VonEden Sophie Rimbachschließen
Die Eschweger Christian Mühlhause und Moritz Dunkel spielten die Neustädter Orgel oder ließen sich von ihr begleiten, um damit Spenden für die Sanierung des Instruments zu sammeln.
Eschwege – Für Gänsehaut sorgten die ersten Orgelklänge von „Who Wants to Live Forever“ (Queen), die durch das über 500 Jahre alte Kichengewölbe hallten und mit denen ein einmaliges Klangerlebnis aus Orgel, E-Gitarre und Gesang begann. Auf der Leinwand sahen die Zuhörer in der Neustädter Kirche in Eschwege, was dafür hinter ihnen an Orgel, Gitarre und Mikrofon geleistet wurde.
Das alte Instrument der Kirche spielte beim Konzert „Von den 70ern bis heute“ am Samstag eine besondere Rolle. Entsprechend erklärte Mühlhause, der Teil des Fundraising-Teams ist, per Direktübertragung auf der Leinwand, was in dem historischen Instrument mit zirka 2000 Pfeifen steckt und wieso es saniert werden soll.
Welche Arbeit ein Organist mit Händen und Füßen leistet, wurde deutlich, als er die Titelmusik des Films „Top Gun“ spielte. Der anfangs leise berührende Klang steigerte sich nach und nach übers Feierliche hin zu einem gewaltigen Finale. Applaus und Jubel bekamen die beiden jungen Musiker auch für „Take On Me“. Zur tiefen Begleitung begeisterte Dunkel mit sicherer Stimmführung.
Vielfalt prägte nicht nur die Auswahl der Songs von Elvis bis hin zu Bastilles „Pompeii“, sondern auch die der Instrumente. Beim Konzert, das teilweise auf der Empore gesungen und gespielt wurde, waren beide Musiker am Flügel, Dunkel an vier Gitarren, der Mundharmonika und den Congas zu hören. „Das ist ein Lied, das mir sehr am Herzen liegt“, kündigte der Beatles-Fan das britische Volkslied „The Leaving of Liverpool“ an, das er auf einer Reise nach Liverpool kennenlernte. Schnell war das Publikum ergriffen von der Melodie des Liedes, zu dem sich Dunkel selbst auf einer Akustikgitarre begleitete.
Dass die Auswahl der Titel keinesfalls zufällig geschehen war, wurde deutlich, als die Musiker einige persönliche Worte über jedes Lied sagten. Dunkel sang einen selbst geschriebenen Song, der melancholisch und dennoch aufmunternd von der Hoffnung erzählte. Nach dem Mitsingen eines Songs forderte das Publikum lautstark zwei Zugaben und dankte mit Standing Ovations. (Eden Sophie Rimbach)
Infos zum Projekt „Frischer Wind und voller Klang“ zugunsten der Orgel: wind-und-klang.de
