Familientagesstätte

Mehr als eine Methode in Gießener Einrichtung

+
Jubiläumsfeier im Wartweg (von links nach rechts): Christine Wissel, Gisela Lich, Silke Hähnlein, Tabea Loh, Mechthild von Niebelschütz, Sabina Benoit und Anja Bognar. Foto: Wißner
  • schließen

Das Montessori-Kinderhaus in Gießen feiert sein 30-jähriges Bestehen.

Gießen (twi). 30 Jahre Integratives Montessori-Kinderhaus und Familienzentrum St. Martin wurden im Innenhof der Kindertagesstätte im Wartweg 27 gefeiert. Dazu konnte Kita-Leiterin Silke Hähnlein fast 80 Gäste begrüßen.

Als das vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) getragene Haus 1995 eröffnet wurde, war die Montessori-Pädagogik in Gießen noch nicht bekannt. Heute ist die erneut vom Bistum Mainz als Familientagesstätte zertifizierte Kindertagesstätte eine feste Größe in der Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung. Die Einrichtung in einer markanten Jugendstilvilla bietet Ganztagesplätze für Kinder im Alter zwischen zwei Jahren bis zum Schuleintritt. In allen vier Gruppen werden Kinder mit und ohne Behinderungen betreut und gefördert.

Hähnlein blickte auf den Beginn mit der unter den Gästen weilenden Einrichtungsleiterin Mechthild von Niebelschütz zurück. Diese habe den Grundstein gelegt und das Haus aufgebaut. Hähnlein, die bereits seit der ersten Stunde im Kinderhaus tätig ist, versicherte von Niebelschütz, dass sie das damalige Team mit auf den Weg genommen habe, »eine gemeinschaftliche Haltung zu entwickeln, offen zu sein für Neues, offen für Inklusion, neugierig auf die Montessori-Pädagogik. Das Wohl der Familien war immer sehr wichtig.« Meilensteine in den drei Jahrzehnten seien neben der Zertifizierung zum Familienzentrum der Montessori-Diplomkurs sowie Aufbau- und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems gewesen.

Respektshaltung

SkF-Vorstandsmitglied Christine Wissel betonte in ihrem Grußwort, dass »Montessori-Pädagogik« mehr als eine Methode bedeute: »Es ist eine Haltung. Eine Haltung, die dem Kind mit Respekt begegnet, seine Neugier fördert, individuelle Lernwege anerkennt und eine Lernumgebung schafft, in der sich jedes Kind sicher, verstanden und wertgeschätzt fühlt. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie stark dieser Ansatz Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Freude am Lernen stärkt. Wir freuen uns über das Erreichte: Stabile familiäre Unterstützung und eine Gemeinschaft, verlässliche Entwicklungs- und Bildungsangebote, in der Kinder wachsen können. Möge unser Montessori-Kinderhaus weiterhin ein Ort der Wärme, des Lernens und der Zukunftsfreude sein - ein Leuchtturm für Gießen und eine Inspiration für alle, die Bildung menschlich gestalten wollen.«

Dass dieses Haus weit mehr als nur ein Gebäude ist, hob abschließend seitens der Geschäftsleitung Sabina Benoit hervor. Das Haus sei ein Zuhause auf Zeit, »ein Ort, an dem Vertrauen wächst, an dem Geborgenheit spürbar ist und an dem jedes Kind willkommen ist, so wie es ist. Wenn wir auf diese 30 Jahre zurückblicken, sehen wir einen wunderschönen Garten. Einen Garten, in dem Samen gesät und gepflegt wurden, aus denen bunte Blumen erblüht sind. Jede Blume ist einzigartig, genau wie jedes Kind, das hier seinen Platz gefunden hat.« Passend zu ihren Worten gab es für die Besucher kleine Saattütchen, die symbolisch für das Kinderhaus stehen. Ballonfiguren und Ballontiere fertigte ein Ballonkünstler für die Kinder an.

Kommentare