Regionalentscheid

Lena Zerouali ist beste Vorleserin im Werra-Meißner-Kreis

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Bloß nicht verhaspeln: Lena Zerouali begeisterte Jury und Publikum nicht nur mit ihren Vorlese-Fähigkeiten, sondern auch mit ihrer selbstbewussten und charmanten Art.
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Lena Zerouali hat sich im Regionalentscheid gegen die zehn anderen Schulsieger des Landkreises durchgesetzt.

Herleshausen – Bei manchen Menschen schläft man fast ein, wenn sie vorlesen. Bei anderen kann man kaum weghören, weil es so fesselnd ist. Letzteres trifft auch auf Lena Zerouali zu, die die sechste Klasse an der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode besucht. Erst vor Kurzem hat Lena den schuleigenen Entscheid des Vorlesewettbewerbs gewonnen, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr für diese Klassenstufe veranstaltet.

Am Mittwochmorgen nun wurde Lena Zerouali auch noch zur besten Vorleserin des Werra-Meißner-Kreises gekürt: Durchgesetzt hat sich die Sechstklässlerin im Regionalentscheid gegen die zehn anderen Schulsieger des Landkreises.

Lesen, das ist nicht nur für Lena, sondern für alle Teilnehmer des Wettbewerbs etwas Wunderbares. Lesen trainiert die Empathie und die Fähigkeit, nicht nur in fremde Welten abzutauchen, sondern sich auch in andere Schicksale hineinzudenken. Und das Vorlesen bietet die Gelegenheit schlechthin, darüber mit Familie und Freunden zu sprechen. Wer liest, der gewinnt – „und deswegen seid ihr auch alle Sieger“, lobt Regina Nizold, Schulleiterin der Südringgauschule Herleshausen. Die Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe hat in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt den Regionalentscheid Werra-Meißner ausgerichtet – für die reibungslose Organisation verantwortlich zeichnet Deutschlehrerin Andrea Springer.

Andrea Springer hat nicht nur die umfangreichen Vorarbeiten geleistet, sondern sie übernahm auch die Moderation des Wettbewerbs – und sprach den Jugendlichen liebevoll Mut zu. Denn Grund zur Nervosität hatten die elf schulbesten Sechstklässler allemal, schließlich saß ihnen nicht nur ein ganzer Saal voller Zuhörer – Eltern, Verwandte, Freunde und Bekannte – gegenüber, sondern auch eine hochkarätig besetzte, dreiköpfige Jury. Uwe Heinemann, Geschäftsführer der gleichnamigen Buchhandlung Heinemann aus Eschwege, Julia Schöngard, Lehrerin an der Südringgauschule und Fachberaterin für die Bildungssprache Deutsch am Staatlichen Schulamt in Bebra, sowie Andrea Springer bewerteten die jugendlichen Vorleser unter anderem anhand der Kriterien Lesetechnik, Interpretation und Textstellenauswahl.

Bei dem Regionalentscheid mussten die Sechstklässler nicht nur eine selbst gewählte Passage eines ihrer Lieblingsbücher vorlesen, sondern auch einen ihnen vorher völlig unbekannten Fremdtext. Am Ende waren es nur kleine Nuancen, die den Wettbewerb entschieden – und Siegerin Lena Zerouali, so viel ist klar, hat einfach Talent: Mit ihrer angenehmen, weichen Stimme liest sie mal in höherer, mal in tieferer Tonlage vor, fügt Pausen an passenden Stellen ein und schaffte es so, ihr Publikum in eine Szene von „Woodwalkers: Carags Verwandlung“ (Autorin: Katja Brandis) zu ziehen. Alle teilnehmenden Jugendlichen erhalten eine Urkunde sowie ein Buch. Siegerin Lena Zerouali darf zum nachfolgenden Bezirksentscheid fahren. Die Etappen führen über die Bezirks- und Länderebene bis hin zum Bundesfinale mit den 16 Landessiegern am 21. Juni 2023 in Berlin.

Diese Schulsieger waren beim Regionalentscheid dabei

Diese elf Schulsieger haben am Regionalentscheid an der Südringgauschule Herleshausen teilgenommen:

Layla Daouk (Adam-von-Trott-Schule Sontra mit „Das Mädchen, das den Mond trank“ von Kelly Regan Barnhill), Jannis Koch (Johannisbergschule Witzenhausen mit „Die drei Fragezeichen“), Isabell Abel (Freiherr-vom-Stein-Schule Hessisch Lichtenau mit „Mia und der weiße Löwe“), Lena Zerouali (Valentin-Traudt-Schule Großalmerode mit „Woodwalkers“ von Katja Brandis), Heike Barth (Freie Waldorfschule Werra-Meißner mit „Ein Mädchen namens Willow“ von Sabine Bohlmann), Lea Sandrock (Friedrich-Wilhelm-Schule Eschwege mit „Pfeffer und Minze – Zusammen sind wir unschlagbar“ von Sarah Welk), Elias Deperschmidt (Brüder-Grimm-Schule Eschwege mit „Speed-Dating mit Papa“ von Juma Kliebenstein), Carolina Greder (Anne-Frank-Schule mit „Der Clan der Wölfe“ von Kathryn Lasky), Hermine Salomon (Anne-Frank-Schule mit „Forschungsgruppe Erbsensuppe“ von Rieke Patwardhan), Lena Deist (Südringgauschule mit „Pfeffer und Minze – Zusammen sind wir unschlagbar“ von Sarah Welk) und Jolanda Schramm (Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf mit „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren).

(Emily Hartmann)

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