VonJutta Rippegatherschließen
Laut Hessentrend und Politbarometer sind viele Wahlberechtigte noch unschlüssig. Aktuell liegt die Union klar vorn.
Die Möglichkeit einer Ampelregierung in Hessen wird immer unwahrscheinlicher: Eine gute Woche vor der Wahl sieht der ARD-Hessentrend keine Mehrheit für ein Bündnis aus Grünen, SPD und FDP. Die Projektion des am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometers legt ebenfalls nah, dass die Union weiter regieren kann - mit der SPD oder in dritter Auflage mit den Grünen.
Stimmungsbild
Ein Stimmungsbild. Laut Hessentrend ist jeder siebte Wahlberechtigte noch unschlüssig. Dem Politbarometer zufolge wissen sogar 32 Prozent noch nicht, wo sie am 8. Oktober ihre Kreuze zeichnen werden.
Die Union fühlt sich bestätigt in ihrer Wahlkampfstrategie, die auf die Bundespolitik fokussiert ist: „Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich Stabilität in einer unsicheren Zeit – mit einer unionsgeführten Regierung als Gegenmodell zur Streit-Ampel in Berlin“, sagte Generalsekretär Manfred Penz am Freitag.
FDP zuversichtlich
Die FDP zeigte sich zuversichtlich. „Der Trend geht in die richtige Richtung, denn die Freien Demokraten konnten im Vergleich zum Hessentrend vor zwei Wochen in der Sonntagsfrage zulegen“, sagte Spitzenkandidat Stefan Naas. Die Linke hat sich ebenfalls leicht verbessert und wird weiter um den Wiedereinzug kämpfen, kündigte ihr Landesvorsitzender Jakob Migenda an. „Soziale Gerechtigkeit braucht weiterhin eine klare Stimme im Hessischen Landtag.“
In der Gunst der Wählerschaft steht die Ampel-Variante an letzter Stelle. Nach ihrer Wunschkoalition gefragt, befürworteten lediglich 17 Prozent im ARD-Hessentrend ein Bündnis von SPD, Grünen und FDP - die favorisierten Farben von SPD-Spitzenkandidatin Nancy Faeser. Einer Fortsetzung von Schwarz-Grün stimmten 31 Prozent zu. Jeder Vierte plädiert für Schwarz-Rot. Ergebnisse, die sich nur in Nuancen unterscheiden von denen der vom ZDF beauftragten Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.
Faeser verliert Sympathien
Die hessische Union könnte sich zurücklehnen: Im Politbarometer hat die CDU in den vergangenen drei Wochen um zwei Prozentpunkte zugelegt. Der Hessentrend sieht sie seit zwei Wochen konstant bei 31 Prozent. Das von der ARD beauftragte Institut Infratest dimap hat bei den 1515 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten auch die Beliebtheit des Spitzenpersonals abgefragt. Der CDU-Kandidat und amtierende Ministerpräsident Boris Rhein hat die Nase vorn. Würde der Posten direkt zur Wahl stehen, käme er auf 35 Prozent – ein Plus von zwei Prozentpunkten. Ihm folgt der grüne Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir mit 19 Prozent Zuspruch (minus 2). Nancy Faeser verliert drei Prozentpunkte an Zustimmung. 14 Prozent wünschen sich, dass die Sozialdemokratin die Geschäfte in der Staatskanzlei übernimmt, in der die Union seit 25 Jahren das Sagen hat. Ein Grund für die sinkenden Sympathien könnte laut Hessischem Rundfunk der aktuelle Streit über den Umgang mit Geflüchteten sein. Als Bundesinnenministerin ist die 53-Jährige für Asyl zuständig. Und die Unzufriedenheit mit der Migrationspolitik in Berlin ist laut ARD-Deutschlandtrend stark gestiegen.
Schlechte Noten für Schwarz-Grün
Ein widersprüchliches Bild zeigt sich bei der Bewertung der Bilanz der aktuellen Landesregierung. Auch wenn die Mehrheit für eine Fortsetzung von Schwarz-Grün ist, ist nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten (48 Prozent) mit ihr zufrieden. Fast genauso viele (46 Prozent) sagen, dass sie nicht gut war. Die Ampel-Bundesregierung stellt sie allerdings in den Schatten: Mit der sind laut ARD-Deutschlandtrend derzeit lediglich 19 Prozent der Wahlberechtigten in der Republik zufrieden.
Rubriklistenbild: © Michael Schick

