FZ-Stammtisch

Milseburghütte, Einwohnerzahl, Finanzen: Markus Röder stellt sich Fragen von Hofbiebers Bürgern

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Beim FZ-Stammtisch in Hofbieber diskutierten (von links) FZ-Redakteur Rainer Ickler, Bauer Franz Habersack und Bürgermeister Markus Röder.
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Der FZ-Stammtisch vor der Bürgermeisterwahl in Hofbieber bot viel mehr als nur politische Diskussionen. Während Markus Röder seine Ideen für eine dritte Amtszeit darlegte, sorgte Franz Habersack für humorvolle Momente. Doch hinter dem Schmunzeln verbargen sich wichtige Fragen zur Entwicklung Hofbiebers.

Hofbieber - Rund 50 Zuhörer kamen am Donnerstagabend zum FZ-Stammtisch im Vorfeld der Bürgermeister-Wahl in Hofbieber. Amtsinhaber Markus Röder (parteilos), der als einziger Kandidat antritt und für eine dritte Amtszeit kandidiert, stellte sich den Fragen von FZ-Redakteur Rainer Ickler und Co-Moderator Bauer Franz Habersack.

Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder stellt sich Bürgerfragen

Vor allem bei der Fragerunde mit dem Comedian geriet die Stimmung im Saal der Kiesbergquelle auf den Höhepunkt. Habersack, selbst Hofbieberer, wollte beispielsweise wissen, warum der Neubau der Milseburghütte so lang dauere – und ob die Entsorgungsleitung, die durch den Berg gebohrt werden soll, auch dick genug für den Toilettenabfluss sei.

Röder ging - wie Habersack in perfekter Mundart – auf die Zeiträume im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ein und erläuterte, dass aufgrund der Brut- und Setzzeit erst ab 1. August mit der Bohrung im Berg begonnen werden darf. Und konnte für Beruhigung sorgen. Zwar wisse auch Röder nicht, was passiere, wenn ein Rhöner gut gegessen habe. Aber es werde ein sogenannter WC-Zerkleinerer zum Einsatz kommen, der Fäkalien und Toilettenpapier zerkleinere.

Aber es gab auch ernstere Fragen. Markus Röder zu ...

... Entwicklungen der Einwohnerzahl: Röder hatte die Gemeinde als Bürgermeister vor zwölf Jahren mit rund 5800 Einwohnern übernommen. „Mein Wunsch war ursprünglich, am Ende der zweiten Amtszeit bei 6500 Einwohnern zu stehen. Vermutlich werden es 6400 sein.“

... Plänen für die Georgshöhe: Es gibt drei Entwicklungsstufen, so Röder. Zunächst seien die Privatstraßen zwischen den Bungalows in Gemeindeeigentum überführt worden. Anschließend sind im zweiten Schritt sechs Bauplätze entstanden, die sich aktuell in der Vermarktung befänden. „Die dritte Entwicklungsstufe könnte einen Abriss des ehemaligen Hotels vorsehen, um Fläche für beispielsweise einen Kindergarten, ein Ärztezentrum oder auch Bauplätze zu schaffen.“

... der Unterbringung von Flüchtlingen: „In Spitzenzeiten hatten wir 161 Flüchtlinge in Hofbieber. „Zum Glück kamen wir bisher immer ohne Container-Anlage aus.“ Das liege vor allem an der Bereitschaft der Hofbieberer, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Dafür bin ich dankbar.“

... einem neuen Kindergarten in Schwarzbach: „Wir hoffen, dass wir 2025 mit dem Bau beginnen und ihn 2026 in Betrieb nehmen können.“

... einem möglichen Lückenschluss zwischen Hofbieber und Langenbieber: „So etwas müsste planerisch genehmigt werden - vor allem aber überhaupt von den Menschen gewollt sein. Das sehe ich momentan nicht.“

... der finanziellen Lage der Gemeinde: „Leider bekommen wir unsere Investitionen nicht aus dem Ergebnishaushalt finanziert. Daher müssen wir neue Schulden machen.“ Es sei aber wichtig, weiter zu investieren, weil sonst die Infrastruktur marode würde. „Und man muss sich fragen, wie hoch der Preis ist, wenn man nicht investiert.“

... Projekten in naher Zukunft: Bei drei Feuerwehrhäusern könnte es Probleme mit dem Tüv geben. Deshalb wird es Investitionen bei den Feuerwehrhäusern in Hofbieber-Mitte, Kleinsassen und Niederbieber geben. Auch in weitere Neubaugebiete kann sich Röder Investitionen vorstellen. „Ein wirkliches Leuchtturm-Projekt, wie beispielsweise der Neubau der Milseburghütte, steht derzeit allerdings nicht an.

... der Zukunft des Sportplatzes Kleinsassen: „Es sind derzeit vier Konzepte auf dem Tisch. Nach den Sommerferien dürfte klar werden, welches wir gemeinsam mit dem entsprechenden Investor umsetzen möchten.“

... einem neuen Pächter der Milseburghütte: „Wenn klar ist, dass die Bohrung funktioniert und damit die weitere Entwicklung klappt, dann gehen wir auf die Suche nach einem Pächter.“ Wichtig sei aber bei dem Pachtverhältnis, dass man dem Pächter nicht durch eine zu hohe Pacht die wirtschaftliche Grundlage nehme.

... seinem Wunsch für den Wahltag am 9. Juni: „70 plus x“ sei das Ziel. Viel wichtiger als die Zahl sei ihm aber, dass die Menschen in Hofbieber nach wie vor zusammenstehen, sich in die Augen schauen und ein Bier miteinander trinken können. Und passend zum Abend mit Franz Habersack: „Dass wir das Rhöner Platt nicht verlernen.“

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