ChatGPT und Künstliche Intelligenz

KI-Trend erobert das Netz: Diese Kasseler gibt es jetzt als Actionfiguren

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Ob Politiker oder Karnevalist: Immer mehr Kasseler verwandeln sich mit Künstlicher Intelligenz in ihre eigene Actionfigur. Was steckt dahinter?

Kassel - Einmal der Held einer Actiongeschichte sein. Das ist ein Traum, den wohl viele Kinder und so mancher Erwachsene haben dürfte. Zumindest ein bisschen lässt die Künstliche Intelligenz diesen Traum jetzt zur Wirklichkeit werden. Ein aktueller Trend in den sozialen Netzwerken ist es, sich selbst als eine Action-Spielfigur darzustellen. Möglich macht das ChatGPT. Und auch zahlreiche Menschen aus Kassel und der Region folgen dem Trend.

Nimmt´s mit Humor: Fullefischer und Stadtverordneter Marcus Leitschuh.

Nicht He-Man, Spiderman oder Wonder Woman, sondern ganz normale Leute werden so zu virtuellen Hauptcharakteren. Zum Beispiel Marcus Leitschuh: Der Kasseler ist nicht nur CDU-Stadtverordneter, sondern auch so etwas wie das hiesige Gesicht des Karnevals. Dort steigt er in die Bütt als „Fulle-Fischer“ – und diesen Fulle-Fischer hat er virtuell als Actionfigur kreiert. „Ich wollte das bewusst mit einer Humorfigur machen“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. „Für mich ist das eher ein Gag.“

Werbung für die Löwen: Daniel Bettermann als Fan des KSV Hessen.

KI-Trend: Wenn Abgeordnete in Kassel zu Actionfiguren werden

Daniel Bettermann, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Vorstand des KSV Hessen, nutzte den Trend, um als sich selbst in einer „KSV-Spieltags-Edition“ auf das Heimspiel der Löwen am vergangenen Samstag aufmerksam zu machen. Und Maximilian Bathon präsentierte sich als Muskelmann mit Ahler Wurscht und „maximaler Power für Kassel“. Politik sollte nicht immer nur trocken sein, findet der CDU-Landtagsabgeordnete. Und: „Man muss sich mit dem Thema KI auseinandersetzen.“ Einer stellte sich gegen den Trend: Regierungspräsident Mark Weinmeister zeigte im sozialen Netzwerk Instagram einfach eine leere Actionfigur-Verpackung – KI-generiert, versteht sich.

Mit Power und Ahler Wurscht: Maximilian Bathon.

Wenn KI Stil kopiert: Ghibli-Ästhetik sorgt für Diskussion

Doch es gibt auch Kritik an den KI-Trends auf Social Media. Denn: KI-Anbieter wie OpenAI trainieren ihre Modelle am geistigen Eigentum anderer – in der Regel ohne zu bezahlen. Für Aufregung sorgte deshalb ein anderer Trend, bei dem Internetnutzer ihre eigenen Fotos im Stil des legendären japanischen Zeichentrickfilmstudios Ghibli umwandelten. Die Ergebnisse sahen so aus, als entstammen sie aus Filmen wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Prinzessin Mononoke“. Insbesondere unter Künstlern stieß das auf Ablehnung.

Versicherungs-Superheld Alexander Wild, Chef der City-Kaufleute.

Der Prompt

Ein möglicher kurzer Befehl (Prompt) für ChatGPT 4.o zur Umwandlung eines Fotos in eine Actionfigur, der sich beliebig erweitern lässt. Weitere Varianten im Netz:

Erstelle ein realistisches Bild einer Actionfigur, die in einer modernen und stilvollen Verpackung präsentiert wird. Auf der Verpackung soll der Name „[Name einfügen]“ klar und auffällig zu lesen sein. Als Vorlage für Gesicht und Körperbau dienen die beigefügten Fotos. Die Figur ist mit einem [Outfitbeschreibung einfügen] ausgestattet. In der Verpackung sollen passende Accessoires wie [Gegenstände, die zu euch passen] gut sichtbar integriert sein. Das Verpackungsdesign soll hochwertig, detailverliebt und ansprechend gestaltet sein – modern im Stil und in der Farbe [Farbe] gehalten. Die Gesamtpräsentation soll den typischen Look aktueller Spielzeugverpackungen aufgreifen und professionell wirken.

Verweigert den Trend: Mark Weinmeister.

Im Fall der Actionfiguren muss man sich um Urheberrechtsfragen weniger Gedanken machen, sagen Experten des Portals Mimikama – so lange man sich nicht des Designs bestimmter Marken wie Lego oder Playmobil bediene. Allerdings sollte man auch beim Actionfigur-Trend vorsichtig sein und nur Fotos von sich selbst nutzen und publizieren. Es gilt das Recht am eigenen Bild.

Was ist KI?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, bezeichnet Computerprogramme, die Aufgaben erledigen können, für die normalerweise menschliches Denken erforderlich ist, erläutert der aus Lohfelden stammende Informatik-Professor Sebastian Vollmer. „Ein Beispiel ist ChatGPT, das in natürlicher Sprache Fragen beantwortet und Gespräche führt, als würde man mit einem echten Menschen sprechen. Andere KI-Systeme steuern selbstfahrende Autos, erkennen Gesichter auf Fotos, sagen Börsenkurse voraus oder unterstützen Ärzte bei Diagnosen. Insgesamt hilft KI dabei, komplexe Probleme zu lösen und unser tägliches Leben zu erleichtern.“

Promi-Besuch in Nordhessen: Kürzlich war Entertainer und Satiriker Jan Böhmermann zu Gast in Kassel. Er schaute mit seinem E-Scooter auch am Schloss vorbei. Nur: Ist das Fahren dort nicht verboten?

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