Internetkriminalität

Knapp eine Million Phishing-SMS verschickt: Vier Tatverdächtige in Frankfurt festgenommen

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Mit ihrem erbeuteten Geld gehen die verdächtigen Männer in Frankfurt Luxus-Shoppen. Kurze Zeit später werden sie festgenommen – und sitzen nun in Untersuchungshaft.

Frankfurt – Wegen besonders schweren Fällen von Computerbetrugs und massiven Daten-Phishings mit dem Versand von rund einer Million SMS hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen fünf Beschuldigte Verfahren eingeleitet. Vier der beschuldigten Männer sitzen in Untersuchungshaft, ein weiterer ist noch immer auf der Flucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei in Frankfurt am Mittwoch (15. Mai) mitteilen.

Verdächtige sollen rund eine Million Phishing-SMS verschickt haben – Festnahme in Frankfurt

Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Frankfurt im November und Dezember 2023 Haftbefehle gegen vier der Beschuldigten erlassen. Die Männer im Alter von 19 bis 27 Jahren seien in Frankfurt festgenommen worden, wie ein Polizeisprecher gegenüber dem hr sagte. Seitdem befinden sie sich in Untersuchungshaft.

Unbekannte sollen rund eine Million Phishing-Nachrichten verschickt haben, um an Kreditkartendaten zu gelangen. (Symbolfoto)

Die Beschuldigten sollen laut Mitteilung in zwei Fällen insgesamt rund 950.000 Phishing-Nachrichten versendet und dadurch an Zehntausende Kreditkarten-Daten gelangt sein. Anschließend sollen sie mit den Daten Zahlungen in Höhe von mindestens 43.000 Euro getätigt haben.

Mehrere Zehntausend Euro erbeutet – und in Frankfurt für Luxusgegenstände ausgegeben

Im ersten Fall sollen die Beschuldigten innerhalb weniger Tage etwa 650.000 Phishing-Nachrichten versendet und dadurch rund 800 Kreditkartendatensätze erlangt haben. Sie sollen Zahlungen in Höhe von mindestens 36.000 Euro mit den unrechtmäßig erworbenen Zahlungskarten getätigt haben. Bei der Auswertung der technischen Geräte der Verdächtigen seien mithilfe des Bundeskriminalamts mehr als 26.000 Kreditkartendatensätze entdeckt worden.

Die Männer sollen vorgetäuscht haben, dass die Phishing-Nachrichten von Paketzustellern, Unterhaltungs- oder Telekommunikationsunternehmen stammten. Die Empfänger seien dann aufgefordert worden, die Webseite der jeweiligen falschen Firma zu besuchen und dort ihre persönlichen Daten sowie Kreditkarteninformationen einzugeben.

Polizei warnt vor Links in E-Mails, SMS und auf den sozialen Netzwerken

Die Polizei Frankfurt weist darauf hin, keine SMS oder E-Mails von unbekannten Absendern zu öffnen. Nutzer sollten Rufnummern oder E-Mail-Adressen genau prüfen, bevor sie auf Links klicken und Anhänge öffnen. Dies gilt laut Mitteilung auch für Links in sozialen Netzwerken. Betrüger nutzten gefälschte Webseiten, um persönlichen Daten zu stehlen. Persönliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkartennummern sollten niemals auf verdächtigen Websites eingegeben werden.

Es besteht laut Polizei der Verdacht, dass sie mit diesen Kreditkartendaten nach Deutschland eingereist sind und in Frankfurt unter anderem Luxusgüter gekauft haben. Die Ermittlungen in den Verfahren, insbesondere hinsichtlich möglicher weiterer Mittäter, sind noch nicht abgeschlossen. (nok)

Rubriklistenbild: © Imago

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