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Abgesägte Streuobstbäume, gekappte Büsche sowie Schotter auf der naturnahen Wiese des Naturschutzbundes in Helsa: Darüber ärgert sich der Nabu.
Helsa – Abgesägte Streuobstbäume, gekappte Büsche und Hecken sowie Schotter und Erde auf der naturnahen Wiese des Naturschutzbundes: So hat Martin Lange, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Kaufungen/Lohfelden, die Fläche vorgefunden, die der Verband am Ibach in Helsa pflegt.
„So geht man mit dem Naturschutz um“, beklagt sich der engagierte Kaufunger. Seit etwa 20 Jahren kümmern sich die Nabu-Mitglieder um die 6600 Quadratmeter große Fläche oberhalb des Bachs. Sie pflegen sie extensiv, damit dort eine möglichst naturnahe Entwicklung möglich ist. Im Tal plätschert der Ibach.
Ärger über abgesägte Bäume in Helsa: Nabu kritisiert die Gemeinde
Dort könnten Wasseramseln auf Nahrungssuche gehen. In den Hecken und Bäumen fanden Grasmücken, Amseln, Meisen und andere Arten Futter und Nistmöglichkeiten. Ein Teil davon ist verschwunden, weil beim Schottern des Weges der angrenzende Bewuchs entfernt wurde. Lange weist auch darauf hin, dass Heckenschnitt nur bis Ende Februar möglich sei.
Helsas Bürgermeister Andreas Schönemann kümmerte sich nach seinem Urlaub um das Geschehen. Die Gemeinde habe die Arbeiten vornehmen lassen, sagte Schönemann. Einige Bäume hätten beseitigt werden müssen, weil sie zu sehr in den Weg geragt hätten. Damit wäre die Zufahrt für die Feuerwehr nicht mehr möglich gewesen, erklärte Schönemann. Und damit sei der Brandschutz für die Häuser am Ibach nicht mehr gewährleistet. Deswegen habe die Gemeinde die Bäume wegnehmen lassen müssen.
Eingriff in die Natur: Bürgermeister kündigt Ersatz an
Dabei sei aber mehr weggeschnitten worden als beauftragt, räumte der Verwaltungschef ein. „Das hätte nicht sein sollen.“ Auch Gehölz, das nicht auf Gemeindefläche stand, sei beseitigt worden. Er werde jetzt auf den Naturschutzbund Kaufungen/Lohfelden zugehen und um Entschuldigung bitten, kündigte Schönemann an. Dabei wolle er dem Nabu anbieten, Ersatz für die beseitigten Büsche zu pflanzen.
Dieses Vorgehen frustriere die ehrenamtlichen Helfer, die sich dort für eine naturnahe Entwicklung der Fläche einsetzen, ergänzt Martin Lange. Außerdem habe die Nabu-Gruppe jetzt ein Problem, weil sie dem Verpächter gegenüber verpflichtet sei. Der habe die Fläche an die Gruppe verpachtet, der dort auf eine natürliche Entwicklung achten solle. Das sei jetzt mit entfernten Hecken und Schutt auf der Fläche ein Problem. (Bernd Schünemann)