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Knut John (SPD) kümmert sich als Beauftragter der Landesregierung um die Provinz. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der enge Kontakt vor Ort.
Eschwege/Wiesbaden – Der ehemalige Landtagsabgeordnete Knut John hat jetzt eine neue Aufgabe für die Landesregierung übernommen. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hat am Montag, 7. Oktober, den Eschweger als neuen Beauftragten der Hessischen Landesregierung für ländliche Räume in seinem Amt begrüßt.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im engen Kontakt vor Ort, mit dem Ziel, lebensnahe und lösungsorientierte Ideen für die Hessinnen und Hessen zu entwickeln. „Die Entwicklung und Stärkung der ländlichen Räume genießt hohe Priorität für die Landesregierung“, sagte Mansoori während der Vorstellung.
Knut John verfügt über langjährige Expertise im Themenfeld ländlicher Raum
John verfügt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums über langjährige Expertise im Themenfeld demografischer Wandel und Zukunft des ländlichen Raumes. Als ehemaliges Mitglied des Landtages kenne er die Situation in Hessen sehr gut und sei ein ausgewiesener Fachmann seiner Materie.
Koalitionsvertrag
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD haben die beiden hessischen Regierungsparteien unter Punkt V „Den ländlichen Raum stärken“ Folgendes festgehalten: „Wir wollen auch künftig dafür sorgen, dass es überall in Hessen attraktive Lebensbedingungen gibt, ob in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main oder im nordhessischen Eschwege.
Die Menschen sollen dort leben können, wo sie es wollen, und nicht wegen Arbeit oder Ausbildung fortziehen müssen, wenn sie lieber in ihrer Heimat bleiben möchten. Wir messen der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse eine hohe Bedeutung bei, denn eine ausgeglichene Bevölkerungsentwicklung in allen Landesteilen entlastet die Ballungsräume und kommt den ländlichen Räumen zugute.“
John war bis 2023 Abgeordneter und Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für ländlichen Raum, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Knut John ist von Beruf ausgebildeter Ökotrophologe und Meister im Metzgerhandwerk. Er wohnt mit seiner Familie bei Eschwege und betreibt dort einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb. Für die Lebensmittelkette Tegut hat er das Konzept der „Lädchen für alles“ entwickelt.
Hessen besteht zu 85 Prozent aus ländlichen Räumen
Die kleinen, zum Teil von Vereinen bewirtschafteten Lebensmittelläden sollen die Versorgungslücke in Orten ohne Nahversorger beheben. Inzwischen gibt es davon gut zwei Dutzend im Verbreitungsgebiet von Tegut. 14 davon befinden sich in Hessen, allein vier im Werra-Meißner-Kreis.
Laut Entwicklungsplan für den ländlichen Raum umfasst der Anteil ländlicher Räume 85 Prozent der Landesfläche Hessens. Der Anteil der dort lebenden Menschen beträgt rund 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die räumliche Situation, Siedlungsdichten und Infrastruktur wirken sich auf nahezu alle Lebensbereiche aus.
Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und ländlichen Räumen als Ziel
„In den Politikfeldern Mobilität, Energie, Wohnen, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung müssen die unterschiedlichen Bedingungen von Städten und ländlichen Räumen sowie Stadt-Land-Beziehungen berücksichtigt werden“, sagt Mansoori.
Gleichwertige Lebensverhältnisse seien für die Landesregierung ein zentrales politisches Ziel, für das er sich weiter einsetze, erklärte John, der seine Arbeit bereits im August aufgenommen hat. Sein Ziel sei es, die Lebensverhältnisse in diesen Regionen weiter zu stärken. „Ich will den Menschen bewusst machen, welches Potenzial hier besteht und wie die vielen Fördermöglichkeiten zielgerichtet eingesetzt werden können.“