ISS-Batterieblock

Trifft Weltraumschrott das Rhein-Main-Gebiet? Luftwaffe gibt Entwarnung

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    Florian Dörr
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Eine tonnenschwere Weltraumbatterie fliegt auf die Erde zu. Teile könnten heute einschlagen. Das Rhein-Main-Gebiet bleibt offenbar verschont.

+++ 20.21 Uhr: Die Weltraumbatterie wird Hessen nicht treffen. Wie die Deutsche Luftwaffe beim Portal X gegen 20 Uhr mitteilt, stürzt die Batterie um 20.17 Uhr in den Pazifik – also bereits vor ein paar Minuten. „Entwarnung für Deutschland“, schreibt das „Team Luftwaffe“.

+++ 16.22 Uhr: In Frankfurt kommt es am Freitag wohl zu keinem Einschlag einer Weltraumbatterie. Nach Berechnungen vom BBK mit Stand von 14.57 Uhr gibt es nun keinen Bodenspurenkorridor über dem Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen mehr. Der Weltraumschrott überfliegt gegen 19.19 Uhr lediglich den äußersten Norden des Bundeslandes und somit den Kreis Kassel.

Trifft Weltraumschrott das Rhein-Main-Gebiet? Mögliche Phänomene am Himmel über Frankfurt

+++ 15.10 Uhr: Was passiert am späten Freitagnachmittag (8. März) am Himmel über Frankfurt? Erwartet wird, dass dann der Weltraumschrott, der vor drei Jahren von der ISS abgestoßen wurde, über die Region fliegt. Unklar ist, ob Teile des ursprünglich 2,6 Tonnen schweren Batterieblocks ausgerechnet im Rhein-Main-Gebiet einschlagen.

Sicher scheint dagegen: Der Weltraumschrott wird nicht als kompaktes Einzelteil auf ein ganz eng begrenztes Gebiet fallen, sondern wohl eine längere Trümmerschleppe ziehen. Holger Krag erklärt als Leiter des Esa-Programms für Weltraumsicherheit gegenüber tagesschau.de: „Man wird in dem betroffenen Gebiet eher alle 10 oder 20 Kilometer ein kleineres Teil erwarten.“

Laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt kann in der Nähe des Wiedereintritts ein Überschallknall und auch eine Art Sternschnuppe zu sehen sein. Dass dies ausgerechnet über Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet passieren wird, erscheint unwahrscheinlich. Gegen 17.52 Uhr soll Gewissheit herrschen, wenn der Weltraumschrott nach Berechnungen die Region erreicht.

Trifft Weltraumschrott das Rhein-Main-Gebiet? Feuerwehr wendet sich an Bevölkerung

Update vom Freitag, 8. März, 12.58 Uhr: Am späten Freitagnachmittag ist es soweit: Der vor drei Jahren von der ISS abgeworfene Weltraumschrott überfliegt Hessen, Teile könnten im Rhein-Main-Gebiet einschlagen. Unter anderem liegt Frankfurt im gefährdeten Korridor.

So auch Wiesbaden. Dort heißt es: „Die Feuerwehr Wiesbaden bittet darum, wegen möglicher Leuchterscheinungen oder eines Überschallknalls nicht den Notruf zu wählen. Die Nummer 112 ist nur für Notfälle gedacht, bei denen es um Leib und Leben geht.“

Auch in Nordhessen könnte demnach ein Leuchten am Himmel zu sehen sein. Eventuell sogar noch deutlicher als im Rhein-Main-Gebiet – schließlich überfliegt der Weltraumschrott Kassel und Umgebung erst eineinhalb Stunden später, um 19.23 Uhr, wenn es bereits dunkler ist.

Erstmeldung vom Freitag, 8. März, 10.23 Uhr: Weltraumschrott, der vor drei Jahren von der Internationalen Raumstation ISS abgeworfen wurde, ist auf dem Weg zur Erde. Heute (8. März) sollen Teile des tonnenschweren Batterieblocks, die nicht beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen, auf dem Planeten einschlagen. Auch Hessen und Teile des Rhein-Main-Gebiets liegen nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im gefährdeten Korridor. Dort heißt es: „Erste Analysen des deutschen Weltraumlagezentrums haben ergeben, dass Teile der Batteriepakete den Wiedereintritt überstehen und die Erdoberfläche erreichen können.“

Der Weltraumschrott zieht dreimal über Deutschland seine Bahn, zweimal überfliegt die Batterie Hessen.

Weltraumschrott könnte Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet treffen

Was bedeutet das konkret für das Rhein-Main-Gebiet? Zwei Mal soll der ISS-Weltraumschrott bei seinen Runden um die Erde nach aktuellen Prognosen Hessen überfliegen: Das erste Mal überquert der Batterieblock Mittelhessen und Teile des Rhein-Main-Gebiets um 17.52 Uhr deutscher Zeit. Nur eineinhalb Stunden später, gegen 19.23 Uhr, folgt der zweite Überflug, diesmal hauptsächlich über Nordhessen.

In dem ersten Hessen-Korridor, auf dem Teile des Batterieblocks, der vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre rund 2,6 Tonnen wiegt und groß ist wie ein Auto, liegen mehrere Städte und Gemeinden in Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet. Konkret betroffen sind demnach vom Weltraumschrott-Überflug um 17.52 Uhr folgende Gebiete in der Region:

Weltraumschrott überquert Hessen: Städte und Landkreise im gefährdeten Korridor

  • Rheingau-Taunus-Kreis
  • Hochtaunuskreis
  • Wiesbaden
  • Main-Taunus-Kreis
  • Frankfurt am Main
  • Limburg-Weilburg
  • Lahn-Dill-Kreis
  • Gießen
  • Wetteraukreis
  • Vogelsbergkreis
  • Main-Kinzig-Kreis
  • Fulda
  • Hersfeld-Rotenburg

Das zeigt eine Karte, die das BKK am Donnerstag (7. März) veröffentlicht hat. Dort heißt es zur Einschätzung der Gefährdung allerdings auch: „Vor dem Wiedereintritt überfliegt das Objekt mehrmals das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Eine Gefährdung für Deutschland wird derzeit jedoch als statistisch unwahrscheinlich angesehen.“ Schließlich überfliegt der Weltraumschrott nicht nur Hessen, sondern den gesamten Planeten.

Viele Unsicherheiten vor Weltraumschrott-Eintritt in Atmosphäre

Noch bestehen entsprechend Unsicherheiten: Wie groß werden die Teile des Batterieblocks sein, die auf der Erde einschlagen? Und vor allem: Wo genau wird es zu Einschlägen kommen? Sollten sich Hinweise abzeichnen, dass der Wiedereintritt das Rhein-Main-Gebiet, Hessen oder andere Teile Deutschlands betrifft, so werden laut BKK „die bestehenden Krisenreaktionsmechanismen und Informationswege genutzt, um auf eine mögliche Gefährdung zu reagieren.“

Rubriklistenbild: © Screenshot BBK

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