Landesfest 2024

Hessentag in Fritzlar: Land soll mehr Geld geben - Stadtverordnete beschließen Aus für Arena

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Die Hessentagsflagge zu hissen ist eine teure Angelegenheit: Die Stadt Fritzlar bittet andere Hessentags-Kommunen darum, sich einer Resolution anzuschließen, in der sie das Land um mehr Geld bittet.
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In der jüngsten Sitzung der Fritzlarer Stadtverordneten gab es wichtige Beschlüsse zum anstehenden Hessentag. Die Fraktionen übten den Schulterschluss.

Fritzlar – Der immer näher rückende Hessentag 2024 sorgt in Fritzlar dafür, dass die Verantwortlichen zusammenrücken. Magistrat und Stadtverordnete wollen sich mit einer gemeinsamen Resolution an das Land Hessen wenden. Deren Inhalt: die Bitte um bessere finanzielle Unterstützung. Zudem will die Stadt auf andere Hessentags-Kommunen zugehen – mit der Bitte, sich der Resolution anzuschließen.

Denn nach Ansicht der politisch Verantwortlichen in Fritzlar reichen die zwei Millionen Euro, die das Land für den Ausgleich eines möglichen Defizits bereitstellt, nicht aus. Die Sorge: Kleinere Kommunen werden sich künftig nicht mehr für einen Hessentag bewerben, da die finanzielle Belastung groß ist – auch Fritzlar schnallt den Gürtel beim Hessentag enger.

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Der Defizitausgleich von zwei Millionen Euro, den das Land Hessen zusichert, bezieht sich lediglich auf die Kernmodule, die Pflichtprogramm beim Hessentag sind: der Treffpunkt Hessen als Herz des Hessentages, die Sonderausstellung „Natur auf der Spur“, das Festzelt, der Festumzug mit Ehrentribüne und eine ausreichende Zahl von Parkplätzen gemäß dem Verkehrskonzept.

Alles andere sei ohnehin Sache der ausrichtenden Stadt, betonte Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU). Das Thema Resolution wurde bereits im Hessentagsbeirat diskutiert, dem Mitglieder aller Fraktionen angehören. Ein Beschluss in der Sitzung der Stadtverordneten wurde von Dr. Baschar Malek (FDP) angeregt und stieß fraktionsübergreifend auf große Zustimmung.

Nun soll der Bürgermeister einen entsprechenden Brief formulieren und diesen dem Magistrat und den Fraktionen zukommen lassen, damit diese gegebenenfalls Änderungswünsche einfügen können. Über die Resolution werden die Stadtverordneten dann in einer Sitzung am kommenden Donnerstag abstimmen, in der es auch um den Haushalt gehen soll. Der Doppelhaushalt 2023/2024, den der Bürgermeister dann einbringen wird, soll noch mal einen zusätzlichen Puffer von zwei bis drei Millionen Euro für die Ausrichtung des Hessentages beinhalten – eigentlich hatten sich die Stadtverordneten für die Durchführung des Fests auf eine städtische Defizit-Obergrenze von zwei Millionen Euro geeinigt.

Antrag der Koalition: Der Hessentagsbeirat soll regelmäßig eingezogen werden

Einstimmig verabschiedeten die Stadtverordneten zudem einen Antrag zur „Sicherung der erfolgreichen Durchführung des Hessentags“, der von der Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern eingebracht wurde. Nach diesem Beschluss muss der Bürgermeister den Hessentags-Beirat und die Fraktionsvorsitzenden künftig mindestens monatlich in das Projekt Hessentag einbinden und informieren – insbesondere über die Kostenentwicklung. Zudem empfehlen die Stadtverordneten dem Bürgermeister, umgehend neue Verträge mit einem oder mehreren geeigneten und fachlich kompetenten Dienstleistern abzuschließen. Außerdem besagt der Beschluss, dass das im kommenden Haushalt vorgegebene Budget für den Hessentag zwingend einzuhalten ist.

Die Arena ist für den Hessentag in Fritzlar ist Geschichte

Einen Ergänzungsantrag zur Arena brachte Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) zum Antrag der Koalition ein. Der besiegelte nun auch ganz offiziell das Aus für die Veranstaltungsstätte, die bis zu 15 000 Besucher gefasst hätte – wegen zu hoher Kosten. Zuvor war das Aus für die Arena ein Thema im Magistrat. Es hatte unter den Stadträten Uneinigkeit über die Frage gegeben, ob denn in der Sitzung des Gremiums tatsächlich ein Beschluss gefasst worden war. (Daniel Seeger)

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