Heddernheim

Heddernheim: Römische Geschichte vor Ort zeigen

+
Auf dem Gebiet der ehemaligen römischen Stadt Nida wurden auch Teile einer antiken Fußbodenheizung gefunden.
  • schließen

Der Ortsbeirat 8 will eine Dependance des archäologisches Museums am Fundort der römischen Stadt Nida. Dafür soll die Kommune Geld im Haushalt berücksichtigen.

Um die Bedeutung des Fundortes der römischen Stadt Nida vor Ort zu vermitteln, fordert der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) von der Stadt die Einrichtung einer Dependance des archäologischen Museums auf dem Gelände In der Römerstadt 126-134. Dafür sollen 500 000 Euro im Finanzhaushalt bereitgestellt werden. Mit weiteren 250 000 Euro soll die Konservierung der neuen Bodenbefunde, die Erstellung eines Nida-Stadtmodells und die Aktualisierung des 1988 erstellten Faltplans zu den Nida-Grabungen sowie zusätzlich nötige Personalkosten finanziert werden.

„Uns liegen derzeit keine konkreten Pläne vor, wie die Befunde vor Ort erhalten und präsentiert werden sollen“, erklärt Joachim Rotberg (CDU). Das Kulturdezernat habe einen Vorstellungstermin aufgrund der Ausgrabung eines archäologisch bedeutsamen Holzkellers aus dem 1. Jahrhundert von Nida (circa 75 bis 260 n.Chr.) vorerst zurückgenommen, um die neue Sachlage zu prüfen. In dem von der CDU- und SPD-Fraktion gemeinsam gestellten Antrag soll auch eine Kostenbeteiligung der ABG Holding, die auf dem Grundstück Wohnungen bauen will, nach Maßgabe des geltenden Denkmalschutzrechts geprüft werden.

In einem eigenen, inhaltlich ähnlichen Antrag wird die Grünen-Fraktion konkreter. „Uns ist es wichtig, dass die Dependance des archäologischen Museums auf dem Grundstück Platz findet“, erläutert Helga Dörfhöfer. Sie könne sich einen großen Ausstellungsraum mit Verbindungsgängen zu mindestens drei originalen Artefakten vorstellen. Außerdem sollten die Planungs- und Baukosten von der ABG übernommen werden. Dass die ABG sich finanziell so in die Pflicht nehmen lässt, sieht Rotberg ebenso kritisch wie die detaillierte Ausarbeitung einer Außenstelle des Museums.

„Solche Vorgaben engen nur die Lösungsmöglichkeiten ein“, schließt sich Stephanie Mohr-Hauke (SPD) an. „Uns ist es doch wichtig, dass die Befunde vor Ort erhalten und zugänglich bleiben“, gibt Eberhard Stelter (FDP) zu Bedenken. Darauf einigt sich das Gremium und macht den Antrag von CDU und SPD zu einem Interfraktionellen, die Grünen ziehen ihren zurück.

In einer weiteren Vorlage fordert die CDU, die römischen Befunde der Grabungen seit 1991 zu schützen und als „archäologisches Fenster in die Römerzeit“ sichtbar zu machen. So sollen die Villafundamente mit Resten einer Fußbodenheizung, der Steinkeller, Reste der Weststraße, vier Töpferöfen, der sogenannte Kultkeller mit Gebäuderesten, der Holzkeller und Überreste der Westthermen möglichst umfänglich vor Ort erhalten bleiben.

Dabei sei auch zu prüfen, ob nach dem Denkmalschutzgesetz eine wirtschaftliche Nutzung – die Wohnbebauung – des Grundstücks beschränkt werden kann. Im weiteren soll die Stadt dafür sorgen, dass keine Baugenehmigung erteilt und auf dem Grundstück nicht gebaut wird, bevor das finale museale Konzept und die abschließende Entscheidung, welche Befunde vor Ort erhalten bleiben, mit der Stadt und dem Ortsbeirat abgestimmt ist.

Kommentare