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Der neue Betreiber des Parkhauses in der Kasseler Kurfürsten-Galerie setzt auf digital automatisiertes Parkmanagement per Kamera-Erkennung.
Kassel – Viele Fahrer, die Kassels zweitgrößtes Parkhaus in der Kurfürsten-Galerie nutzen, müssen sich neu orientieren: Dass an den beiden Zufahrten neuerdings die Schranken fehlen und es keine Möglichkeit zum Ticketziehen gibt, scheint manche zu verunsichern, wie man am Fahrstil beobachten kann. Doch mit dem Jahresstart ist das Parken dort nicht komplizierter, sondern im Gegenteil viel einfacher geworden.
Der neue Parkhausbetreiber BetterPark hat die Firma Apcoa abgelöst und setzt voll aufs digital automatisierte Parkmanagement. Jeder Nutzer kann ungehindert ein- und ausfahren. Schranken und Tickets sind nicht nötig, weil Kameras an den Zufahrten jedes Kennzeichen registrieren. Dadurch weiß die Abrechnungstechnik, welches Fahrzeug wie lange in dem Parkhaus mit 580 Plätzen auf drei Ebenen gestanden hat.
„Wir setzen komplett auf Bargeldlosigkeit“ – Bezahlen per Karte, Smartphone oder Smartwatch
Bezahlt wird später an auffälligen Automaten, die auf beiden Etagen der Kurfürsten-Galerie stehen. Man muss dort sein Autokennzeichen eintippen und bekommt dann den Zahlbetrag genannt, den man nur bargeldlos begleichen kann – per Bankkarte, Smartphone oder Smartwatch. „Wir setzen komplett auf Bargeldlosigkeit, so vermeiden wir auch Vandalismus“, sagt Geschäftsführer Sebastian Löffler von BetterPark. Die 2019 gegründete Stuttgarter Firma bietet Parkdienstleistungen schwerpunktmäßig für Einkaufsmarktbetreiber an. Unter den gut 400 Kundenobjekten sind laut Löffler aber auch 40 bis 50 Parkhäuser ähnlich dem unter der Kurfürsten-Galerie.
Dort fallen an den Wänden zahlreiche neue Schilder auf, die die neue Verfahrensweise erklären. Überall gibt es auch große QR-Codes, die man mit dem Handy scannen kann. So kommt man direkt auf eine Website, die den Gang zum Kassenautomaten ersetzt: Nach Eingabe der Autonummer hat man auf dem Handy die aktuellen Parkkosten im Blick und die Möglichkeit, sie direkt dort zu bezahlen. Aber man kann auch einfach so wegfahren und hat dann noch 24 Stunden Zeit, auf der Website zu bezahlen. Wer das versäumen sollte, bekäme dann per Post eine Zahlungsaufforderung mit einer Extragebühr, denn das Kennzeichen ist ja bekannt.
Digital automatisiertes Parkmanagement in der Kasseler Kurfürsten-Galerie
Als weitere Möglichkeit soll laut Löffler in den nächsten Monaten hinzukommen, die an Kassels Straßen funktionierenden Park-Apps wie Parkster, PayByPhone und Easypark auch in diesem Parkhaus nutzen zu können: „Die werden wir im nächsten Schritt integrieren.“
Das Parken im Parkhaus Kurfürsten-Galerie kostet in den ersten beiden Stunden jeweils 2,50 Euro, danach 2 Euro pro Stunde. Das ist im Innenstadtvergleich zwar ein gehobener Preis, jedoch um einiges günstiger als beim bisherigen Betreiber Apcoa, der seinen Stundentarif von 2,80 Euro zuletzt noch auf 3,20 Euro angehoben hatte.
In der Tiefgarage sind laut Sebastian Löffler etwa 100 Stellplätze an Dauerparker vermietet. Auch dafür ist jetzt der neue Betreiber BetterPark der Ansprechpartner. (Axel Schwarz)
