Flugverkehr

Lufthansa-Airbus aus Frankfurt sorgt für Verwirrung – Was passierte über dem Hunsrück?

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Ein Flugzeug, gestartet am Flughafen Frankfurt, kreist über Stunden in der Luft und kehrt dann zurück. Das Manöver sorgt für Fragezeichen bei Beobachtern.

Frankfurt - Flugzeuge am Himmel sind auch für solche, die fernab etwa vom Flughafen Frankfurt leben, keine Besonderheit. Bei klarem Himmel sieht man sie zigfach, Tag für Tag. Ein Lufthansa-Airbus über dem Hunsrück sorgte am Mittwoch (28. Juni) jedoch für etwas mehr Aufmerksamkeit. Das Manöver, das die Maschine flog, irritierte offenbar. Denn der viermotorige A340-60 zog über Stunden Kreise über Longkamp (Landkreis Bernkastel-Wittlich) und Umgebung. Gestartet war der Flieger als LH9916 in den Mittagsstunden am Flughafen Frankfurt. Und dort ging er auch am späten Nachmittag wieder runter.

Nachzuvollziehen ist die Route des Flugzeugs weiterhin auf Portalen wie flightaware.com.

Nach Start am Flughafen Frankfurt: „Was kann da passiert sein?“

Der Flug LH9916 war in Frankfurt gestartet. Dort landete er auch wieder. (Symbolbild)

„Was kann da passiert sein? Und vor allem: Hat der vielleicht auch Kerosin abgelassen?“ Mit dieser Frage etwa wandte sich ein Leser an den Trierer Volksfreund. Zu ungewöhnlich war das Schauspiel am Himmel über dem Hunsrück, als dass es unentdeckt an so manchem Anwohner vorbeigegangen wäre.

Die Vermutung des Ablassens von Kerosin - von „Fuel-Dumping“ ist dann oft die Rede - lag nahe. Hintergrund der Praxis: Wenn Flugzeuge aus unterschiedlichen Gründen nach dem Start nur unerwartet kurz in der Luft bleiben, wird vor der Landung noch Treibstoff abgelassen. Denn Kerosin im Tank erhöht das Gewicht eines Fliegers im Zweifel auf ein Maß, das bei einer Landung zu Schäden an der Maschine führen könnte. Und das wiederum wird auch schnell für Passagiere gefährlich.

Stundenlanges Kreisedrehen nach Lufthansa-Start am Flughafen Frankfurt

Im Fall der A340-60, den die Lufthansa am Mittwoch vom Flughafen Frankfurt hatte starten lassen, war das jedoch nicht der Fall. Entsprechende Manöver müssen der Deutschen Flugsicherung gemeldet werden. Das fand hier nicht statt.

Dennoch hatte das Rundendrehen von Flug LH9916 einen technischen Hintergrund, wie die Lufthansa mit Sitz in Frankfurt dem Trierer Volksfreund nun bestätigt. So war der Airbus während der Corona-Krise aufgrund der einbrechenden Flugzahlen vorübergehend stillgelegt worden. Nun soll er reaktiviert werden. Dafür sind zuvor jedoch sogenannte „Werkstattflüge“ nötig, bei denen diverse Tests anstehen. Einer davon fand am Mittwoch statt und sorgte teilweise für Verwirrung bei Beobachtern.

Dass das Flugzeug nach dem Start am Flughafen Frankfurt ausgerechnet über Longkamp stundenlang kreiste, hing damit zusammen, dass der ursprünglich für das Manöver angedachte Luftraum wegen schlechten Wetters nicht genutzt werden konnte. (fd)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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