VonVolker Niesschließen
Die Wähler in den beiden Fuldaer Landtagswahlkreisen haben für zwei Rekorde gesorgt: Nirgendwo in Hessen war die CDU so stark wie hier. Und nirgendwo in Hessen war die SPD so schwach. Die AfD war hier stark, aber erreichte keine Rekordwerte.
Fulda - Es hat schon Tradition: Ihre besten Ergebnisse holt die Union im Landkreis Fulda. Das gilt auch für die Landtagswahl am Sonntag. Die CDU holte bei den Parteistimmen 42,4 Prozent im Wahlkreis Fulda I (Stadt Fulda–Hünfeld) und sogar 46,7 Prozent im Wahlkreis Fulda II (Rhön-Südkreis). Allein im Wahlkreis Limburg I (41,1 Prozent) kam sie in ähnliche Bereiche. Hessenweit holte die CDU 34,6 Prozent.
Landtagswahl Hessen: So haben die Kommunen in Fulda abgestimmt
Im Landkreis Fulda war die CDU besonders stark in Hilders (53,0 Prozent), Ehrenberg (52,2 Prozent), Hofbieber (51,7 Prozent) und Poppenhausen (50,3 Prozent). Relativ schwach war die CDU in Gersfeld (36,8 Prozent), der Stadt Fulda (39,3 Prozent), in Tann (39,6 Prozent) und in Bad Salzschlirf (41,8 Prozent).
Die AfD holte 24,2 und 23,8 Prozent in den Fuldaer Wahlkreisen. Das ist deutlich mehr als das Landesergebnis (18,4 Prozent). In fünf Wahlkreisen waren die Rechtspopulisten noch stärker als im Landkreis Fulda.
Ergebnisse der Landtagswahl im Detail
Die genauen Ergebnisse der einzelnen Kommunen im Kreis Fulda finden Sie in der Printausgabe der Fuldaer Zeitung vom 10. Oktober oder im E-Paper.
Die Wahlkreis-Übersichten finden Sie hier: Wahlkreis Fulda I, Wahlkreis Fulda II
Ihren höchsten Werte erzielte die AfD in Kalbach (30,2 Prozent), Tann (29,8 Prozent), Nüsttal (29,4 Prozent), Gersfeld (28,8 Prozent), und Bad Salzschlirf (28,1 Prozent). Vergleichsweise schwach schnitt die AfD ab in Poppenhausen (18,7 Prozent), Petersberg (18,8 Prozent), Künzell (19,8 Prozent) und Hofbieber (21,2 Prozent). Aber selbst in ihren schwächsten Gemeinden im Landkreis Fulda lag die AfD noch über dem Hessenschnitt.
Die Grünen schnitten in den Fuldaer Wahlkreisen schlecht ab. Sie erzielten 10,7 und 8,3 Prozent. Nur in drei hessischen Wahlkreisen lag das Ergebnis noch niedriger als 8,3 Prozent. Im Landkreis holten die Grünen ihre besten Ergebnisse in der Stadt Fulda (12,7 Prozent), Petersberg 11,1 Prozent), Künzell (10,6 Prozent) und Dipperz (10,3 Prozent). Gering waren die Stimmanteile in Kalbach (4,6 Prozent), Neuhof (5,4 Prozent), Nüsttal (5,7 Prozent) und Hosenfeld (5,8 Prozent).
Video: CDU gewinnt Landtagswahl in Hessen klar
Deutlich unterboten werden die Grünen von der SPD. Die Sozialdemokraten kamen auf 8,1 Prozent und 7,9 Prozent. Das waren in Hessen mit Abstand die schlechtesten Wahlkreisergebnis. In jedem anderen Wahlkreis lag die SPD zumindest über 10 Prozent. Innerhalb des Landkreises holte die SPD ihren besten Ergebnisse in Tann (11,6 Prozent), Gersfeld (10,7 Prozent), Kalbach (9,7 Prozent) und Eichenzell (8,1 Prozent). Schwach war die SPD in Nüsttal (4,9 Prozent), Hosenfeld (5,1 Prozent), Hilders (5,3 Prozent) und Poppenhausen (5,4 Prozent).
Die Liberalen mussten in der Wahlnacht lange bangen, ehe sie im Landesschnitt die 5-Prozent-Hürde geschafft hatten. Mit den Fuldaer Wahlkreis-Ergebnissen von 4,1 und 4,2 Prozent hätten sie das nicht geschafft. Die Fuldaer FDP lag deutlich unter dem Schnitt. In keiner einzigen Gemeinde im Landkreis Fulda lag die Partei über fünf Prozent. Relativ stark war die FDP in Petersberg und Künzell (je 4,7 Prozent) sowie Fulda und Eichenzell (je 4,4 Prozent). Schlecht waren die FDP-Ergebnisse in Nüsttal (2,5 Prozent), Ehrenberg (3,0 Prozent), Tann (3,3 Prozent) und Ebersburg (3,4 Prozent).
Die Freien Wähler scheiterten hessenweit an der 5-Prozent-Hürde. Auch in den Fuldaer Wahlkreisen reichte es mit 3,4 und 3,8 Prozent nicht. Über fünf Prozent lagen die Ergebnisse der Freien Wähler aber in Poppenhausen (6,7 Prozent) und Ebersburg (6,4 Prozent) – der Heimat ihrer Wahlkreisbewerber. Nah dran an den fünf Prozent lagen sie Bad Salzschlirf und Hosenfeld (je 4,9 Prozent).
