Pläne für Gewerbegebiet

Neue Lagerhallen in Nordhessen sollen Rüstungsfirma in Kassel beliefern

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In Fuldatal soll eine Lagerhalle entstehen, die der Rüstungskonzern KNDS nutzen will. An den Plänen arbeiten die Beteiligten schon länger.

Fuldatal – Im Gewerbegebiet Ihringshausen-West, dort, wo jetzt noch ein Feldweg und Äcker sind, will das Logistikunternehmen Rudolph Logistik aus Gudensberg drei zusammenhängende Hallen bauen, die so groß sein werden, wie vier Fußballfelder. Schon ab 2025 sollen sie genutzt werden. Das Rüstungsunternehmen KNDS, ein Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Panzerbauer Nexter, will darin angelieferte Teile zwischenlagern. Von dort aus sollen sie in die Produktionsstätte von Krauss-Maffei Wegmann nach Kassel gehen. So erklärt es Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Eine Anfrage bei der KNDS-Pressestelle blieb bislang unbeantwortet.

Fuldatals Bürgermeister beschreibt das Zukunftsszenario so: Täglich fahren Sattelzüge das voll automatisierte Hochregallager an, die Ware wird geprüft und einsortiert. Kleinere Transporter bringen die Teile dann nach Kassel in die Produktion. 50 Arbeitsplätze sollen in der Lagerhalle entstehen.

Pläne haben für Fuldatal eine wichtige Bedeutung

Teile, die dort an- und ausgeliefert werden, seien beispielsweise Getriebe oder Schrauben. „Es geht dabei nicht um Waffen oder Munition“, betont der Bürgermeister. In der Halle werde nicht produziert. Es werde keine Nachttransporte geben, Staus seien nicht zu befürchten.

Das Logistikunternehmen tritt bei dem Vorhaben in mehreren Rollen auf: als Investor und Bauherr, und später als Dienstleister und Vermieter. Es will die Halle mit KNDS gemeinsam planen und bauen. Laut Bürgermeister geht es um Investitionssummen im zweistelligen Millionenbereich. Das Rüstungsunternehmen wird die Halle mieten.

Noch Acker, bald Lagerhalle: Rudolph Logistik will im Gewerbegebiet Ihringshausen-West eine Lagerhalle bauen, die das Rüstungsunternehmen KNDS für Teile nutzen will.

Für Fuldatal haben die Pläne eine wichtige Bedeutung: Der Investor wird nicht nur das mit fünf Hektar größte und wegen der Hanglage schwierigste Grundstück des Gewerbegebiets kaufen, er übernimmt auch den Bau von zwei Straßen – und erschließt damit die restlichen freien Flächen. Damit könnte das vor fast 20 Jahren entwickelte Gewerbegebiet endlich vollendet werden.

Politisch breite Zustimmung über Parteigrenzen hinweg

Ursprünglich waren auf dem Areal Hallen für einen regionalen Automobilzulieferer angedacht, der ging später pleite, die Flächen lagen brach. Jetzt geht es um die Detailabstimmung. Politisch hat es laut Karsten Schreiber über die Parteigrenzen hinweg breite Zustimmung gegeben. Die Sitzungen und Vorgespräche waren bisher – wie üblich bei Grundstücksverkäufen – nicht öffentlich.

Die Verträge sollen noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Dann könnte alles ganz schnell gehen. „Wir haben einen Marathon vor uns“, sagt Schreiber und betont die Größe des Projekts. Den Zeitplan habe „Putin uns auferlegt.“ Im Frühjahr könnten schon die ersten Planierraupen den Boden für die Halle ebnen. (Valerie Schaub)

Auftrag für 1,1 Milliarden Euro: Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) 50 weitere Puma-Schützenpanzer bestellt.

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