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Noch ist der Paradehof von Fasanerie eine Baustelle. Schotter, Steine, Zäune. Ungeachtet dessen startet „Hessens schönstes Barockschloss“ am Samstag, 23. März, in die Saison und hat viele neue und ein paar geradezu traditionelle Veranstaltungen im Programm.
Eichenzell - Wie immer: Das Wetter ist schuld. Im Oktober wurde mit den Sanierungsarbeiten für das „Eintrittstor“ von Schloss Fasanerie, den Paradehof, begonnen. Dann fing es an zu regnen und hörte gefühlt nicht mehr auf. „Der Boden war so nass und aufgeweicht, dass hier lange nichts weiter geschehen konnte“, erzählt der Museumsleiter Dr. Markus Miller beim kleinen Presserundgang, dessen Anlass der Saisonstart am Samstag war.
Fulda: Neue Saison auf Schloss Fasanerie startet am Samstag
Dass Besucherinnen und Besucher zunächst auf Behinderungen stoßen, wird bewusst in Kauf genommen. „Uns geht es darum, die Museumsangebote für kleine und große Interessenten in den Osterferien anbieten zu können.“ Darunter auch die Rundgänge mit dem Schlossgespenst. Bis Ende April aber soll der Hof fertig sein und weitgehend so aussehen, wie auf einem historischen Stich von Franz Pfeiffer.
Um 1770 nämlich prägten eine auf das Gebäude zulaufende Achse sowie eine Querachse den Paradehof – mitsamt Rasenflächen in den Ecken. Seit den 1960er Jahren aber sei der Platz ein „Schandfleck“ gewesen, so Miller. Zum Parkplatz umgebaut, mit einer Teerdecke, die im Laufe der Zeit „immer weiter perforiert wurde“.
Fast 600.000 Euro kostet die Sanierung, die Hälfte wird von der Landesregierung bezuschusst, für die andere Hälfte kommt die Kulturstiftung des Hauses Hessen auf. Das Pflaster wird dem des Innen- und Ehrenhofes angepasst mitsamt „wilder“ Anordnung der Natursteine, wie sie früher üblich war. Für Gehbehinderte werde die Oberfläche aber so plan wie möglich gemacht, sagt Miller.
Und er weiß von einer kleinen Überraschung zu berichten. Denn bei den Arbeiten kamen bis dato verborgene Kanäle zum Vorschein, „schön gemauerte Schächte“. Einige davon seien anhand alter Pläne bekannt gewesen. „Aber jetzt haben wir drei weitere dieser Kanäle entdeckt.“ Diese bleiben unter der neuen Decke erhalten. Dass alle Maßnahmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt sind, versteht sich von selbst.
Fotostrecke: Neue Saison auf Schloss Fasanerie startet am Samstag




In wenigen Wochen, garantiert aber zum Fürstlichen Gartenfest Ende Mai, das in diesem Jahr ganz im Zeichen der Niederlande steht, soll alles fertig sein. „Ich bin guter Dinge“, erklärt der Museumsleiter. Und präsentiert weitere Highlights im Jahresprogramm, das von traditionellen Veranstaltungen wie Konzerten im Saal oder Open-Air im Orangeriegarten, dem Feinwerk-Markt Ende August und einer Shakespeare-Vorstellung im Park nur so strotzt.
Ein paar Besonderheiten gibt es auch. So wird am 24. Juli im Hofgarten eine Oper aufgeführt, und zwar Guiseppe Verdis „Nabucco“, präsentiert von der Festspieloper Prag. Mit Radio-Mann Johannes Scherer ist in diesem Jahr ein Comedy-Abend zu erleben (22. Juni). „Das Tagebuch der Constanze Mozart“ heißt eine Konzert-Lesung am 24. August, in der es einmal nicht in erster Linie um ihren berühmten Gatten geht (wiewohl seine Musik zu hören sein wird), sondern um ihre Gedanken und ihr Leben.
Programm - eine Auswahl
Karfreitag, 29. März, 11 bis 17 Uhr: Ostereierschießen
Freitag bis Montag, 17. bis 20. Mai, 10 bis 18 Uhr: Das Fürstliche Gartenfest. Motto: „Welkom Oranje“
Freitag und Samstag, 7. und 8. Juni, 19.30 Uhr: Gordons on Parade mit Targe of Gordon
Montag, 10. Juni, 19 Uhr und Dienstag, 11. Juni, 10 Uhr: Open-Air-Theater: Shakespeares „A Midsummer Night’s Dream“
Samstag, 22. Juni, 19.30 Uhr: Johannes Scherer – „Das Beste aus 20 Jahren“
29. Juni bis 3. November: Ausstellung „Kutsche, Dreirad, Bobby-Car: Kindermobilität aus zwei Jahrhunderten“
Sonntag, 14. Juli, 10-18 Uhr: Oldtimertreffen Blech & Barock
Mittwoch, 24. Juli, 20 Uhr: Open-Air-Oper „Nabucco“
Freitag, 26. Juli, 20.45 Uhr: Open-Air-Kino „Der Schatten von Caravaggio“
Dienstag, 6. August, 18.30 Uhr: Festliches Abschlusskonzert Pianale Piano Festival
Samstag, 24. August, 19.30 Uhr: „Das Tagebuch der Constanze Mozart“
Freitag bis Sonntag, 30. August bis 1. September, 10 bis 18 Uhr: FEINWERK – Markt für echte Dinge
Samstag, 21. September, 18 Uhr: Die lange Nacht der Museen
Mehr Programmpunkte und Infos zu Eintrittspreisen gibt es unter schloss-fasanerie.de.
Die Sonderausstellung im Badehaus weicht in diesem Jahr davon ab, einen wichtigen Aspekt aus der Geschichte von Fasanerie zu erzählen. „Kutsche – Dreirad – Bobby-Car“ nimmt 200 Jahre Kindermobilität in den Blick – vom Steckenpferd zum Bonanzarad. Die Schau (29. Juni bis 3. November) ist in Kooperation mit dem Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau entstanden und wird auch zum Mitmachen einladen.
An drei Tagen wird im Schloss zudem die BR-Sendung „Kunst und Krempel“ aufgezeichnet. Darin schätzen Experten den Wert von Exponaten in Privatbesitz. „Wer mitmachen will, kann sich jetzt schon dafür bewerben“, sagt Miller. Apropos „jetzt schon“: Der Vorverkauf für die Veranstaltungen hat bereits begonnen.
