Einzelhandel

Kasseler Einkaufszentren City-Point und Dez haben jetzt gemeinsamen Chef

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Nach fünfeinhalb Jahren wieder im City-Point: Martin Wimberger war dort schon einmal Centermanager von 2012 bis 2018. Nach einem Einsatz in Hannover hat er in Kassel jetzt Verantwortung für zwei Einkaufszentren.
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Martin Wimberger war bereits von 2012 bis 2018 Manager vom City-Point in Kassel. Jetzt ist er in dieser Funktion zurück und leitet zugleich auch das Dez im Stadtteil Niederzwehren.

Kassel – Für viele Ladenbetreiber und Einzelhandelskollegen ist es ein unverhofftes Wiedersehen: Martin Wimberger, der von 2012 bis 2018 den City-Point am Königsplatz gemanagt hat, ist auf diesen Posten zurückgekehrt. Und das ist nicht die einzige Überraschung: Zugleich leitet der 58-Jährige seit diesem Monat in Personalunion auch das Einkaufszentrum Dez in Niederzwehren.

Beides sind Häuser des Hamburger Einkaufszentrenbetreibers ECE. Dazu gehört auch die Ernst-August-Galerie in Hannover, wo Wimberger in den vergangenen fünfeinhalb Jahren tätig war und die Neustrukturierung mit einigen Umbaumaßnahmen begleitet hat. Wohnen geblieben ist Wimberger aber die ganze Zeit über vor den Toren Kassels, nämlich in Espenau, mit Ehefrau und kleiner Tochter. Weiterer Familienzuwachs ist unterwegs, für den Handelsmanager entfällt nun das Pendeln. „Ich bin dankbar, dass sich das so ergeben hat“, sagt Wimberger.

Der Hintergrund dafür sind zwei andere Personalien bei ECE in Kassel. Margaret Stange-Gläsener, die seit 2019 das Dez geleitet hatte, ist Ende vergangenen Jahres in Ruhestand gegangen. Und Sven Martens, der 2022 als Chef in den City-Point gekommen war, hat das Unternehmen verlassen. Häufige berufliche Ortswechsel gehören in diesen Funktionen zum Job. Da waren Wimbergers erste sechs Jahre in Kassel eine vergleichsweise lange Strecke, an die der gebürtige Bremer nun wieder anknüpfen kann.

Dass City-Point und Dez aus einer Hand geleitet werden, sei schon länger im Gespräch gewesen, sagt Martin Wimberger. Er finde es reizvoll, für zwei „so unterschiedliche Center“ Verantwortung zu haben – das Dez mit seiner Kundschaft, die der Einkaufsstätte teils schon über Generationen die Treue hält und oft den gesamten Einkaufsbedarf mit einem Auto-Stopp dort erledigt. Und andererseits den City-Point, der eher Abwechslung suchende Innenstadtbummler und ein deutlich jüngeres Publikum anzieht.

Wimberger hat sich zum Ziel gesetzt, „jeden Tag an jedem der beiden Standorte“ zu sein und sich den Arbeitstag entsprechend aufzuteilen. Große Umbau-Kraftakte oder Jubiläumsprogramme stünden aktuell nicht auf der Agenda, wohl aber Investitionen zum Stichwort Nachhaltigkeit. So solle im City-Point die gesamte Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgerüstet werden. Im Dez ist das schon umgesetzt, auf dem dortigen Parkplatzgelände soll laut Wimberger „eine zweistellige Zahl“ an Lademöglichkeiten für E-Autos geschaffen werden.

Eine Hauptaufgabe hier wie dort ist es laut dem Manager aber, ungenutzte Ladenflächen auszulasten. Seit der Coronazeit sei diese Aufgabe herausfordernder geworden, aber die Lage „erholt sich langsam“, meint Wimberger.

Vor allem im City-Point ist an verschiedenen Stellen Leerstand augenfällig; von rund 60 Geschäften sind laut Wimberger aktuell etwa zehn vakant. Manchmal aber täusche der flüchtige Kunden-Eindruck; etwa wenn hinter Bauwänden schon an einer Zusammenlegung oder Neukonzeption von Flächen gearbeitet werde. „Da tut sich insgesamt ziemlich viel“, so der Centermanager. So sei man für die prominente Fläche links vom Königsplatz-Eingang des City-Point „in Endverhandlungen mit einem sehr attraktiven Mieter“. Im Dez zieht sich die Wahrnehmung unbespielter Flächen stärker auseinander, Vor wenigen Tagen hat dort der regionale Modehändler Vockeroth auf der großzügigen Fläche einer früheren Esprit-Filiale neu eröffnet. Von rund 100 Läden im Dez sind laut Wimberger sechs derzeit ungenutzt; für vier davon sei man aber in Verhandlung mit Interessenten.

Der neue Gemeinschafts-Chef von Dez und City-Point ist optimistisch, dass die beiden Einkaufszentren auch künftig ihre Attraktivität fürs Publikum behalten und sich gegen den Vertriebsweg Internet behaupten können. Das Einkaufserlebnis, das viele Menschen suchen, sei „mehr als bloße Warenbeschaffung“, sagt Wimberger.

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