Die Bahnstrecke im Bereich Gelnhausen wird über Ostern für eine Woche komplett gesperrt. Der Grund sind Bauarbeiten im Gleisbereich im Zuge des Ausbaus der Kinzigtalbahn.
Gelnhausen - Der Startschuss für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hanau und Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis ist gefallen: Am 2. Januar startete die Deutsche Bahn an mehreren Stellen in Gelnhausen mit den Hauptarbeiten für das Großprojekt.
Bahnstrecke im Main-Kinzig-Kreis ab Ostern eine Woche gesperrt
In diesem Jahr sind zehn Bauphasen vorgesehen, wie Carsten Philipp Rohmann, Technischer Projektleiter für die Ausbaustrecke von Hanau nach Gelnhausen, berichtet. Bauabschnitt 1a hat bereits begonnen: Bis Ende März will die Bahn alle Arbeiten im Bereich Gelnhausen abgeschlossen haben, die ohne eine Sperrung zu erledigen sind. Bauabschnitt 1b ist direkt im Anschluss vom 29. März bis zum 5. April vorgesehen und wird unter Vollsperrung der Strecke von Gelnhausen nach Hailer-Meerholz erfolgen.
„Unser Ziel ist es eigentlich, so zu bauen, dass es niemand mitbekommt“, betont Rohmann. Ziel sei auch, „die betrieblichen Störungen möglichst gering zu halten“, konkretisiert der Projektleiter der DB InfraGO AG.
Trotz dieser Bemühungen der Bahn lassen sich Beeinträchtigungen für Zugreisende und Autofahrer bei der Umsetzung eines solchen Großprojekts nicht vermeiden. So war die Bahnstrecke im November wegen der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Gelnhausen für sechs Tage komplett gesperrt. Stattdessen verkehrten zwischen Hanau und Schlüchtern Ersatzbusse mit deutlich längeren Fahrtzeiten. Schienenersatzverkehr wird auch über Ostern im Einsatz sein müssen.
Die Hauptarbeiten für den viergleisigen Ausbau in der Barbarossastadt umfassen in erster Linie drei Punkte: Im direkten Umfeld des Gelnhausener Bahnhofs werden vor allem Gleise zurückgebaut. Dies ist notwendig, um Platz für den späteren Tiefbau und die Baugruben zu schaffen. Ein zweiter wesentlicher Punkt sind Erdbauarbeiten. Dafür sei im ersten Schritt eine provisorische Umverlegung des Bauwerks erforderlich, die voraussichtlich ab Herbst sichtbar werde.
Der Umbau der „Westspangen“-Brücke wird nach Angaben der Bahn in den kommenden Jahren unter Beibehaltung aller Fahrspuren erfolgen. Dafür werde eine Behelfsbrücke für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger gebaut. Seit gut zwei Wochen laufen nun die Hauptarbeiten der Bahn in Gelnhausen. Drei alte Logistikgleise, Schienen und Schwellen wurden rückgebaut sowie Erde, Schotter und andere Baumaterialien bewegt.
Fahrplan für die ersten Bauabschnitte vorgestellt
Die spürbaren Auswirkungen der Arbeiten in Gelnhausen halten sich für Bahnreisende bislang und auch in den nächsten Monaten in engen Grenzen. Eine Veränderung betrifft den Zugang beziehungsweise Ausstieg am Bahnhof, der nur noch über die östliche Seite des Empfangsgebäudes möglich ist. Die westliche Seite ist aufgrund der Vorbereitungen für die neue Personenunterführung gesperrt.
Am Bahnhof wird das Vordach sukzessive zurückgebaut. „Unsere Kunden sollen aber trotzdem nicht im Regen stehen“, sagt Rohmann. Deshalb hat die Bahn fünf Wetterschutzhäuser aufgestellt, „so viele wie vermutlich an keinem anderen Bahnhof im ganzen Bundesgebiet“. Drei der Häuschen werden übrigens auch nach Abschluss des Umbaus in Gelnhausen bleiben und am Endbahnsteig platziert werden. „Wenn wir fertig sind, hat Gelnhausen quasi einen neuen Bahnhof“, sagt der Projektleiter.
Autofahrer müssen in den ersten beiden Bauabschnitten keine Einschränkungen befürchten. Zwar sind vorbereitende Arbeiten für die Umverlegung der „Westspangen“-Brücke und eine komplette Erneuerung des Bauwerks geplant. Bis Ostern und darüber hinaus werde das aber keine spürbaren Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben. Wie es danach aussieht, darüber wird die Bahn informieren. Ziel sei es, dass der Fahrbetrieb nach der Osterpause regulär weiterlaufen kann.
Wenn die ersten beiden Bauabschnitte abgeschlossen sind, wird die Bahn den Fokus im Sommer auf den Bahnhof in Lieblos legen, ehe sie sich im Herbst wieder Gelnhausen zuwendet. Auch dann ist noch einmal eine Totalsperrung in diesem Bereich geplant, die aber voraussichtlich kürzer ausfallen wird als die an Ostern. (mb)