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Auf dem Friedrichsplatz in Kassel inszeniert RTL das Live-Event „Die Passion“. Hannes Jaenicke ist der Nachfolger von Thomas Gottschalk. Alle Informationen zur Show.
Kassel – RTL plant ein großes TV-Ereignis auf dem Friedrichsplatz. Wie der Sender bekannt gegeben hat, wird „Die Passion“ in Kassel inszeniert und kurz vor Ostern ausgestrahlt. Mit dabei: Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke. Wir beantworten einige Fragen rund um die Veranstaltung.
Wer wird in Kassel neben Hannes Jaenicke noch mitwirken?
Das steht noch nicht fest – beziehungsweise: RTL hält sich da noch bedeckt. Also ist auch noch unklar, wer den Jesus spielt. Vor zwei Jahren in Essen war das der Sänger und Musicaldarsteller Alexander Klaws, der einst bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ erfolgreich war.
In Essen hatte im Übrigen Thomas Gottschalk die Rolle des Sprechers inne, die in Kassel Hannes Jaenicke einnehmen wird. Bekannt ist, dass „Die Passion“ eine Produktion der Constantin Entertainment GmbH und Mediawater Niederlande im Auftrag von RTL ist. Die Produzenten werden Matthias Alberti und Jacco Doornbos sein. In den Niederlanden ist das Format schon seit Jahren sehr erfolgreich.
Wie lief „Die Passion“ vor zwei Jahren in Essen ab?
Damals verfolgten 5000 Menschen das Ereignis vor Ort auf dem Essener Burgplatz – einem zentralen Ort der Stadt, die knapp 600 000 Einwohner zählt. Die Leidensgeschichte Jesu wurde damals ins Jahr 2022 verlegt: Jesus benutzte den Linienbus, seine Begleiter bestanden aus jungen Frauen und Männern seiner Clique. Es gab mehrere Einspielfilme, die in verschiedenen Stadtteilen Essens spielten.
Wann wird „Die Passion“ ausgestrahlt?
Um Ostern herum, heißt es vonseiten des Senders RTL. Von der Karwoche ist die Rede. Konkreter wurde Produzent Jacco Doornbos in den sozialen Medien. Er nannte den 27. März als Termin. Das wäre der Mittwoch vor Ostern. Vor zwei Jahren wurde „Die Passion“ ebenfalls am Mittwoch vor Ostern ausgestrahlt – im Hauptabendprogramm ab 20.15 Uhr. 3,14 Millionen Menschen verfolgten die Show damals im Fernsehen.
Nach Angaben von RTL lag die Produktion somit sowohl in der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen als auch beim jungen Publikum von Menschen zwischen 14 und 49 Jahren mit 15,5 Prozent und 15 Prozent auf dem ersten Platz an diesem Abend, was die Einschaltquoten anbelangt.
Was sagen die Kirchen zu der Produktion?
Kerstin Leitschuh, Beauftragte der katholischen Kirche und Referentin für Citypastoral in Kassel, sagte: „Wir freuen uns und finden das großartig.“ Die Kirchen sollen eingebunden werden und für das Begleitprogramm zuständig sein. Wie das im Einzelnen aussehen wird, soll nun erarbeitet werden. Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt, Beauftragte der evangelischen Kirche, sagte über „Die Passion“: „Eine Geschichte über Liebe und Verrat, über Freundschaft und Enttäuschung, über größte Hoffnungen und den Absturz ins Bodenlose: Zwischen diesen Polen findet unser Leben statt.“
In Kassel werde man das Live-Programm durch Veranstaltungen in den sieben Wochen bis Ostern, durch Glaubenskurse für Menschen, die mehr über die Person Jesus und den christlichen Glauben erfahren wollen, durch Mitgestaltung der Stationen des Prozessionsweges, durch Gebet und die Möglichkeit der Begegnung am Abend des Live-Events begleiten.
Wie kam es, dass die Show nun in Kassel stattfinden wird?
Von der RTL-Unternehmenskommunikation in Köln heißt es dazu auf Anfrage unserer Zeitung: „Um den passenden Spielort für die Passion zu finden, sind wir immer im Gespräch mit den unterschiedlichsten Städten in ganz Deutschland. Schon während der documenta 2022 bekundete die Stadt Kassel ihr Interesse an dem einzigartigen TV-Event, woraufhin sich dann schnell 2024 als Wunschtermin herauskristallisiert hat.
Die Stadt Kassel hat mit ihrem durch die documenta sehr bekannten Friedrichsplatz einen idealen Spielort zu bieten.“ Ein Sprecher der Stadt bestätigt, dass Kassel Marketing in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung die Veranstaltung für 2024 nach Kassel geholt habe.
Sind für 2024 weitere Events auf dem Friedrichsplatz geplant?
Dazu heißt es vonseiten der Stadt, dass bisher keine weiteren Formate in Planung seien. (Florian Hagemann, Ulrike Pflüger-Scherb)
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