Fertigstellung der A 44 verzögert sich um Jahre

Baustopp: A44-Tunnel Holstein muss neu ausgeschrieben werden

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Die Fertigstellung der Autobahn 44 wird sich noch mal um Jahre verzögern.

Werra-Meißner – Grund ist eine einkassierte Ausschreibung des Tunnels Holsteins bei Sontra. Die Vergabe der Bauarbeiten muss jetzt noch mal neu aufgerollt werden. Wann damit zu rechnen ist, steht noch aus. Auf Höhe von Mitterode ist er Bau der Autobahn jetzt auf rund elf Kilometern zum Erliegen gekommen.

„Im Frühjahr 2023 musste das Vergabeverfahren für die Herstellung des Tunnels Holstein aufgehoben werden, da keine verwertbaren Angebote abgegeben wurden“, teilt die Sprecherin der Deutschen Autobahn-Gesellschaft (Deges), Pia Verheyen, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Nach Informationen unserer Zeitung hatte die Strabag bereits den Zuschlag für den Bau des Tunnels erhalten. Weil sie aber einzige Bieterin war, konnte das Angebot nicht angenommen werden. Ein Termin für die erneute Ausschreibung befinde sich nach Angaben der Deges derzeit in Abstimmung.

Wann mit einem Weiterbau zu rechnen ist, kann die Deges nicht sagen. Ebenso wenig ist bekannt, mit welchen Verzögerungen durch die erneute Ausschreibung zu rechnen ist. Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt verfügt nicht über mehr detailliertere Informationen, beruft sich aber auf Erfahrungen. „Wenn man die Bauzeit für den Tunnel Boyneburg als Vergleich heranzieht, ist mit einer Fertigstellung nicht vor 2030 zu rechnen.“ Ursprünglich war eine Freigabe der Strecke mal für 2025 vorgesehen.

Einsam und verlassen: Die Riedbachtalbrücke bei der Anschlussstelle Sontra-Ost steht bereits in der Landschaft, hat aber in beide Richtungen keinen Anschluss an den Rest der A 44.

„Für unsere gesamte Region ist jede weitere Verzögerung eine Katastrophe“, sagt Eckhardt mit Hinblick auf Wirtschaft und Verkehrsbelastung. Für das Ulfetal befürchtet Eckhardt ein „immens zunehmendes Verkehrsvolumen“, weil die Freigabe der Teilabschnitte zwischen Waldkappel Ost und der Anschlussstelle Ringgau sowie zwischen Wommen und Wölfterode bevorsteht. Laut Deges soll das 2024 (voraussichtlich im Herbst) und 2026 der Fall sein. Dann könnte sich der abfahrende Verkehr durch das Ulfetal wälzen. „Das wären immense Belastungen“, sagt Eckhardt. Die Ortsvorsteher haben schon Protest angekündigt. Und auch für das Sontraer Gewerbegebiet Husarenpark spricht Eckhardt von einer Katastrophe.

Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) befürchtet für den gesamten Wirtschaftsraum, dass im schlimmsten Fall Interessenten abspringen könnten. (Tobias Stück)

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