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Am Samstag wurde die zwei Tonnen schwere Fichte auf dem Königsplatz aufgestellt. Eine Neuheit gibt es dieses Jahr: Der Baum wird nicht nur mit Lichtern geschmückt.
„Da fehlen aber noch die Kugeln“, ruft ein Passant, als er am frisch aufgestellten Weihnachtsbaum auf dem Königsplatz vorbeiläuft. Kugeln, genauer gesagt Goldkugeln, wird der Baum erst heute bekommen, weiß Andrea Behrens, Bereichsleiterin von Kassel Marketing. Das sei in diesem Jahr eine Neuheit: „Normalerweise wird der Baum nur mit Lichtern geschmückt“.
Doch in diesem Jahr werde der Weihnachtsbaum passend zu seinem Namen verschönert: „Der Baum heißt Marie nach dem Motto des Märchenweihnachtsmarktes, das in diesem Jahr Frau Holle ist.“ Passend zu Frau Holles Stieftochter Goldmarie gebe es daher in diesem Jahr Goldkugeln. Bereits seit 30 Jahren werde der Baum nach dem Motto des Märchenweihnachtsmarktes benannt.
Im Sommer werden verschiedene Bäume in Nordhessen begutachtet
Damit ist die Aufgabe von Kassel Marketing noch nicht getan: Andrea Behrens begutachtet jedes Jahr bereits im Sommer verschiedene Bäume in Nordhessen, dieses Jahr hat die Fichte aus Breuna-Oberlistingen überzeugt. Bei den Besuchen werde nicht nur beurteilt, wie schön das Gewächs ist.
„Da schauen wir auch, ob der Baum erreichbar über einen Kranwagen ist und ob in der Straße so ein großer Hänger stehen kann“, sagt Behrens und deutet auf den Schwertransporter, mit dem die große Pflanze am Samstagmorgen um 4.30 Uhr von Oberlistingen nach Kassel transportiert wurde. Schon kurz vor 6 Uhr ist der Baum in Kassel auf dem Königsplatz: Zeit, den Baum aufzustellen.
Edwin Heublein muss sich konzentrieren beim Aufstellen des Kasseler Weihnachtsbaumes
Für Edwin Heublein von Heublein Gartenbau, der gemeinsam mit der Feuerwehr dafür zuständig ist, den Baum sicher zu befestigen, bedeutet das höchste Konzentration. Zunächst wird die Fichte, deren Stamm eineinhalb Meter im Boden des Königsplatzes verankert wird, mit einem Haken in der Luft gehalten.
Damit der Baum gerade steht, heißt es für Edwin Heublein mehrmals unter den Baum kriechen. Er passt Stäbe aus Holz an, versenkt sie in das Loch neben dem Stamm. Der Kasseler ist bereits zum vierten oder fünften Mal mit der Aufstellung des Baumes beauftragt, trotzdem sagt er: „Es ist egal, wie viele Bäume du gemacht hast, jeder Baum ist anders.“
Erleichterung ist groß, als der 16 Meter große Baum steht
Als Heublein nach einer guten Stunde den Haken vom Baum entfernt, ist die Erleichterung auch bei Andrea Behrens groß: „Wir haben es geschafft“, seufzt sie. Die knapp zwei Tonnen schwere, 40-jährige Fichte steht nun auf dem Königsplatz. Mit ihren 16 Metern beeindruckt sie auch so manche Passanten: „Wow“, sind die Worte eines Mannes am frühen Samstagmorgen.
Gut gefällt die Fichte auch Yuliaa Hnatuik, Larysa und Mariaa Filatova: Die drei ukrainischen Frauen machen mittags Fotos vor dem Baum. Sie kommen schon langsam in Weihnachtsstimmung: „Ich finde Weihnachten in Kassel wunderbar“, sagt Larysa Filatova. Yuliia Hnatuik fügt hinzu: „Ich freue schon auf den Glühwein beim Weihnachtsmarkt.“
Kasseler lobt Weihnachstbaum: „Schöner als der in Frankfurt“
Besonders überzeugt vom Baum auf dem Königsplatz ist ein 80-Jähriger, der gemeinsam mit seiner Frau in der Stadt unterwegs ist: „Wie immer ist der Baum in Kassel schöner als der in Frankfurt“, sagt er und fügt hinzu: „Wir kommen zwar öfter zu kurz, aber beim Weihnachtsbaum liegen wir immer vorne.“
Weniger Begeisterung zeigt Andrea Gabel, sie findet zwar den Baum „wirklich wunderschön“. Gleichzeitig fragt sie: „Wie kann man diesen hübschen Baum nur fällen?“
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