VonAndreas Ungermannschließen
Das Hessische Landeskabinett hat am Montag in Fulda in der Blumenhalle auf der Landesgartenschau getagt. Auf der Agenda standen Themen, die Osthessen betreffen und natürlich die LGS selbst. Die erhielt viel Lob seitens der Landesregierung.
Fulda - Die Termine der Landesregierung waren am Montag, 3. Juli, eng getaktet. Um die Mittagszeit kamen die Ministerinnen und Minister um Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) auf der Landesgartenschau zusammen. Im Anschluss lobte der Landesvater das Starkregenfrühwarnsystem des Landkreises Fulda, als vorbildlich. Darüber hinaus befasste sich das Kabinett unter anderem mit Intensivklassen und dem digitalen Bauamt.
Ministerpräsident Boris Rhein und Kabinett tagen auf Landesgartenschau Fulda
Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) informierte ihre Kolleginnen und Kollegen über die Entwicklung des Bündnisses Klima-Kommunen, dem seit 2009 insgesamt 373 Städte, Gemeinden und Landkreise beigetreten sind. Bereits 41 Projekte wurden im Landkreis Fulda bewilligt, darunter die energetische Optimierung von Kläranlagen, die Förderung von Photovoltaik-Anlagen oder der Einbau von Wärmepumpen. Allein 2022 wurden in Hessen 193 Projekte mit knapp 19 Millionen Euro unterstützt.
Das Thema Klima griff Hinz nach einer Fahrt mit dem City-Skyliner dann im KulturGarten auch noch einmal auf. Und erläuterte beim Rundgang über die Gartenschau den vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) Klimabaumpfad. „Hier sind Bewusst Stadt- und nicht Waldbäume angepflanzt worden um zu zeigen, wie man in urbanen Räumen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann“, betonte Hinz. Sie sei froh, dass Fulda die Bäume nicht nur auf der Gartenschau zeige, sondern dass die Bäume darüber hinaus stehen blieben.
Kritik musste sich die Landesregierung im Gärtnertreff des Hessischen Landesbetriebs Landwirtschaft von Karsten Hain, Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau anhören: Dem Verband lägen Informationen vor, wonach die Landesregierung erwäge die Landesgartenschau 2031 zugunsten einer Bundesgartenschau ausfallen zu lassen. Das wäre der Tod für die Gartenschauen, die ein wichtiger Baustein der Regionalentwicklung und ein gutes Beispiel für Bürgerbeteiligungen seien, befürchtet Hain.
Sein Kollege Jürgen Mertz aus dem Präsidium des Gartenbauverbands Baden-Württemberg-Hessen würdigte indes, dass die Betriebe in Hessen während Corona nicht geschlossen waren. „Wir haben junge Kunden, die sich während der Pandemie mit dem eigenen Garten beschäftigen wollten, akquiriert und auch gehalten“, sagte Mertz.
Video: Landesgartenschau in Fulda: Das müssen Sie wissen
Ministerpräsident Rhein gestand in seiner Reaktion darauf. „Ich habe in meinen eigenen Garten in meiner gärtnerischen Inkompetenz eingegriffen und jetzt über das Jahr immer wieder Blühlücken. Das hätte ich mal lieber gelassen und mich bei Ihnen vorher informiert.“ Rhein lobte die Landesgartenschau als Besuchermagneten und wichtige und gute Veranstaltungen, vor allem wenn – wie in Fulda – Bleibendes in der Stadtentwicklung entstehe. Die Entscheidung über weiteren Schauen wolle er jedoch dem nächsten Kabinett überlassen. „Ich bin überzeugt, dass ,Fulda verbindet‘ nicht nur ein Slogan ist, sondern dieses Ansinnen gut umgesetzt wird. Hier steht die Nachhaltigkeit im Fokus“, sagt Rhein.
Im Gespräch mit der Fuldaer Zeitung betonte Rhein, er stehe zu dem Format der Gartenschauen, auch wenn Landesrechnungshof und Bund der Steuerzahler Kritik übten. „Deren Kritik nehmen wir ernst. Aber ich sehe gerade mit Blick auf Fulda keinen Grund dafür, politisch Kritik daran zu üben. Ich rate jedem, sich die Schau selbst anzuschauen, das ist die beste Überzeugung, dass sich die LGS lohnt. Die Gartenschauen haben eine Zukunft.“
Beim Blick auf die Panoramabrücke „Überm Engelshaus“ fand auch Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir lobende Worte: „So sind sie, die Fuldaer: Sie strecken sich nach den Fördertöpfen wie die Blumen nach der Sonne“, sagte der Minister, über dessen Schreibtisch die entsprechenden Förderanträge gegangen waren.
