VonWiebke Huckschließen
„Leben an der Werra“, ist das Thema der Kunstaktion, die in der vergangenen Woche an den Garagen An der Schlagd in Witzenhausen entstanden ist. 14 Garagentore sowie die Flächen dazwischen und drumherum haben einen kunstvollen Anstrich bekommen.
Witzenhausen – In einem professionellen, dreischichtigen Lackaufbau entstanden verschiedene Motive rund um Aktivitäten, die am Werra-Ufer bereits möglich sind oder für die Schüler der Fachoberschule Gestaltung in Zukunft denkbar wären. Auf einer Länge von 47 Metern haben 32 Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse ihre Kunstwerke auf die Wände und Tore gebracht. „Unter erschwerten Bedingungen“, erklärt Gestaltungslehrer Michael Beilke. Denn die Garagentore haben keinen ebenen Untergrund, sondern in gleichmäßigen Abständen Rillen, die das Aufbringen der Motive verkomplizieren.
Mit sechs Projektoren warfen die Schüler nach Einbruch der Dunkelheit die im Vorfeld erarbeiteten Bilder an die Garagentore und Wände und zeichneten die Konturen Linie für Linie akkurat nach. Danach füllten sie ihre Vorlagen fünf Tage lang mit Farbe. Entstanden ist ein 120 Quadratmeter großes Gesamtkunstwerk.
Die bemalte Fläche gehört zum Teil der Stadt, einige Garagen sind aber auch in Privatbesitz. Mit den Besitzern hat die Stadt im Vorfeld Kontakt aufgenommen und die Genehmigung zum Bemalen eingeholt. „Das war gar kein Problem“, so Anja Strecker, Fachbereichsleiterin der Bauverwaltung. Alle würden die Kunstaktion als große Bereicherung sehen. Die Aktion an der Witzenhäuser Schlagd ist bereits das dritte Kunstprojekt von der Künstlerin Katja Beilke in Kooperation mit dem Fachbereich Gestaltung der Beruflichen Schulen Witzenhausen – nach der Unterführung und den Flächen an der Mühlengelster.
Die Kosten für die Farbe hat die Stadt im Rahmen des „Landesprogramms Zukunft Innenstadt“ und des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) übernommen. Ob es, wie schon bei den beiden vorangegangenen Projekten, im Anschluss einen Graffiti-Schutz geben wird, sei noch eine Frage des Geldes, erklärt Anja Strecker. Daran werde noch gearbeitet.
Viele Stunden Arbeit stecken in der Kunst-Aktion. Auf den Garagentoren sind vor allem Menschen zu sehen, beim Spazierengehen, beim Picknick, beim Radfahren und Sporttreiben. Sie lassen Drachen steigen, trinken Kaffe oder spielen Ball. Tiere, Blumen und Seifenblasen vervollständigen das Street-Art-Bild.

