Inflation in Hessen

Lebensmittelpreise steigen weiter: No-Name-Olivenöl für fast 10 Euro

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In Hessen steigen die Lebensmittelpreise stärker als die allgemeine Inflationsrate. Besonders auffällig ist der Preisanstieg bei Olivenöl.

Frankfurt – Die Lebensmittelpreise in Hessen steigen seit geraumer Zeit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Nahrungsmittel zwischen Januar 2023 und Januar 2024 um 3,8 Prozent gestiegen, während die Gesamtinflationsrate im gleichen Zeitraum bei 2,9 Prozent lag.

Allerdings beobachten die Expertinnen und Experten der Verbraucherzentrale bereits seit Sommer 2021 einen besonders starken Anstieg der Lebensmittelpreise, der auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sei. Dazu zählten gestiegene Energiekosten, die angespannte weltpolitische Lage, Arbeitskräftemangel, aber auch versteckte Preiserhöhungen und Mitnahmeeffekte.

Mehrere Flaschen Olivenöl der Edeka-Eigenmarke „gut und günstig“ stehen Anfang Februar in einem Frankfurter Supermarktregal.

Tiefer Griff ins Portemonnaie: Preisanstieg bei Lebensmitteln in Hessen

Besonders auffällig ist der Preisanstieg bei einigen Produkten wie etwa Olivenöl. Hier verzeichnete das Statistische Bundesamt bis Ende Dezember 2023 einen Preisanstieg von 43,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine 0,75-Liter-Flasche No-Name-Olivenöl kostet in hessischen Supermärkten und Discountern mittlerweile fast 10 Euro.

Als Hauptgrund für diese Entwicklung gilt die Verknappung des Angebots aufgrund einer schlechten Erntesaison. Vor allem in Spanien, dem weltweit größten Olivenöl-Produzenten, fiel die Ernte mit 665.000 Tonnen weniger als halb so groß aus wie üblich (1,5 Millionen Tonnen). Ähnliche Probleme gab es auch in Griechenland und Italien, sodass die EU-Länder laut Stiftung Warentest in der laufenden Saison voraussichtlich 40 Prozent weniger Olivenöl abfüllen werden.

Die weitere Entwicklung der Lebensmittelpreise bleibt ungewiss, die Verbraucherzentrale rechnet nicht mit weiter sinkenden Preisen. Die Verbraucher müssten sich darauf einstellen, einen höheren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel auszugeben, was sich langfristig auf die Haushaltskasse auswirken könnte. (cas, dpa)

Rubriklistenbild: © Caspar Hoffmann

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