BÜRGERMEISTERWAHL Stadt zwischen Geschichte und Zukunft

Marcus Dittrich stellt sich Wählervotum in Bad Karlshafen

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Hofft auf Bestätigung durch viele Stimmen: Bürgermeister Marcus Dittrich.
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Am 8. Oktober wird nicht nur der Landtag in Hessen neu gewählt, sondern auch der Bürgermeister von Bad Karlshafen. Es gibt nur einen Kandidaten: Amtsinhaber Marcus Dittrich. Wir stellen ihn vor.

Bad Karlshafen. Marcus Dittrich kommt mit dem Fahrrad angerollt zum Pressegespräch am Flussufer nahe dem Diemelwehr bei Helmarshausen. Er ist gerne in der Natur, zum Entspannen. Dabei ist Gelassenheit eigentlich die auffälligste Eigenschaft des Bad Karlshafener Bürgermeisters, der in acht Tagen erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt werden möchte.

Erste Wahl war knapp

Dass er diesmal keine Gegenkandidaten hat – 2017 gewann er die Stichwahl mit nur einer Stimme Vorsprung – lässt ihn aber nicht auf Wahlkampf verzichten. Er verteilt selbst seine Werbefaltblätter an den Haustüren, macht Bürgergespräche und ist für jeden ansprechbar, auch wenn er kein „Knuddeltyp“ sei, wie er sagt.

Sachpolitik

Die Stimmung im Stadtparlament ist ausgeglichener als früher, der Rathauschef wird von den Fraktionen kaum kritisiert, sie erkennen an, dass er auf Fragen antwortet, Fakten parat hat und immer wieder Geldquellen auftut für die Projekte der dauerhaft finanzschwachen Stadt. Die kann sich nur mit Hilfe von Zuschüssen Projekte leisten wie etwa die aktuelle Rathaussanierung in der Barockstadt oder die Hafenöffnung, ein Projekt, das Dittrich gemeinsam mit dem Schleusenbau, der Umfeldgestaltung und damit verbundenen privaten Maßnahmen in seiner Amtszeit am meisten beschäftigt und Zeit gekostet hat. Besonders stolz ist er aber darauf, dass der Spielplatz im Bahnhofspark überaus gut angenommen werde, sogar von Familien aus Nachbarorten.

Herausforderung

Es sei, so schildert Dittrich, eine große Herausforderung, eine historische Stadt, die Touristenmagnet ist, mit moderner Technik auszustatten und zukunftsfähig zu machen. Aktuell beschäftigen ihn viele weitere Projekte, wie etwa die Belebung der Gastronomie, die nötige Sanierung der Krukenburgruine, das aufgeschobene aber dringend nötige neue Parkplatzkonzept für die Stadt, der Rückbau der Poststraße und die Neubelebung des Rathausplatzes in Helmarshausen einschließlich neuem Museumskonzept mit Cafe.

Wärmekonzept

Der Glasfaserausbau für schnelles Internet ist teilweise fertig und soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Ein Konzept für die Nahwärmeversorgung sei wegen der engen Bebauung der Altstadt realistisch und man prüfe, wie man die mit 45 Grad Celsius geförderte Sole der städtischen Salzquellen dafür nutzen kann.

Eins seiner Ziele aus dem Wahlkampf 2017 ist ihm nicht gelungen: Der Erhalt des Kursaales. Ein Projekt mit neuem Hotel habe sich nicht umsetzen lassen, man arbeite aber weiter daran. Nicht so gut gelungen sei auch der Verkauf des Landgraf-Carl-Gebäudes: „Das hätte professioneller laufen können“.

Tourismus ist wichtiges Geschäft

Da Bad Karlshafen kaum noch Gewerbeflächen hat – es laufen aber Vorgespräche über ein neues Ländergrenzen übergreifendes Gewerbegebiet – liege der wirtschaftliche Schwerpunkt eindeutig beim Tourismus. Zum Glück, so sagt Dittrich, gehe es mit den Kuren wieder aufwärts und zusammen mit Ernährung und Fitness gebe es viele Perspektiven. Und dann steigt Dittrich wieder aufs Fahrrad, weiterarbeiten.

Zur Person

Marcus Dittrich (42) , verheiratet, ein Sohn (6), zwei Töchter (9 und 10), stammt aus Helmarshausen. Nach dem Abitur (damals schrieb er auch als freier Mitarbeiter für die HNA), studierte er in Kassel Politikwissenschaft und in Speyer Verwaltungswissenschaft. Danach war er an der Uni Kassel als Verwaltungsmitarbeiter mit der Koordination in der Prüfungsverwaltung befasst, organisierte die Behandlung in den Gremien und bearbeitete Widersprüche. Seit 2017 ist er Bürgermeister in Bad Karlshafen. (Thomas Thiele)

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