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Polizei warnt vor Masche im Internet: Im Landkreis ist eine Frau auf einen Liebesbetrüger im Internet hereingefallen. Die Polizei nennt die Masche im Fachjargon Love-Scamming – das ist englisch für Liebesbetrug. Nach Angaben der Polizei handelt es sich nicht um Einzelfälle.
Melsungen – Im Landkreis sind Frauen auf einen Liebesbetrüger im Internet hereingefallen. Diese Masche komme regelmäßig vor. Bei Erfolg erbeuten die Täter häufig viele Tausend Euro. Die Kripo im Landkreis ermittelt derzeit in zwei solcher Fälle gegen unbekannten Täter.
Bei der Tatausführung gehen die Betrüger raffiniert vor: Sie legten sich in sozialen Netzwerken und Datingplattformen gefälschte Profile an. Über diese Profile suchten sie nach männlichen und weiblichen Opfern, erklärt Martin Stumpf, Sprecher der Polizeidirektion SchwalmEder. Die Schadenshöhe in dem Fall betrage mehrere Zehntausend Euro, heißt es weiter.
Eine Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist aktuell um mehrere Zehntausend Euro betrogen worden. Die Polizei im Landkreis warnt vor der Masche des Love- und Romance-Scammings. Denn das höchste der Gefühle was Opfer von Liebesbetrügern bekommen, ist ein gebrochenes Herz. Verloren haben sie häufig außerdem Tausende Euro und ihr Vertrauen.
Love-Scamming nennt sich eine Masche, bei der Internetbetrüger sich das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen und sie dann um viel Geld betrügen. Über einen längeren Zeitraum lernen sich der Betrüger und die Opfer „vermeintlich“ kennen, ohne anfangs das Thema Geld anzusprechen.
Die Täter zielen darauf ab, das Vertrauen und die Herzen ihrer Opfer zu gewinnen, was in den beiden aktuellen Fällen im Schwalm-Eder-Kreis geschehen ist: Die Betrüger erschlichen sie sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis hin zu Monaten durch angebliche romantische Gefühle das Vertrauen und die Zuneigung der beiden Frauen.
Danach täuschten sie finanzielle Notlagen und ernsthafte Schwierigkeiten vor. Die Täter baten anschließend gezielt um finanzielle Unterstützung. In dem Glauben, ihren „Freunden“ zu helfen, überwies eines der hilfsbereiten Opfer die hohen Beträge. Die andere Frau erkannte die Betrugsmasche noch rechtzeitig und nahm Kontakt zur Kriminalpolizei in Homberg auf.
Polizeisprecher Martin Stumpf rät: „Gehen Sie nicht auf Forderungen des Scammers ein. Überweisen Sie auf keinen Fall Geld. Lösen Sie auch keine Schecks ein oder leiten Briefe und Päckchen weiter – bewahren Sie solche auch nicht auf. Machen Sie geleistete Zahlungen, wenn noch möglich, sofort rückgängig.“
Er empfiehlt Opfern außerdem, unbedingt Anzeige zu erstatten. Die Strafverfolgung solcher Täter sei zwar schwierig, weil sie aus dem Ausland agierten. „Dennoch sollten Sie den Vorfall auf jeden Fall melden. Das ist besonders wichtig, wenn beispielsweise Banken strafrechtliche Schritte gegen Opfer unternehmen wollen, die unwissentlich gefälschte Schecks eingereicht haben.“
Die Polizei helfe dabei, Beweise für den Betrug zu sichern und auch dabei, den Täter oder die Täter konsequent zu blockieren.
Bei den Ermittlungen können Chatverläufe und ähnliches helfen: „Speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einem Speichermedium wie beispielsweise einem Cloud-Dienst, einer externen Festplatte, einem USB-Stick oder einer CD-ROM ab.“ Überweisungsbelege sollten aufgehoben werden. „Wenn Sie das nicht selbst können, dann lassen Sie sich von computererfahrenen Bekannten und Freunden helfen.“
Es ist zum Beispiel möglich, zu erkennen, woher E-Mail kommen. Selbsthilfeseiten im Internet erklären ebenfalls, wie man sich schützen oder den Schaden minimieren kann. Die Dunkelziffer gilt bei solchen Fällen als hoch, da die Scham der Opfer sie von einer Anzeige abhält. (Damai Dewert)
