VonBoris Schlepperschließen
Grüne und CDU im Ortsbeirat wollen das Ende der Kaiserstraße für Autos sperren. Derzeit gebe der Kaisersack ein unwürdiges Bild ab.
Der sogenannte Kaisersack soll zeitnah attraktiver werden. Dafür sprechen sich CDU und Grüne im Ortsbeirat 1 aus. In jeweils eigenen Vorlagen fordern sie, dass das Ende der Kaiserstraße am Hauptbahnhof bis zur Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr umgestaltet und aufgewertet wird. Für Autos soll der Abschnitt ab der Moselstraße nicht mehr frei zugänglich sein. Über die Anträge berät das Gremium in seiner Sitzung am Dienstag, 28. November.
„Der Kaisersack gibt seit Jahren ein Bild ab, das einer Stadt wie Frankfurt schlicht unwürdig ist“, so Ortsvorsteher und Antragssteller Michael Weber (CDU). „Massenweise liegen am Kaisersack E-Scooter und Müll herum. Autos stehen im Wendehammer und versperren den Weg. Die sich dort treffende Drogenszene führt zu Verunsicherung bei vielen Besuchern. Das kann so nicht länger bleiben.“
Eine bauliche und verkehrliche Umgestaltung könnte aus Webers Sicht für Abhilfe sorgen und die Aufenthaltsqualität für Anlieger:innen, Passanten und Passantinnen verbessern. Als kurzfristige Maßnahmen fordert die CDU, den Bereich zwischen Wendehammer und Moselstraße für Autos zu sperren und die Straßen- und Parkplatzflächen auf das Niveau des Bürgersteigs aufzupflastern. Dadurch würde der gesamte Abschnitt einen einheitlichen Platzcharakter erhalten. Des Weiteren sollen Pflanzbeete errichtet und das Abstellen von E-Scootern verboten werden.
Ähnliches fordern die Grünen im Ortsbeirat. Auch sie wollen den Kaisersack dauerhaft für Autos sperren und ab der Moselstraße eine Fußgängerzone schaffen, sagt der Fraktionsvorsitzende Alexander Mitsch. Die Zufahrt soll mit klapp- oder versenkbaren Pollern versehen werden, damit Anwohnende und Lieferverkehr weiter passieren können. Da die Anträge von CDU und Grüne Ähnliches fordern, sei geplant, sie bis zur Sitzung zusammenzufassen, so Mitsch. Derzeit liefen Gespräche mit der CDU.
Ortsbeiratssitzung
Der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) tifft sich am Dienstag, 28. November, 19 Uhr, im Saalbau Gallus, Frankenallee 111, Fritz-Bauer-Saal.
Die Fluglärmsituation im Ortsbezirk werden Vertreterinnen und Vertreter der Stabsstelle für Fluglärmschutz erläutern. Auch wollen sie einen Überblick über die Tätigkeiten und Aufgabengebiete der Stabsstelle geben. bos
Beide Fraktionen mahnen indes Tempo an: „Frankfurt wird 2024 Gaststadt der Fußballeuropameisterschaft sein“, so Ortsvorsteher Weber. „Es ist dringend geboten, noch vor der EM Maßnahmen zu ergreifen, um den vielen Besuchern ein Frankfurt zu zeigen, in dem sie sich gerne aufhalten und willkommen fühlen können.“
Um die Menschenmassen zur EM bewältigen zu können, die vom Hauptbahnhof in die Innenstadt strömen werden, sei eine Umgestaltung nötig, sagt Mitsch. Schon jetzt herrsche dort reger Betrieb. Zudem sei nach Fertigstellung und Öffnung der B-Ebene des Hauptbahnhofs und des Ausgangs Kaisersack damit zu rechnen, dass sehr viel mehr Menschen als bisher den Straßenabschnitt queren würden.
Für die Zeit nach der EM sieht die CDU-Fraktion eine umfangreiche Entsiegelung und Begrünung des Platzes vor. Details sollen in einem Ideenwettbewerb festgelegt werden.
