Immer donnerstags

Outdoor-Workout auf der Landesgartenschau: Marie John will „die Fuldaer in Bewegung bringen“

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Marie John bietet immer donnerstags Workout-Kurse auf der Landesgartenschau an – einen morgens und einen abends.
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Wer Marie John trifft, der kann sich gut vorstellen, dem inneren Schweinehund abzuschwören: Denn die 31-Jährige bietet immer donnerstags Workout-Kurse auf der Landesgartenschau an.

Fulda - Beim „Outdoor-Workout im Park“ hat man donnerstags die Qual der Wahl: Marie John ist von 10 bis 11 und von 19 bis 20 Uhr vor der Parkbühne anzutreffen. Die 31-Jährige aus Fulda ist selbstständige Sporttherapeutin und Gesundheitsreferentin und bietet auch in Unternehmen betriebliches Gesundheitsmanagement an. Wichtig ist ihr: „Ich will die Fuldaer in Bewegung bringen.“

Marie John bietet Outdoor-Workout auf Landesgartenschau Fulda an

Wie wichtig Bewegung für den Körper ist, das hat sie selbst erlebt. „Ich hatte viele Jahre mit Essstörungen zu kämpfen, ab dem Alter von 12, bis ich 24 war“, berichtet sie. Damals schwor sie sich: Wenn sie die Krankheit überwindet, vermittelt sie anderen, wie wichtig Bewegung ist. Sie schaffte es – dank Therapie, eines Wohnortwechsels und dem Laufen, das sie für sich entdeckte.

„Gerade das Laufen hat mir extrem geholfen“, betont die Fuldaerin, die erst seit vergangenem Jahr wieder in der Heimat ist: 2011 war sie nach Mainz gezogen, arbeitete auch ein Jahr in Wolfsburg bei VW. Doch im April 2022 zog sie wieder nach Fulda.

Es waren ihre Krankheit und die Brustkrebs-Erkrankung ihrer Mutter, die sie das Leben neu betrachten ließ: Beide starteten 2021 den Podcast „Generation Bewegung“, der immer sonntags um 12 Uhr überall abrufbar ist, wo es Podcasts gibt. „Die ersten fünf oder sechs Folgen war meine Mutter mit dabei, inzwischen mache ich ihn allein oder lade mir Gäste ein.“

Gerade Frauen hätten oft das Bedürfnis, eine Fassade zu wahren, ihre echten Gefühle und Befindlichkeiten zu verbergen, um angepasst und perfekt sein zu wollen, sagt Marie John. „Von außen mag das so wirken, aber innen drin sieht es in vielen von uns doch in Wahrheit oft anders aus.“

Ihr ist wichtig: „Ich will, dass sich Frauen gegenseitig unterstützen, dass es kein Schamgefühl gibt, auch wenn es mal nicht so läuft.“ Zu diesem Thema hat sie auch bei der Fuldaer Frauenwoche gesprochen, die sie im März mit einem Vortrag eröffnen durfte. Da berichtete sie über die „Heilkraft der Bewegung“ und wie sie zwischen Essstörung, Sportsucht, Tinnitus und Bandscheibenvorfall nie aufgeben hat. Heute sagt sie: „Menschen in Bewegung zu setzen, das ist meine Leidenschaft.“

Das will die aktive Läuferin vor allem draußen tun. „Wir alle sitzen viel zu viel drinnen herum. Es ist einfach etwas anderes, draußen zu sein und dort Sport zu treiben, alle Sinne werden ganz anders geschärft – es ist das beste Fitnessstudio, das wir haben.“ Am Frauenberg bietet sie Kurse nur für Frauen an.

Video: Landesgartenschau in Fulda: Das müssen Sie wissen

Dazu, auf der Landesgartenschau in Fulda Kurse anzubieten, kam sie über eine Freundin, die bei der LGS arbeitet. Die machte sie darauf aufmerksam, dass in diesem Bereich noch jemand gesucht werde. „Man muss sich nicht anmelden, und nur eine Matte mitbringen. Die Kurse sind kostenlos.“ Man kann immer wieder teilnehmen oder aber neu dazukommen.

Den Morgenkurs besuchen eher Mütter mit kleinen Kindern, 20 bis 25 Personen sind es oft, berichtet die Trainerin. Abends kommen eher Berufstätige – dann können schon mal bis zu 75 Leute an der Parkbühne im Genussgarten dabei sein. „Dass so viele Leute kommen, das habe ich nicht erwartet, das ist wirklich toll“, sagt die 31-Jährige. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kommt regelmäßig, immer wieder kommen aber neue Leute hinzu.

Bei den Übungen setzt sie den Schwerpunkt auf Krafttraining. Gewichte oder ähnliches braucht man nicht. „Wir arbeiten mit dem eigenen Körpergewicht.“ Dabei stimmt sie die Übungen jeweils auf die Menschen ab, die kommen. „Ich möchte, dass sie sich aufgehoben fühlen.“ Deshalb zeigt sie zunächst die Übungen und geht dann durch die Reihen und kontrolliert die richtige Ausführung. Die Stimmung sei toll, berichtet die 31-Jährige: „Hier kommen Menschen zusammen, die sich sonst höchstens auf der Straße begegnen würden – aber hier machen sie gemeinsam Sport.“

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