„Zeichen stehen auf Kampf“

Verhandlungen gescheitert: Piloten-Streik bei Lufthansa-Tochter?

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Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa-Tochter Discover Airlines und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sind gescheitert. Ob es zum Streik kommt, entscheiden nun die Flugzeugführer.

Frankfurt - Streiken, oder nicht? Darüber stimmen die Piloten bei der Lufthansa-Tochter Discover Airlines ab. Bis zum 23. Januar gibt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den Mitarbeitern Zeit, um über eine Arbeitsniederlegung zu entscheiden. Genauso lang will sie damit auch dem Arbeitgeber Zeit geben, um den Beschäftigten ein besseres Angebot zu machen. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Lufthansa-Tochter. Verhandlungen darüber wurden nun für gescheitert erklärt, weshalb die VC mit Streik droht.

Erster Warnstreik bei Piloten einen Tag vor Weihnachten

Sollte es zu einem Streik kommen, wäre das nicht der erste bei der Airline. Am 23. Dezember gab es bereits ein Warnstreik über fünf Stunden. Für die Passagiere war das laut dpa allerdings kaum zu spüren, Discover habe ihre Flugpläne kurzfristig angepasst.

Auch damals ging es zwischen Discover und VC um einen Tarifvertrag. Schon während dieser Verhandlung hatte die Gewerkschaft der Airline vorgeworfen, eine „Hinhaltetaktik“ anzuwenden. So hätten die Verhandlungsführer die Gespräche verschleppt, „indem sie Zugeständnisse wieder vom Tisch zogen und gleichzeitig neue Bedingungen für eine Tarifierung“ stellten, hieß es damals von VC.

Discover Airlines wurde 2021 gegründet und startet mit seinen insgesamt 24 Airbus-Maschinen von Flughafen Frankfurt und München vor allem zu Ferienflügen.

Auch ver.di in Verhandlungen mit Lufthansa

Aber nicht nur bei Discover-Airlines und VC stehen Lohnverhandlungen an. Auch mit der Gewerkschaft ver.di stehen in dieser Woche für Donnerstag, 18. Januar, die Lufthansa Tarifverhandlungen ins Haus. „Die Beschäftigten arbeiten am Limit. Sie leiden unter Personalmangel und Arbeitsverdichtung. Auf dieser Basis erwirtschaftet der Lufthansa Konzern nun wieder Rekordgewinne“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. „Daran wollen die belasteten Beschäftigten zu Recht teilhaben“. Ihre Forderung daher: 12,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro obendrauf.

Das betrifft die rund 25000 Bodenbeschäftigten in den einzelnen Konzerngesellschaften, wie bei der Lufthansa AG, Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo „Die Zeichen stehen auf Kampf“, heißt es von der Gewerkschaft. (pkb)

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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