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Eschwege – Philipp Krug hat eine Hörbehinderung, er ist auf einem Ohr taub. Mithilfe des Integrationsfachdienstes (IFD) konnte für ihn beim Verein Aufwind in Eschwege eine neue Stelle geschaffen und mit Mitteln gefördert werden.
Bezuschusst wurden etwa ein Fahrzeug sowie die zugehörige Werkstattausstattung. Jetzt ist Philipp Krug als Hausmeister an allen Standorten des Vereins unterwegs, von Witzenhausen bis nach Datterode. Außerdem betreut er als Gruppenleiter Menschen mit seelischer Behinderung in den Gemeinnützigen Werkstätten Eschwege.
Was ist der IFD: Der Integrationsfachdienst Werra-Meißner ist eine kostenlose Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung (Grad der Behinderung ab 50 oder Gleichstellung) die bei Problemen im Berufsleben berät und Hilfestellung gibt. Aber auch die Arbeitgeber berät der IFD bei der Einstellung von Menschen mit Schwerbehinderung oder zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Hier sind nicht nur besondere Bedingen zu erfüllen, es gibt auch finanzielle Förderungen.
Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben integrieren
Ziel der Beratungsarbeit ist es, Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihre Arbeitsplätze zu sichern und dafür zu sorgen, dass sie gute Bedingungen vorfinden. „Vielen Arbeitnehmern sieht man nicht an, dass sie eine Behinderung haben, etwa bei einem Rückenleiden oder einem Herzinfarkt“, sagt IFD-Leiter Thomas Reimann. „Auch psychische Erkrankungen werden heute immer häufiger thematisiert.“ Zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern sei es aber oft nicht einfach, über so sensible Bereiche miteinander zu sprechen. Hier leistet der IFD nicht nur Vermittlung, sondern auch Aufklärungsarbeit. So besucht Thomas Reimann die Firmen zur Beratung oder zeigt Filme, die über bestimmte Themen, wie etwa psychische Erkrankung, informieren.
Auch gibt er den Kollegen Tipps zum Umgang miteinander. Es gibt aber auch ganz konkrete Hilfen, wie etwa Zuschüsse bei der Einrichtung eines Arbeitsplatzes. Beraten wird zu den Fördermöglichkeiten und Finanzierungshilfen, der IFD begleitet aber auch Maßnahmen zur betrieblichen Wiedereingliederung. Arbeitnehmer können sich an Thomas Reimann wenden, wenn es in ihrem Arbeitsleben zu Problemen kommt oder wenn nach einer Krankheit ein entsprechender Grad der Behinderung festgestellt wird. Der IFD kann bei Bewerbungen unterstützen oder helfen, durch Praktika zu einem Arbeitsverhältnis zu kommen.
Beraterin, die Gebärdensprache spricht
Einmal in der Woche steht mit Viktoria Wenzel eine Beraterin, die Gebärdensprache spricht, zur Verfügung. „Unser Ziel ist es, den Arbeitsplatz für den Arbeitnehmer zu erhalten und gegebenenfalls so umzugestalten, dass er weiterhin dort arbeiten kann“, erläutert Thomas Reimann. „Da in vielen Firmen heute Fachkräfte rar sind, haben sie natürlich ein Interesse daran, gut ausgebildete und erfahrene Arbeitnehmer zu behalten und weiterhin zu beschäftigen.“ In Eschwege ist der Verein „Aufwind“ Träger der Beratungsstelle. Finanziert werden die Leistungen des IFD durch das Integrationsamt.
Infos und Beratung: Aufwind - Verein für seelische Gesundheit e. V., Integrationsfachdienst, Neustadt 80-86 in Eschwege, Ansprechpartner: Thomas Reimann. Telefon: 0 56 51 / 74 38 17, E-Mail: thomas.reimann@aufwind-wmk.de, Homepage: https://www.aufwind-wmk.de/bereiche/ifd-integrationsfachdienst/
Von Kristin Weber
