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Auf das Leiden der Hazara nach der Taliban-Machtübernahme wurde in Göttingen aufmerksam gemacht. Dazu gab es eine Straßenausstellung mit Redebeiträgen.
Göttingen – Mit einer Straßenausstellung und mehreren Redebeiträgen haben die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Hochschulgruppe Amnesty Göttingen und der Hazara Kulturverein Hamburg am Samstag vor dem Auditorium der Universität auf die katastrophale Situation der Hazara in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban aufmerksam gemacht.
Die Hazara leben hauptsächlich im Hochland im Zentrum Afghanistans und bilden eine der größten ethnischen Minderheiten im Land. Als Angehörige des schiitischen Islams gelten sie in den Augen der Islamisten als ungläubig.
Mehr Freiheiten für die Frauen
Auch die Tatsache, dass Frauen sich bei den Hazara mehr Freiheiten erkämpft haben, macht sie zum Angriffsziel der Taliban und anderer islamistischer Terrorgruppen im Land.
Seit dem Abzug der internationalen Truppen am 15. August 2021 und der Machtübernahme durch die Taliban hat sich die Situation der Hazara in Afghanistan dramatisch verschärft.
Die am Samstag gezeigte Ausstellung „Hazara: Menschen & Geschichten“ zeigt lebensgroße Aufsteller, von denen jeder für einen oder eine Hazara steht und dessen Erfahrungen mit Diskriminierung und Verfolgung. Über einen QR Code konnte man die einzelnen Geschichten direkt auf dem Handy anhören.
Verschlechterung der Situation
„Seit dem Abzug der internationalen Truppen am 15. August 2021 und der Machtübernahme durch die Taliban hat sich die Situation der Hazara in Afghanistan dramatisch verschärft“, betonte Saida Oruzgani von der Hochschulgruppe Amnesty. Sie berichtete von einer Bombenexplosion in einer Schule mit 60 toten Hazara-Kindern, von gezielten Hinrichtungen, Folterungen und anderen abscheulichen Menschenrechtsverletzungen.
Wie die anderen Redner, die ihre eigenen Erfahrungen schilderten, appellierte auch Saida Oruzgani an die Politik, sich für die Hazara in Afghanistan einzusetzen. „Stoppt ihre Verfolgung, Vertreibung und Ermordung“, sagte sie und forderte gleichzeitig „einen humanen Umgang mit Hazara in Afghanistan und mit Geflüchteten weltweit“. (Per Schröter)