VonEden Sophie Rimbachschließen
Über die Zukunft der Altstadt wird in Sontra beraten. Um die Bürger in die Umgestaltung miteinzubeziehen, hatte die Stadt am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
Sontra – Dabei stellten die Planungsbüros Schöne Aussichten und die Firma GTL erste Konzepte vor und standen für Fragen bereit.
Wie Martin Ruppert von der Projekt- und Stadtentwicklung Big-Bau erklärte, handelt es sich bei beiden Konzepten lediglich um Entwürfe, die nicht exakt so umgesetzt werden müssen. Big-Bau begleitet den Prozess federführend. Bürgermeister Thomas Eckhardt erklärte, dass es Ziel der Veranstaltung sei, eine Tendenz auszusprechen, in welche Richtung der Weg der Umgestaltung gehen soll.
Schöne Aussichten
Zu einer grün-blauen Mitte möchte die Firma Schöne Aussichten aus Kassel die Altstadt Sontras machen. Neben Grünflächen bildet der Mühlgraben als „blaues Band“ eines der Hauptelemente für die Gestaltung. Er soll quer durch die historische Altstadt in Szene gesetzt werden. Um die Verkehrsanlagen herum könnten laut Konzept grüne Inseln gepflanzt werden. Dienen solle das der Entsiegelung und der Erhöhung der Biodiversität.
Martin Blank von Schöne Aussichten erläuterte, dass er und seine Kollegen mit diesem Konzept für die Menschen planen und mehr Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen möchten. Beim Thema Verkehr sollen laut ihm weder Fußgänger noch Radfahrer oder Autofahrer an Querungen benachteiligt werden. Bestehende Parkplätze würden zum Großteil erhalten bleiben. Das Konzept sieht zudem Spielmöglichkeiten vor. Das Gefälle zwischen Rathaus und Mühlgraben soll durch Abstufungen überwunden werden, die durch die Baulücke hin zum Wasser führen. An Stellen, die nicht zum Wasser hinführen können, soll es durch Fontänen oder Becken präsent sein.
GTL
Durch absenkbare Poller steuerbare Verkehrsberuhigung und ein Plateau unterhalb des Rathauses sieht das Konzept von GTL Landschaftsarchitektur aus Kassel vor. Wie Harald Noll erklärte, funktionieren Städte besser mit einem Rundlauf. Dieser solle Möglichkeit zum Flanieren geben. Das Konzept fasst das Rathaus als Herz der Altstadt und den Bereich beim Beichtstuhl als grünes Herz, an dem ein Platz zum beispielsweise Bolzen entstehen könne. Absenkbare Poller sollen dafür sorgen, dass ein Teil der Altstadt zur verkehrsberuhigten Zone gemacht werden kann. Beispielsweise am Wochenende könne man in diesem Bereich einen Markt oder Ähnliches aufbauen, während der Verkehr durch unter anderem die Rosengasse weiterfließe.
Das Gefälle soll ausgeglichen werden. An einer Stelle weggenommenes Material werde dafür an anderer zum Erhöhen genutzt. Mit Sitzstufen soll das so entstehende Plateau auf dem Sontraer Marktplatz gleichzeitig begehbar sein und auch zum Verweilen einladen. Platz für den Maibaum gibt es auf dem Plateu. Zudem sollen dort weitere Bäume gepflanzt werden.
Ideenfindung
Lob von mehreren der knapp 20 Gäste gab es für die Einbindung des Wassers. Fragen warf die Parkplatzsituation und die Erreichbarkeit für Anlieger auf. Ein Stimmungsbild zeigte auch, dass viele Gäste nicht direkt sagen konnten, welchen Weg für die Umgestaltung sie bevorzugen würden. „Beide Konzepte zusammen sind ein gutes Ganzes“, sagte Reinhard Ehmer. Laut Ruppert werden die Entwürfe im Bürgerhaus für die Einwohner ausgehängt. Ihre Rückmeldung soll in die Entscheiden der Lokalen Partnerschaft einfließen. (Eden Sophie Rimbach)
