VonFlorian Dörrschließen
Drohnenflüge in unmittelbarer Nähe des Flughafens Frankfurt sind ein Problem für die Flugsicherheit. Das Phänomen nahm zuletzt merklich zu.
Frankfurt – Im vergangenen Jahr führten zehn Tage mit Drohnensichtungen zu Beeinträchtigungen am Flughafen Frankfurt. In zwei Situationen war eine vorübergehende Unterbrechung des Flugbetriebs notwendig, wie aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht.
Am 24. September 2023 beispielsweise dauerte die Unterbrechung nur etwa 6 Minuten, während die Störungen am 6. Juli 2023 insgesamt 85 Minuten betrugen - allerdings nicht in einem durchgehenden Zeitraum.
Erstmals 2017 – Inzwischen regelmäßig Drohnenflüge am Flughafen Frankfurt
Die erste Sichtung einer Drohne am Flughafen wurde im Dezember 2017 gemeldet, wie das Ministerium unter Berufung auf Informationen des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte. In den folgenden fünf Jahren variierte die Anzahl der Vorfälle zwischen einem (2018/2021) und fünf Sichtungen (2019/2022). Laut Fraport gab es in diesem Jahr bisher keine Beeinträchtigungen durch nicht genehmigte Drohnenflüge. Im Falle eines solchen Vorfalls sei die Sicherheit oberstes Gebot, betonte der Sprecher.
„Drohnenflüge in der Nähe von Flughäfen sind gesetzlich streng verboten und stehen unter Strafe“, unterstrich er. „Es gilt: Keine Drohnenflüge im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen ohne Ausnahmegenehmigung.“ Wer dennoch sein Fluggerät startet, muss mit einer Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und möglicherweise hohen Strafen rechnen. Bei Sichtungen von nicht genehmigten Drohnenflügen stellt Fraport stets einen Strafantrag gegen Unbekannt.
Drohne als Tatmittel nicht nur am Flughafen Frankfurt
Seit 2016 werden in Hessen Drohnen als Tatmittel in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Seitdem wurden insgesamt 67 Fälle wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr mit der Drohne als Tatmittel registriert, wie das Ministerium mitteilte. Allerdings gibt es auch Tatorte, die nicht einem Flughafen, Flughafenbereich oder einer Flugschneise zugeordnet werden können.
Am Flughafen Kassel-Calden wurde in den letzten zehn Jahren keine Drohnensichtung verzeichnet, die Auswirkungen auf den Flugverkehr gehabt hätte, teilte das Ministerium mit.
