Badeunfälle

Mehr Badetote in Hessen: DLRG klärt über Ursachen auf und warnt

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Die Zahl der Badetoten in Hessen steigt im Vergleich zum Vorjahr. Die DLRG erklärt die Ursachen und warnt vor den Gefahren vor allem an Flüssen.

Frankfurt – In Hessen sind in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 mehr Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen als ein Jahr zuvor. Bis zum Stichtag 25. Juli ertranken mindestens 13 Menschen – zwei mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag (3. August) in Hamburg mitteilte. Bundesweit gab es dagegen deutlich weniger Tote: 192 – das sind 21 weniger als im Vorjahreszeitraum. „Der Sommer macht nun schon eine längere Pause. Andernfalls läge die Zahl der Ertrunkenen sicher nahe der des Vorjahres“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Im gesamten Vorjahr starben in Hessen mindestens 14 Menschen bei Badeunfällen.

„Bis zum Stichtag der Statistik hatten wir einen relativ warmen Frühsommer“, erklärte Michael Hohmann, Präsident der DLRG Hessen, auf Anfrage dieser Redaktion. Dadurch seien viele Menschen zum Baden in Flüsse und Seen gegangen. Dort hätten sich auch die Unfälle ereignet. Strömungen und kalte Wassertemperaturen seien hier häufig Unfallursache.

Feuerwehr und Rettungsdienst suchen am Breitenbacher See in Hessen nach vermissten Jugendlichen. (Symbolbild)

Mehr Badetote in Hessen: Ursachen von Badeunfällen

Flüsse und Seen stellten in diesem Sommer wie auch in den Vorjahren aufgrund der „anderen“ Wasserverhältnisse, wie zum Beispiel andere Strömungen und größere Entfernungen zum Ufer, aber auch sehr kühle bis kalte Wassertemperaturen im Frühsommer, einen großen Gefahrenpunkt dar, so Hoffmann. Besonders gefährlich seien die Flüsse.

Die DLRG Hessen empfiehlt daher, grundsätzlich nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen. „Auch das Training der Schwimmfähigkeit spielt eine besondere Rolle: In den Wintermonaten lassen Kondition und körperliche Fitness oft nach – das Training in gut bewachten Bädern kann hier lebensrettend sein“, erklärte Hoffmann.

Tragischer Badeunfall in Nordhessen: Zwei Jugendliche ertrinken im Breitenbacher See.

Mehr Badetote in Hessen: Verhalten bei Badeunfällen

Wie verhält man sich als Zeuge oder Ersthelfer bei einem Badeunfall? „Die wichtigste Regel: Niemand darf sich selbst in Gefahr bringen“, so Hoffmann. Es sei niemandem geholfen, wenn ein vergleichsweise schlechter Schwimmer sich selbst in Gefahr bringe, um einem anderen zu helfen und dann selbst in Not gerate.

Der erste Schritt sei daher, die Rettungskette unter der Notrufnummer 112 in Gang zu setzen und so professionelle Helfer zu alarmieren. Wenn die Möglichkeit besteht, kann man der in Not geratenen Person etwas Schwimmfähiges zuwerfen, wie beispielsweise Wasserbälle oder Rettungsringe. Wichtig sei auch, die Rettungskräfte einzuweisen und die Unfallstelle zu zeigen. (cas)

Rubriklistenbild: © Yuliya Krannich/TVNews-Hessen/dpa

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