Floria Landgräfin von Hessen - hier am ersten Tag auf dem Gartenfest-Gelände - ist Schirmherrin des Fürstlichen Gartenfestes.
© Lena Eberhardt
VonAndreas Ungermannschließen
Das Gelände von Schloss Fasanerie ist wieder herausgeputzt: Bis Montag findet dort das Fürstliche Gartenfest statt. Im Interview spricht Schirmherrin Floria Landgräfin von Hessen über die Geschichte des Festes, das Gastland Niederlande und ihre eigene Gartenliebe.
- Vom 17. Mai bis 20. Mai findet auf Schloss Fasanerie das Fürstliche Gartenfest statt
- Schirmherrin ist Floria Landgräfin von Hessen
- Fotos vom ersten Gartenfest-Tag am Freitag finden Sie hier
Ein großes Thema bei Veranstaltungen wie dem Gartenfest: das Wetter. Das war ja nun zuletzt eher wechselhaft.
Wenn es nicht gerade in Strömen schüttet, kommen die Besucher auch so - selbst bei etwas Nieselregen. Das Wetter der vergangenen Wochen und Monate hat allerdings einen großen Vorteil: Die Natur und auch der Schlossgarten zeigen sich so saftig-grün wie seit Jahren nicht mehr. Ich freue mich auf das Ambiente.
Fürstliches Gartenfest: Landgräfin lobt Gastland Niederlande
Sie sprechen das Ambiente auf Schloss Fasanerie an. Könnte ein Gartenfest mit vielen Ausstellern auch in einer anderen - zum Beispiel städtischeren - Umgebung oder vor dem Baumarkt funktionieren?
Ich denke nicht, sondern finde vielmehr: Ein Gartenfest lebt von der Atmosphäre und vom stimmigen Umfeld. Die Besucher sollen und wollen Inspirationen für ihr Zuhause mitnehmen, für ihren eigenen Garten oder für die Gestaltung ihres Balkons. Und dazu braucht es das Ambiente, wenn zum Beispiel die Tulpenfelder blühen. Schließlich haben wir in diesem Jahr das Sonderthema „Welkom Oranje“ und damit die Niederlande als Gastland gewählt.
Auf welches Sonderthema blicken Sie besonders gerne zurück?
Tatsächlich ist das das Thema „Wo die Zitronen blühen“. Ich erinnere mich daran, dass wir damals unglaublich schönes Wetter hatten, der Lavendel blühte herrlich lila und duftete; dann die Zitronen dazu. Das war schon toll, auch wenn wir schon viele andere schöne Gartenfeste hatten, bei denen wir auch mal kleine Wüstenlandschaften mit Kamelen aufgebaut hatten.
Das Fürstliche Gartenfest auf Schloss Fasanerie läuft - Gastland sind die Niederlande.
© Jonas Wenzel
Auf Schloss Fasanerie feiern Sie nun das 24. Fürstliche Gartenfest. Wie hat sich die Veranstaltung über die Jahre hinweg entwickelt?
Das erste Gartenfest haben wir noch gemeinsam mit der Messe Frankfurt ausgerichtet. Aber schon sehr bald haben wir es in die eigene Verantwortung übernommen und etabliert, dass wir jedes Jahr ein Sonderthema wählen, auf das wir uns voll und ganz einstellen und das wir auf dem Gelände darstellen. Die Zahl der Aussteller liegt im Schnitt bei 150, manchmal sind es auch mehr. Aber sehr viel mehr Spielraum gibt das Gelände gar nicht her. Was die Zahl der Besucher angeht, so hatten wir schon über 25.000 Gäste auf Schloss Fasanerie. Aber das hängt natürlich stark vom Wetter ab. Wie gesagt: Wenn es drei Tage heftig durchregnet, ist das nicht gut für uns. Aber so ein paar Nieselregen-Schauer schrecken die Besucher nicht in größerer Zahl ab.
In diesem guten Vierteljahrhundert, seit es das Fürstliche Gartenfest gibt, sind nicht nur in Ihrem Hause, sondern insgesamt viele Gartenfeste hinzugekommen. Ist das für Sie unliebsame Kokurrenz, oder bietet der Blick zu den Mitbewerbern Ideen für Sie?
Ja, in der Tat gibt es aktuell eine ganze Reihe von Gartenfesten. In gewisser Art und Weise ist das für uns eine Bestätigung, dass wir mit der Veranstaltung einen Nerv getroffen haben und dass das Thema Garten auf breites Interesse stößt. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns von Mitbewerbern abheben - auch, aber nicht allein wegen der wunderbaren Anlage auf Schloss Fasanerie.
Die Sonderthemen, an denen sich auch immer wieder unser umfangreiches Rahmenprogramm inklusive Fachvorträgen von Gartenexperten orientieren, sind neben den renommierten Pflanzenherstellern und anderen Ausstellern ein weiteres wichtiges Merkmal unserer Gartenfeste. Damit möchten wir Akzente setzen, damit sich die Besucher - wie schon gesagt - Inspirationen für zu Hause holen können.
Video: „Welkom Oranje“ beim Fürstlichen Gartenfest 2024
Zur Gestaltung der Fläche gehört jährlich ein Schaugarten, der in einem Wettbewerb gesucht wird. Welche Rolle spielt der für Sie persönlich?
Der ist sehr wichtig, weil wir damit die Berufe der Gärtner sowie der Garten- und Landschaftsarchitekten fördern wollen. Der Nachwuchsbedarf in diesen Berufsgruppen ist groß, weshalb sie eine vermehrte Aufmerksamkeit verdienen und auch benötigen. Wir hoffen, dass wir Studierenden eine Plattform für diesen kreativen Beruf bieten und Wege in diesem Feld aufzeigen können. Hinzu kommt, dass wir in der Jury jedes Mal sehr viel Spaß haben, wenn wir uns die kreativen Ideen anschauen. Dann gilt es nicht nur zu bewerten, was schön aussieht, sondern auch was überhaupt umsetzbar ist und zur Jahreszeit passt.
Als Themenland haben Sie die Niederlande ausgewählt. Haben Sie einen besonderen Bezug dorthin?
Ich mag das Land sehr gerne, und wir haben einige Freunde dort. Bei Holland denke ich an die Tulpenfelder und die Grachten. Und ich verbinde die Niederlande mit Design. Es ist ein sehr inspirierendes Land. Ich habe mal eine Zeit lang in der Nähe von Düsseldorf gelebt, da war es nicht sehr weit zu den Nachbarn. Damals habe ich die Niederländer, die ich als sehr weltoffen und freundlich empfinde, schon ein bisschen beneidet. Viele von ihnen sprechen so viele Sprachen: Niederländisch, Englisch, Deutsch.
Hinweis
Online erscheint eine gekürzte Fassung des Interviews mit Floria Landgräfin von Hessen. Das komplette Interview lesen Sie im E-Paper und der Printausgabe der Fuldaer Zeitung (17. Mai).
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Wer hat im landgräflichen Haushalt den grünen Daumen - Sie oder Ihr Mann?
Das bin schon eher ich, weil mir die Arbeit im Garten auch sehr viel Spaß macht. Allerdings wurde ich durch meinen Schwiegervater geprägt und inspiriert, der mir erklärt hat, wo welche Pflanzen wachsen und wie man Stauden pflanzt. Heute kann ich stundenlang damit zubringen, Unkraut zu jäten. Einen Abend habe ich kürzlich komplett damit zugebracht, den Buchsbaum-Zünsler aus meinen Buchsbäumen herauszulesen - das war allerdings gar keine schöne Erfahrung.

