuchsmangel quer durch alle Wirtschaftsbranchen geht, betont Gabriele Leipold. „Wir können leider keinen demografischen Wandel durch Digitalisierung verschwinden lassen“, sagte die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. „Die Lage ist ernst, aber wir ziehen alle an einem Strang, es darf auch keinen Kampf um die zur Verfügung stehenden Potenziale entstehen, wir müssen da einfach alle an einem Strang ziehen und versuchen, mit diesen Herausforderungen fertig zu werden.“
Video: Großer Andrang bei der Bildungsmesse in Fulda
Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda vergleicht unterdessen die Berufswahl mit einem Marathonlauf. Im Grunde muss man sich vorbereiten und trainieren. „Dazu gehört eine gute Berufsorientierung - und da stehen wir mit unseren Berufsberater natürlich zur Verfügung. Wir sind an jeder Schule hier im Landkreis präsent und auch darüber hinaus“, sagt Dombrowski.
Laut Dombrowski sei der Wettbewerb um Nachwuchstalente in Osthessen jetzt schon voll entbrannt und nach Corona sogar gewachsen, aber er muss fair sein. „Man muss auch an Menschen jenseits von Schule denken, die auch in der Region leben und eine zweite Chance suchen. Die meisten Unternehmen, mit denen ich gesprochen habe, sagen: Der Bewerber kann auch 35 sein, wir stellen den als Azubi oder Umschüler ein.“ (mlu, leb)