VonGeorg Leppertschließen
Der Frankfurter Tourismuschef Thomas Feda spricht im FR-Interview über das Rahmenprogramm bei der Europameisterschaft im Juni.
Herr Feda, warum ist die Fußballeuropameisterschaft so wichtig für Frankfurt? Es werden ja nur fünf Spiele im Stadion im Stadtwald ausgetragen.
Es geht nicht nur um diese fünf Partien. Frankfurt kann sich im kommenden Sommer auf der großen Bühne präsentieren. Die internationale Aufmerksamkeit liegt auf dem Turnier. Das ist aus Marketinggründen sehr wichtig. Natürlich kommen vorwiegend Fußballfans. Aber Frankfurt zeigt sich nicht nur als Fußballgastgeber, sondern besticht dazu mit kulturellen und gastronomischen Angeboten. Zudem profitiert die Wirtschaft immens. Zum Beispiel vom Umsatz in den Geschäften und von den vielen Übernachtungen in den Hotels.
Bei der Fanzone sind Sie zum Teil dem Konzept von der WM 2006 gefolgt. Weil es sich bewährt hatte?
Ich würde nicht sagen, dass wir die WM 2006 kopieren. Ganz und gar nicht. Richtig ist, dass wir wieder eine Leinwand auf dem Main haben. Die ist mit 720 Zoll übrigens größer als damals. Aber das Konzept weicht ansonsten etwas ab.
Gefeiert wird wie damals am Fluss…
Ja, aber in einem anderen Bereich: vom Eisernen Steg bis zur Friedensbrücke, wo die große Leinwand steht. Darüber hinaus gibt es zehn Bildschirme und eine Bühne auf dem Main. Es wird jede Menge Programm geben, zum Beispiel voraussichtlich auch ein großes E-Sports-Turnier. Wir hoffen auf Duelle mit anderen Gastgeberstädten.
Mit wie vielen Besucherinnen und Besuchern rechnen Sie?
Zur Person
Thomas Feda (56) ist seit August 2007 Geschäftsführer der Tourismus- und Congress GmbH (TCF) in Frankfurt. Die TCF ist unter anderem für die Organisation großer Feste zuständig. Bei der Weltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2011 richteten Feda und sein Team die „Fußballgärten“ am südlichen Mainufer aus. Im kommenden Jahr wird am Nordufer gefeiert. geo
Die Fanzone hat ein Fassungsvermögen von bis zu 30 000 Personen. Es kann schon sein, dass während der Europameisterschaft eine Million Menschen in die Fanzone kommen.
Ist die Organisation – gerade aus Sicherheitgründen – schwieriger als bei der WM 2006 oder der WM der Frauen 2011?
Natürlich gibt es ein anderes Sicherheitskonzept als damals. 2006 und 2011 stand die Gefahr durch terroristische Anschläge noch nicht so im Fokus. Aber wir haben ja viel Erfahrung mit Großveranstaltungen, etwa beim Museumsuferfest. Wir arbeiten an einem passenden Sicherheitskonzept.
Die Erinnerung an bedeutende Fußballspiele ist oft mit dem Austragungsort verbunden: das „Wunder von Bern“, die „Schmach von Cordoba“… Die deutsche Nationalmannschaft trägt ihr letztes Vorrundenspiel in Frankfurt aus. Haben Sie Angst, dass sie ausscheidet und nach dem Spiel gegen die Schweiz von der „Blamage von Frankfurt“ die Rede sein wird?
Nein. Zum einen glaube ich das nicht. Die Nationalmannschaft spielt derzeit nicht erfolgreich. Aber wir kennen das ja: Bei einem Turnier im eigenen Land legt man noch einmal 30 bis 40 Prozent drauf. Wir scheiden nicht in der Vorrunde aus. Aber die Stimmung in Frankfurt ist auch nicht nur vom Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft abhängig. Wir sind eine sehr internationale Stadt. Das wird man bei der Fußballeuropameisterschaft wieder deutlich sehen. Da wird bei allen Spielen gefeiert.
Interview: Georg Leppert
