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Frankfurt rauscht im Deutschland-Ranking ab – So unbeliebt wie Dortmund und Essen

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Frankfurt als Stadt hat viel zu bieten. Laut einer Umfrage möchten jedoch nur etwa 3 Prozent der Deutschen gerne in der Finanzmetropole leben. Die hohen Mietpreise sind nur ein Grund.

Frankfurt – Im letzten Jahr schaffte es Frankfurt weltweit auf Platz 7 der Städte mit der höchsten Lebensqualität. Bei der jährlichen Bewertung des Wirtschaftsmagazins The Economist wurde die Mainmetropole als einzige deutsche Stadt in die Top 10 gewählt. Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa zeigt wiederum, dass Frankfurt trotz der hohen Lebensqualität nicht zu den beliebtesten Städten des Landes gehört.

In der repräsentativen Umfrage antworteten nur rund drei Prozent der 2.048 Befragten auf die Frage, in welcher deutschen Großstadt sie am liebsten leben würden, mit Frankfurt. Das reicht im Ranking nur zu Platz sechs. Nur Dortmund und Essen schneiden noch schlechter ab als die Stadt am Main.

Die Sonne geht unter am Horizont hinter Frankfurt.

Frankfurt im Beliebtheits-Ranking abgestürzt – Auch Einwohnerzahl sinkt

Das schlechte Ergebnis der Umfrage für Frankfurt spiegelt sich auch in der Bevölkerungsentwicklung der Stadt wider. 2010 zählte Frankfurt nur rund 680.000 Einwohner. 2021 lebten zwar rund 760.000 Menschen in der größten Stadt Hessens. Doch für das Jahr 2021 wurde von Statista erstmals seit 10 Jahren wieder ein Rückgang der Einwohnerzahl berechnet. Die Flucht aufs Land in den Taunus scheint, aufgrund der ruhigeren Lage und des etwas entschleunigten Lebens, für viele Menschen ein Wunschziel zu sein.

Das sind die wichtigsten Wolkenkratzer in Frankfurt

Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.
Die Frankfurter Skyline gehört zu den absoluten Wahrzeichen der Stadt am Main. 18 der insgesamt 19 deutschen Wolkenkratzer stehen in Mainhattan.  © Boris Roessler/dpa
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch.
Mit 259 Metern ist der Commerzbank Tower nicht nur das höchste Gebäude in Deutschland, sondern auch in der EU. Zählt man die Antenne mit, ist die Konzernzentrale der Commerzbank sogar ganze 300 Meter hoch. © Frank Rumpenhorst/dpa
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze.
Nur knapp kleiner (256 Meter) ist der Messeturm von Architekt Helmut Jahn geraten. Der Turm besticht mit seiner charakteristischen Spitze. © Daniel Reinhardt/dpa
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch.
Jedes Jahr quälen sich beim SkyRun tausende Läufer die 1.202 Treppenstufen des Messeturms hoch. © Arne Dedert/dpa
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und ist mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt.
Westend 1 beherbergt den Hauptsitz der DZ Bank und mit seinen 208 Metern das dritthöchste Gebäude der Stadt. © Arne Dedert/dpa
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.
Mit seiner markanten gläsernen Fassade und der roten Antenne ist der runde Main Tower (Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen) stets gut zu erkennen.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.
Der Tower 185 in der Friedrich-Ebert-Anlage misst exakt 200 Meter und ist der Hauptsitz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. © Emily Wabitsch/dpa
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.
Inmitten des Bankenviertels besticht der Omniturm (189,9 Meter) durch seinen „Hüftschwung“ und die Tatsache, dass er kein Finanzinstitut, sondern Büros und Wohnungen beherbergt.  © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Nicole Brevoord
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt hier etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und ist nicht die Zentrale einer Bank, sondern beherbergt ein 4-Sterne Hotel.
Auch das Hochhaus „One“ (190,9 Meter) fällt etwas aus der Reihe. Es ist Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes und damit ebenfalls nicht die Zentrale einer Bank, sondern der Sitz eines 4-Sterne Hotel.  © Arne Dedert/dpa
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter.
Die Zentrale der DekaBank im Westend von Frankfurt besitzt die Form eines Dreiecks und wurde im Jahr 1993 fertiggestellt. Das Gebäude hört auf den Namen Trianon und misst 186 Meter. © Arne Dedert/dpa
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung.
Nur einen Meter kleiner ist der Sitz der Europäischen Zentralbank im Ostend der Stadt. Von hier aus wacht die EZB über die europäische Währung. © Boris Roessler/dpa
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands.
Knapp 180 Meter misst der Grand Tower im Europaviertel und ist damit das höchste Wohnhochhaus Deutschlands. © Hannes P. Albert/dpa
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.
Kein Hochhaus, aber dennoch das höchste Bauwerk in Frankfurt: der Europaturm. Der „Ginnheimer Spargel“ in Bockenheim ist ein Fernmeldeturm und misst 337,5 Meter.  © Sebastian Gollnow/dpa
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight.
Besonders bei Nacht ist der Anblick der Frankfurter Skyline ein Highlight. © Arne Dedert/dpa

Insgesamt scheint die Lust auf ein Leben in der Großstadt landesweit gering zu sein. Fast ein Drittel der dpa-Umfrage möchte demnach in keiner der zehn deutschen Großstädte wohnen. Am beliebtesten sind laut der Umfrage Hamburg und München. Etwa 16 Prozent würden gerne in der zweitgrößten Stadt Deutschlands oder der bayrischen Landeshauptstadt leben.

Im Ranking abgeschlagen: Frankfurt ist mehr als nur eine Finanzstadt

Ein Grund für die geringe Beliebtheit von Frankfurt in Deutschland sind die hohen Mietpreise. Im 3. Quartal 2022 stiegen die Mieten laut Statista im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,2 Prozent auf 14,16 Euro pro Quadratmeter an. Dem Klischee als reiche Finanzmetropole wird Frankfurt in dieser Hinsicht mehr als gerecht. Doch auch die beliebten Städte Hamburg und München haben mit hohen Mietpreisen zu kämpfen. Frankfurt wiederum genießt darüber hinaus unter anderem wegen des Bahnhofsviertels und der hohen Kriminalitätsrate einen schlechten Ruf als hässliche und gefährliche Stadt. Wer Frankfurt aber besser kennt, weiß genau, dass die Stadt wesentlich mehr zu bieten hat. (jsk)

Rubriklistenbild: © Florian Gaul/dpa

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