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Zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang begrüßte die IHK Fulda am Freitag 550 Gäste in der Orangerie. Präsident Christian Gebhardt kündigte eine Veränderung des Wirtschaftstags an.
Fulda - Der traditionsreiche Fuldaer Wirtschaftstag, der im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feierte, ist Geschichte. Er wird künftig in neuer Form stattfinden. Dies verkündete Dr. Christian Gebhardt, Präsident der IHK Fulda, zum Auftakt des Neujahrsempfang der IHK Fulda vor rund 550 Gästen in der Orangerie.
IHK-Neujahrsempfang mit 550 Gästen in der Orangerie in Fulda
Mit einem innovativen Konzept sollen die bisherigen Formate abgelöst und den aktuellen Anforderungen angepasst werden. „Wir starten am 24. April mit einer exklusiven Veranstaltungsreihe im kleineren und kompakteren Rahmen“, kündigte Gebhardt an. Ein zweiter Termin sei für den 12. September geplant – dem traditionellen Datum des bisherigen Wirtschaftstags. Dabei sollen jeweils zwei Experten an besonderen Orten kontroverse Themen diskutieren, die die regionale Wirtschaft aktuell bewegen. Pro und Kontra stehen im Fokus, während das Netzwerken weiterhin eine zentrale Rolle spielt, so Gebhardt.
Die Entscheidung für den Wechsel sei durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter der Trend zu kürzeren Veranstaltungsformaten, stetig sinkende Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren und die zunehmende Verfügbarkeit von Vorträgen als Podcasts oder auf YouTube.
Appell für wirtschaftsfreundliche Politik
In seiner Rede vor dem „Who is Who“ aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Osthessens ging Gebhardt jedoch über organisatorische Ankündigungen hinaus. Er kritisierte populistische Parteien, die mit einfachen Antworten vermeintlich komplexe Probleme lösen wollen. „Die Lösungen der Populisten mögen verlockend klingen, aber keine Partei wird die Bundesrepublik zurück in die glückselige Welt der Wirtschaftswunderjahre versetzen“, betonte er. Stattdessen forderte er eine ideologiefreie Wirtschaftspolitik, die Innovationen fördert und Wachstum ermöglicht.
Gebhardt betonte, dass Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren essenzielle Hebel seien, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. „Ein Prozent Wirtschaftswachstum bedeutet 40 Milliarden Euro mehr Bruttoinlandsprodukt. Diese Dynamik müssen wir nutzen“, erklärte er.
Lob an Wirtschaftsjunioren: „Bundeskonferenz 2027 ist beste Werbung für Fulda“
Besonders hob Gebhardt das Engagement der Fuldaer Wirtschaftsjunioren hervor. Diese haben es geschafft, die Bundeskonferenz (BUKO) 2027 nach Fulda zu holen. Mit über 1000 Teilnehmern sei die Veranstaltung nicht nur eine Konferenz, sondern eine hervorragende Möglichkeit, den Standort Fulda überregional ins Rampenlicht zu rücken. „Das ist beste Werbung für unsere Region“, lobte Gebhardt.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) stellte in seinem Grußwort die eindringliche Frage: „Gibt es einen Grund für Zuversicht?“ Seine Botschaft war klar: „Jammern hilft nicht.“ Mit einem leidenschaftlichen Appell an die Anwesenden entblätterte der Kommunalpolitiker die Essenz des unternehmerischen Geistes.
„Wirtschaft beginnt mit drei Buchstaben“, erklärte er mit Blick auf das „Wir“ und machte deutlich, dass die wirtschaftliche Stabilität nicht im Warten auf staatliche Hilfe zu finden ist. Sie entsprünge dem Mut und dem Engagement der Unternehmer. „Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so Wingenfeld weiter.
Volker Busch spricht über mentale Gesundheit
In seinem beeindruckenden Vortrag „Kopf hoch! Mental gesund und stark in herausfordernden Zeiten“ erörterte Prof. Dr. Volker Busch, renommierter Neurologe und Psychiater mit über 20 Jahren Erfahrung in der medizinischen Forschung die essenzielle Bedeutung der mentalen Gesundheit, insbesondere in herausfordernden Zeiten, die von Ungewissheit und Stress geprägt sind. Er betonte, dass das Verständnis des eigenen „mentalen Immunsystems“ entscheidend ist, um psychische Resilienz zu fördern.
Durch gezielte Strategien und Übungen zeigt er, wie jeder Einzelne seine geistige Stärke trainieren und erhalten kann, um Herausforderungen positiver und effektiver zu begegnen. Insbesondere hob er die Rolle der Selbstfürsorge und der sozialen Unterstützung hervor, um in Krisensituationen stabil zu bleiben und die eigene mentale Gesundheit zu schützen.
Fokus auf Gesundheit und Nachhaltigkeit: Prädikate verliehen
Weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Prädikate „gesund arbeiten in fd“ und „#lichtbewusstsein“. Letzteres spiegelt den immer stärker werdenden Fokus der Region auf Nachhaltigkeit wider.
Das Prädikat „gesund arbeiten in fd“ erhielten folgende Unternehmen:
- Hahner Technik GmbH & Co. KG, Petersberg
- JUMO GmbH & Co. KG, Fulda
- Klinikum Fulda gAG, Fulda
- Landkreis Fulda, Fulda
- Magistrat der Stadt Fulda, Fulda
- Mediana, Fulda
- MUP Bürohandels GmbH, Fulda
- papperts GmbH & Co. KG, Poppenhausen
- Proemion GmbH, Fulda
- Pusteblume Therapiehaus GmbH, Fulda
- SIMONMETALL GmbH & Co. KG, Tann
- tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG, Fulda
- UTH GmbH, Fulda
- Werner Schmid GmbH, Fulda
Ausgezeichnete für das Prädikat „#lichtbewusstsein“ sind:
- Steinacker GmbH, Hünfeld
- Meister Recycling GmbH, Großenlüder
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Programms waren die Wirtschaftslenker der Region und die geladenen Gäste zu einem Netzwerkabend bei kulinarischen Köstlichkeiten und lebhaften Gesprächen eingeladen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu vertiefen.
Rubriklistenbild: © Mirko Luis





