Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) bewilligte Fördermittel im Umfang von über 1,7 Millionen Euro für die Hochschule Fulda. Das Geld wird unter anderem zum Aufbau eines neuen dualen Bachelorstudiengangs und eines Studiengangsschwerpunkts genutzt.
Fulda - Aktuell gibt es an der Hochschule Fulda zwölf duale Studiengänge, ab dem Wintersemester 2024/25 startet zusätzlich der duale Bachelorstudiengang „Pflege“ sowie der duale Masterstudiengang „Angewandte Informatik“. „Von den knapp 9000 Studierenden, die aktuell an der Hochschule eingeschrieben sind, studieren rund 13 Prozent dual“, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule.
Hochschule Fulda baut weitere duale Studiengänge auf
„Sowohl bei den Studierenden als auch den Praxispartner*innen erfreuen sich unsere dualen Studiengänge großer Beliebtheit“, sagt Professorin Dr. Kathrin Becker-Schwarze, Vizepräsidentin für Lehre und Studium. Zwei Formen des dualen Studiums werden an der Hochschule angeboten: das ausbildungsintegrierte und das praxisintegrierte Studium. Während beim ausbildungsintegrierten Studium die Studierenden sowohl mit einem Ausbildungs- als auch einem Studienabschluss abschließen, wechseln sich beim praxisintegrierten Studium Lehr- und Praxisphasen ab.
Für die praktischen Teile des Studiums sind die Studierenden bei Unternehmen der Region angestellt. „Die dualen Studienangebote tragen ganz entscheidend zur Vernetzung der Hochschule Fulda mit Unternehmen und Einrichtungen aus der Region bei, von der beide Seiten profitieren“, sagt die Vizepräsidentin.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar ergänzt: „Vor dem Hintergrund des herrschenden Fachkräftemangels sind duale Studienangebote für die Unternehmen aus der Region eine attraktive Möglichkeit, junge Nachwuchskräfte frühzeitig an sich zu binden und damit langfristig in der Region zu halten. Umgekehrt sind duale Studienplätze bei den Studierenden auch deshalb besonders beliebt, da sie in aller Regel bereits während des Studiums eine Aufwandsentschädigung zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts erhalten.“
Die Hochschule Fulda unterstützt bei der Suche eines passenden Unternehmens als Praxispartner. „Unser Netzwerk wächst stetig und neue Unternehmen, die sich beteiligen wollen, sind jederzeit willkommen.“
Hintergrund
Das Programm proDUAL des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst fördert Projekte, die duale Studiengänge, Vernetzungsstrukturen und Kooperationen mit Unternehmen ausbauen. Staatliche Hochschulen erhalten eine Anschubfinanzierung, um beispielsweise die Weiterentwicklung von Studiengängen sowie den Ausbau und die Bewerbung bestehender Studienangebote zu stärken.
Mit der neuen Förderung soll im Rahmen von sechs Projekten bis 2026 das duale Studienangebot ausgebaut und weiterentwickelt werden. So wird im Fachbereich Wirtschaft ein neuer dualer Bachelorstudiengang „Betriebswirtschaftslehre“ beginnen. Der Fachbereich Elektro- und Informationstechnik entwickelt einen dualen Studiengangsschwerpunkt „Gebäudeenergietechnik“ im Rahmen des bestehenden Bachelorstudiengangs Elektrotechnik.
Die übrigen vier Projekte zielen auf den Ausbau und die Optimierung bereits etablierter Studiengänge und Rahmenbedingungen ab. Dies betrifft unter anderem den dualen, ausbildungsintegrierten Bachelorstudiengang „Diätetik“ des Fachbereichs Oecotrophologie. Im Fachbereich Angewandte Informatik soll die Durchlässigkeit des Bildungswegs von der IT-Ausbildung in ein duales Informatikstudium verbessert werden.
Der Fachbereich Sozialwesen widmet sich der Frage, wie praxisorientierte Abschlussarbeiten im dualen Studium der Sozialen Arbeit noch besser begleitet werden können. Schließlich sollen auch die allgemeinen Kooperationsstrukturen zwischen Praxispartnereinrichtungen und Hochschule übergreifend für alle dualen Studiengänge weiterentwickelt werden.
„Die Hochschule Fulda schärft mit der nun vierten Bewilligung des Förderprogramms proDUAL ihr Profil und baut das duale Studienangebot weiter aus“, heißt es weiter. Während der ersten Förderphase von 2018 bis 2021 führte sie die dualen Bachelorstudiengänge „Angewandte Informatik“ und „Soziale Arbeit“ sowie das Kommunikationsportal „DualKompass“ ein. In der zweiten Förderphase von 2020 bis 2023 etablierte die Hochschule den dualen Bachelorstudiengang „Steuerwesen“, der zum Wintersemester 2023/24 startete.
Zusätzlich wurde das Projekt „GoDual“ umgesetzt mit dem Ziel, die Attraktivität des dualen Studiums für Unternehmen, Studierende und Studieninteressierte zu steigern. In der dritten Förderphase von 2022 bis 2025 wird unter anderem die Konzeption und Einführung eines dualen Masterstudiengangs am Fachbereich Angewandte Informatik gefördert, der zum Wintersemester 2024/25 starten soll. (ah)