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Wegen eines Unwetters mit Starkregen stand der Südbahnhof bereits unter Wasser. Es gibt weitere Orte in Frankfurt, die man bei extremem Regen meiden sollte.
Frankfurt – Sie sehen heftig aus, die Bilder vom Südbahnhof in Frankfurt, der in einer Unwetternacht im Sommer 2023 im Starkregen schier absoff. Durch die Türen pressten sich Wassermassen, die Rolltreppen hinab strömten Sturzbäche. Weitere Videos zeigen etwa die überflutete Mainzer Landstraße unter der S-Bahn-Station Galluswarte und das Rollfeld am Flughafen, das unter Wasser stand.
Wegen des Klimawandels werden solche Starkregen immer häufiger auftreten, warnt die Stadt Frankfurt auf ihrer Website zum Thema. Die Stadt muss sich darauf einstellen und etwa durch mehr Sinkkästen (Gullys) und Entsiegelung dem Risiko begegnen. Doch auch individuell können Menschen sich informieren, wie man sich bei Starkregen verhalten sollte. Explizit warnt die Stadt Frankfurt auf ihrer Website: „Betreten Sie keine Keller, Unterführungen oder andere überflutete Bereiche: Hier besteht Lebensgefahr!“ Auch Tiefgaragen sollte man meiden. Besondere Vorsicht gilt entlang von Bächen und Flüssen.
Starkregen in Frankfurt: Diese Orte sollte man meiden
Außerdem kann man sich mit der Starkregengefahrenkarte informieren, welche Orte besonders von Wassermassen bei oder nach Starkregen betroffen sind. Auf der Karte sind Orte eingefärbt, an denen sich bei besonders starkem Regen Wasser potenziell sammelt. Dunkelblau heißt 0,5 bis 1 Meter Wasserhöhe, lila heißt, mehr als 1 Meter Wasserhöhe ist möglich. Wir haben uns Szenario II – „außergewöhnlicher“ Starkregen – angesehen (siehe Infobox). Im Folgenden nennen wir die wichtigsten Orte in Frankfurt, abgesehen von Bachläufen, an denen in der Karte lila Flächen eingezeichnet sind.
Die Starkregengefahrenkarte der Stadt Frankfurt
Auf geoportal.frankfurt.de/starkregen können sich Interessierte die „Starkregengefahrenkarte“ anzeigen lassen. Die Karte verdeutlicht, wie schnell, wie tief, wo und in welche Richtung das Wasser bei einem Starkregenereignis in Frankfurt potenziell abfließt oder sich sammelt.
Die Starkregengefahrenkarten basieren auf Computersimulationen, die 2021 im Auftrag des Umweltamtes von einem Ingenieurbüro mit Daten von 2020 durchgeführt wurden. Verschiedene Starkregenereignisse mit unterschiedlichen statistischen Wiederkehrzeiten (Szenarien) können ausgewählt werden: Eines mit einem „seltenen“ Starkregen, der statistisch bislang alle 30 Jahre gefallen ist und 46 Liter pro Quadratmeter gebracht hat; eines mit einem „außergewöhnlichen“, der nur alle 100 Jahre vorkam (56 Liter); schließlich einen „extremen“ Starkregen, der mit einer Regenmenge von 96 Litern pro Quadratmeter noch viel seltener vorkam als nur alle 100 Jahre.
In diesem letztgenannten Szenario gibt es in Frankfurt 1800 betroffene Flächen, und alleine 140 Bahnstationen könnten volllaufen. In Zukunft könnten die Starkregenereignisse durch den Klimawandel häufiger und heftiger werden als in der bisherigen Statistik.
Bei der Simulation der Starkregengefahrenkarten wurden Main, Nidda und Stehgewässer nicht betrachtet. Ebenso wurden die Werksgelände dreier Industrieparks und des Flughafens aufgrund deren großen eigenständigen Entwässerungssystemen nicht betrachtet. (anki/Stadt Frankfurt)
Unterführungen in Frankfurt bei Starkregen meiden
Unterführungen und tiefliegende Bahnstationen sollte man bei Starkregen meiden. Das sieht man auf der Karte deutlich: Die Unterführungen im Südbahnhof, in der Schweizer Straße, an der S-Bahn-Station Stresemannallee und östlich vom Lokalbahnhof in der Siemensstraße sind im Szenario II überflutet.
In der Innenstadt sind der Rothschildpark und das bebaute Gelände hinter dem Mozartplatz, beide nahe der Alten Oper, lila eingezeichnet. Das Gleiche gilt für die Parkanlage vor der Maingau-Klinik an der Eschenheimer Anlage. Besonders stark unter Wasser stehen könnte die Dominikanergasse hinter der Kirche am alten Börneplatz. Ebenfalls in der Innenstadt könnte das Gelände zwischen Deutscher Bank und Maintower unter Wasser stehen. Um den Rechneigrabenweiher in der Langen Straße könnte ebenfalls Hochwasser drohen.
Tunnel und Unterführungen laufen bei Starkregen in Frankfurt voll
Besonders betroffen ist der Theatertunnel zwischen Berliner Straße in der Altstadt und der Gutleutstraße. Das Gleiche gilt für den Hafentunnel unter dem Hauptbahnhof. Hinter dem Museum für angewandte Kunst könnte sich ebenfalls viel Wasser stauen. Lila ist auch der Hof hinter dem Experiminta Museum in Bockenheim eingezeichnet.
In Frankfurt-Höchst ist die Unterführung westlich und östlich des Bahnhofs betroffen, außerdem der Fußweg am Liederbach. Auch auf dem Gelände des Krankenhauses in Höchst sind einige Flächen lila eingezeichnet. In Praunheim ist die Unterführung an der U-Bahn-Station Friedhof Westhausen lila eingefärbt.
Im Osten Frankfurts durfte sich eine Senke in der Autobahn 661 mit Wasser füllen. Für den Offenbacher Teil der Autobahn ist das Szenario hier nicht einsehbar. Die Unterführungen unter der A661 in der Lengfelder Straße und der Huswertstraße in Preungesheim sind ebenfalls als mögliche Überflutungsgebiete gekennzeichnet.
Weitere risikobehaftete Stellen, die mit dunkelblau eingezeichnet sind – hier drohen also bis zu einem Meter hohe Wasseransammlungen – können sich Interessierte auf dem Geoportal anschauen. Hier sind im Innenstadtbereich besonders zu nennen die Ostendstraße, die Rüsterstraße mit Umgebung im Westend, die Hauptwache und die Parkflächen an der Eschenheimer Anlage.
Weitere Gebiete können unter Wasser stehen, wenn ein extremer Starkregen (Szenario III) auftritt (siehe Infobox). (Anna Kirschner)
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