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Die kontroverse Diskussion um die Wärmepumpe als ökologische Alternative beeinflusst auch die Verkaufszahlen im Kreis Kassel. Gemäß dem bisher geplanten Heizungsgesetz der Bundesregierung sollen Heizungen in Neubauten ab 2024 zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden.
Kreis Kassel – „Die Nachfrage bei Wärmepumpen ist sehr stark zurückgegangen“, sagt Peter Trebing aus Wickenrode, der als stellvertretender Fachgruppenleiter der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Kassel tätig ist. In den vergangenen sechs bis acht Wochen habe er keine einzige Anfrage erhalten.
Verunsicherung bei Kunden und Installateuren
Dies liege an der aktuell unklaren politischen Situation, die zur Verunsicherung bei Kunden und Installateuren führe. „Ich kann momentan keinem Kunden ruhigen Gewissens eine Empfehlung aussprechen“, ergänzt der Mitinhaber der Heizungsfirma Trebing und Trebing in Kassel. Wärmepumpen seien aktuell sehr teuer.
„Ältere Leute möchten keine 40 000 Euro in eine Wärmepumpe investieren“, sagt er. Sein Tipp: Abwarten und keine übereilten Entscheidungen treffen. Ähnlich sieht es auch bei Karl-Werner Fehling von der Firma Fehling-Tec in Immenhausen aus. „Der Verkauf von Wärmepumpen ist drastisch eingebrochen“, sagt er. Vergangenes Jahr habe er noch 49 Angebote erstellt, 2023 seien bisher lediglich neun Angebote geschrieben worden.
Lieferengpässe sorgen für Probleme
Dies liege auch an Lieferengpässen: „Im vergangenen Frühjahr habe ich Anlagen bestellt, die erst jetzt geliefert werden“, berichtet Fehling. Zehn Anlagen könne er aktuell nicht verbauen, weil Teile fehlen. Viele Menschen seien bereit, in umweltschonende Anlagen zu investieren, jedoch nicht unter den derzeitigen Voraussetzungen.
Heizungsbauer Klaus Fliege aus Wolfhagen allerdings ist mit der aktuellen Nachfrage zufrieden: „Das Interesse an Wärmepumpen ist ähnlich groß wie im vergangenen Jahr.“ Besonders aufgrund der überschaubaren Kosten sei sie beliebt. Auch die Lieferzeit der Pumpen habe sich deutlich verbessert und liege zwischen vier und sechs Wochen. Dennoch fordert auch Fliege eine klarere Gesetzeslage. (Annika Beckmann)