Hessen

Zoff bei Freien Wählern in Hessen wegen angeblicher AKP-Verbindungen

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Die Parteiführung soll Kontakte zu Organisationen pflegen, die der Verfassungsschutz beobachtet. Etwa zur Milli Görus oder den Grauen Wölfen.

Wiesbaden - Für die Freien Wähler läuft der Wahlkampf nicht schlecht. Eine Umfrage zur Hessenwahl am 8. Oktober sieht sie gar bei vier Prozent. Da kommen Medienberichte über Beziehungen der Parteiführung zu Milli Görus, UID sowie den Grauen Wölfen zur Unzeit. Christian Bachmann, Schatzmeister und Pressesprecher der Kreisvereinigung Freie Wähler Wiesbaden, will am Freitag mit dem 2. Vorsitzenden Thomas Schröder kundtun, wie es weitergeht. „Bei diesem Termin werden wir auch Einblicke in die Partei geben und darüber berichten, wie man mit innerparteilicher Kritik umgeht und welche Konsequenzen wir daraus ziehen“, kündigte er am Mittwoch an.

Freie Wähle in Hessen: Gute Verbindung zu Erdogan-Lobbyorganisation

Im Zentrum der Kritik steht der Landesvorsitzende und Europaabgeordnete Engin Eroglu. Er soll gute Verbindungen zu vom Verfassungsschutz beobachteten Organisationen und ihren Funktionären haben. Nach Informationen von fr.de traf er sich mindestens zweimal mit der Führungsspitze der Union Internationaler Demokraten, einer vom Verfassungsschutz beobachteten Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Sie ist darum bemüht, im Ausland ein positives Bild von der AKP und Erdogan zu zeichnen. Türkische Medien feiern Eroglu als Politiker, der von der UID unterstützt wird.

Engin Eroglu ist der Landesvorsitzende der Freien Wähler in Hessen.

Auch sollen mindestens zwei Gründer der sogenannten Landesarbeitsgemeinschaft Integration (LAG) der Freien Wähler enge Verbindungen zum Moscheeverein IGMG pflegen, auch als Milli Görüs bekannt.

Freie Wähle in Hessen: Schatzmeister geht auf Distanz

Bachmann hatte bereits bestätigt: „Ja, es ist richtig, dass bei der Aufstellungsversammlung angebliche Mitglieder von Seiten des Landesvorstands angeschleppt wurden, die uns unbekannt waren.“ Richtig sei, dass in dem Protokoll der Name eines aktiven Mitglieds der extremistischen Milli Görus auftaucht, so der Mitbegründer der Freien Wähler in Wiesbaden und Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler/Pro Auto in der Stadtverordnetenversammlung. „Jetzt wird mir einiges klar! Mit religiös-extremistischen Gruppierungen und Personen möchte ich nichts zu tun haben und nicht in Verbindung gebracht werden!“ (Jutta Rippegather)

Rubriklistenbild: © dpa/Sebastian Gollnow

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