Aktion „Wir sind ganz Ohr für Sie“

Infraschall aus dem Northeimer Krankenhaus?

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Von der Northeimer Helios-Klinik soll angeblich eine Infraschallbelastung ausgehen. Der Landkreis Northeim als zuständige Behörde für Immissionsschutz hält das aber für sehr unwahrscheinlich.
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HNA-Leser klagt über Infraschallbelastung durch Helios-Klinik

Vogelbeck/Northeim – Jürgen Selle aus Vogelbeck ist überzeugt davon, dass seine gesundheitlichen Probleme von einer falsch installierten Wärmepumpe in der Northeimer Helios-Klinik verursacht werden. Bei unserer jüngsten HNA-Lesertelefonaktion unter dem Motto „Wir sind ganz Ohr für Sie“ schilderte er am Telefon sein Problem. Demnach gehe von der Anlage in der Northeimer Klinik eine Infraschallbelastung aus, unter der er massiv leide. Er habe den Landkreis Northeim mehrfach als zuständige Behörde für Immissionsschutz um Abhilfe gebeten, doch passiert sei bislang nichts.

Der Landkreis Northeim bestätigte auf HNA-Anfrage, dass der Sachverhalt bekannt sei. Allerdings gehe es dabei um die Frage, ob wie von Herrn Selle behauptet, eine vermeintlich in Northeim verursachte Beeinträchtigung durch Infraschall noch im etwa sechs Kilometer entfernten Vogelbeck spürbar sei und dann vor Ort auch die gesetzlichen Grenzwerte überschreite.

Zwischen dem Northeimer Krankenhaus und der Einbecker Ortschaft befänden sich die Ortschaften Hohnstedt und Edesheim sowie die B3 und die A7, gibt der Landkreis zu bedenken. Allein die bloße Entfernung spreche eher nicht dafür.

„Würden Infraschall-Grenzwerte in Northeim so stark überschritten, dass Beeinträchtigungen bis nach Vogelbeck spürbar wären, müsste es auch im direkten Nahbereich zahlreiche Beschwerden geben“, so der Landkreis weiter. Diese lägen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht vor.

Nach Rücksprache mit der Helios-Klinik in Northeim seien auch dort entsprechende Auffälligkeiten nicht bekannt, betont der Landkreis. Das Blockheizkraftwerk sei schalltechnisch entkoppelt und werde regelmäßig gewartet. Außerdem sei ein Abgasschalldämpfer installiert.

„Sollte im Bereich Vogelbeck eine Überschreitung der vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte zur Bewertung von tieffrequenten Geräuschen vorliegen, biete man selbstverständlich Unterstützung an, schreibt die Kreisverwaltung in ihrer Stellungnahme.

Für eine Beurteilung, ob die geschilderten Symptome in Verbindung mit anderen externen Anlagen stehen, habe man Herrn Selle bereits Kontaktdaten eines Baubiologen mitgeteilt. „Sollte dieser eine von externen Anlagen bedingte Ursache und auch einen entsprechenden Verursacher feststellen können, so bietet der Landkreis Northeim seine Unterstützung jederzeit an.“ Bisher lägen allerdings keinerlei Messergebnisse vor, die eine Grenzwertüberschreitung zeigten. (Niko Mönkemeyer)

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