Urteil in Indien gefallen

Horrorflug und „seelische Qual“ am Flughafen Frankfurt – Paar klagt gegen Lufthansa

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Ein indisches Ehepaar fühlt sich von der Lufthansa zweimal so schlecht behandelt, dass es die Airline auf Entschädigung verklagt. Das Urteil fällt in Chennai.

Frankfurt/Chennai – Die Lufthansa ist Deutschlands größte Airline und hat ihren Hauptsitz am Flughafen Frankfurt – dem größten Airport der Republik. 2023 betrug das Fluggastaufkommen bei dem Kranich-Konzern rund 60 Millionen Menschen. Zwei davon waren Joju (69) und Jasmine Dominic (65), ein indisches Ehepaar aus der Millionenmetropole Chennai am Golf von Bengalen. Die beiden reisten im Sommer 2023 ins weit entfernte Vancouver. Doch sowohl Hin- als auch Rückreise hinterließen ihre Spuren.

Die Lufthansa muss einem indischen Ehepaar eine Kompensation von rund 600 Euro zahlen.

Wie zwei der größten Tageszeitungen Indiens jetzt berichteten, hatten die Dominics die Lufthansa verklagt, nachdem sie von ihrer Reise wieder zurückgekehrt waren. Den Berichten der „Times of India“ und des „Deccan Herald“ zufolge, muss die Airline zwar eine Kompensation zahlen, doch die reicht dem Paar längst nicht aus. War am Ende alles doch nur halb so schlimm?

Indisches Paar spricht von Horrorflug und fordert Kompensation von Lufthansa

Doch von vorne: Am 12. Juni 2023 waren Joju und Jasmine auf einen Flug von Chennai nach Frankfurt gebucht. Von dort aus sollte es weiter gen Nordpazifik gehen. Mit 90-minütiger Verspätungen ging es dann auch endlich los. Aber an Bord sollen die beiden festgestellt haben, dass ihre Sitze durchnässt seien und Wasser aus der Gepäckablage tropft. Später behaupten sie, die Crew hätte den Umstand mit den klimatischen Gegebenheiten vor Ort erklärt und ihnen geraten, zu Handtüchern zu greifen. Später seien ihnen jedoch andere Plätze angeboten worden.

Nach 10,5 Stunden erreichte der Direktflug schließlich sein Ziel: den Flughafen Frankfurt. Aufgrund der Verspätung verpassten die Dominics ihren Anschlussflug. In Deutschland fühlten sie sich unfreundlich behandelt und beschuldigten die Lufthansa-Mitarbeiter der fehlenden „Priority Assistance“ – einer vorrangigen Unterstützung, die offenbar gebucht worden war. Schließlich wurde das Paar auf einen nachfolgenden Flug nach Kanada umgebucht – verpassten vor Ort allerdings auch noch eine Fähre.

„Seelische Qual“: Paar aus Indien sieht sich am Flughafen Frankfurt schlecht behandelt

Nach 16 Wochen auf Reisen ging es für auf demselben Weg wieder zurück in die Heimat. Doch in Frankfurt hatten Joju und Jasmine wieder Pech. Die Maschine drehte wegen eines Kraftstofflecks um. Auch jetzt fühlten sich der 69-Jährige und die 65-Jährige wieder nicht ihren Ansprüchen genügend wertgeschätzt. Der neue Flug sollte sie erst am darauffolgenden Tag nach Chennai bringen – und sie hätten zwei Kilometer zu einer Unterkunft für die Nacht laufen müssen. Wieso diese Strecke zu Fuß bewältigt werden musste, ist nicht überliefert. Auch eine vorbestellte Rollstuhl-Unterstützung sei ihnen verwehrt worden.

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Schließlich verklagte das Paar die Lufthansa auf rund 3800 Euro – die Kosten ihrer Flugtickets. Das Gericht in Chennai sah das ganze Ausmaß der „seelischen Qual“ dann doch etwas differenzierter und verurteilte die Airline zu einer Strafe in Höhe von rund 600 Euro. Die Dominics haben Berufung angekündigt. (csa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Joaquim Ferreira

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