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NFL kommt nicht nach Frankfurt

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Die NFL gastierte im November 2023 in Frankfurt. Die Fans waren begeistert.
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Die Football-Liga trägt im Herbst 2025 lieber ein Spiel in Berlin aus. In den nächsten Jahren könnte die Kapazität des Waldstadions zum Problem werden

Für Footballfans im Rhein-Main-Gebiet ist das eine bittere Nachricht: Im nächsten Jahr wird es kein NFL-Spiel im Waldstadion geben. Und es ist fraglich, ob die mit Abstand beste Football-Liga der Welt überhaupt noch einmal in Frankfurt Station machen wird.

Die meisten Fans waren bisher davon ausgegangen, dass das obligatorische NFL-Spiel in Deutschland im Wechsel in Frankfurt und München stattfinden wird. 2022 war die bayerische Landeshauptstadt an der Reihe, im vorigen Jahr gastierte die NFL in Frankfurt, dieses Jahr wieder in München. Folglich sollte es 2025 wieder eine Partie im Waldstadion geben. Doch die NFL teilte am Mittwoch mit, dass nächste Saison im Berliner Olympiastadion gespielt werde. Eine weitere Partie in Deutschland ist nicht geplant.

Frankfurt hatte zwei NFL-Spiele

Wortbrüchig wird die Liga damit nicht. Frankfurt waren zwei Spiele zugesagt worden. Da eine in Mexiko geplante Partie im vergangenen Jahr verlegt werden musste, fanden im November 2023 zwei Spiele im Waldstadion statt.

Ob die Entscheidung für Berlin das endgültige Aus für Frankfurt bedeutet, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Liga habe angekündigt, „weitere Gespräche mit uns über die Jahre ab 2026 führen zu wollen“, sagte Oberbürgermeister Mike Josef (SPD). „Hierfür stehen wir selbstverständlich bereit.“ Alexander Steinforth, Deutschlands NFL-Chef, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bis 2029 werde es pro Saison mindestens ein Spiel in Deutschland geben. Bis zu drei Partie seien in Berlin geplant. Wo die übrigen ausgetragen werden, ließ er offen.

Ausrichtung von NFL-Spielen mit hohen Kosten verbunden

Viel spricht nicht dafür, dass Frankfurt noch einmal zum Zuge kommt. Denn offenbar ist die Ausrichtung eines NFL-Spiels in Zukunft mit sehr viel höheren Investitionen verbunden, als Frankfurt sie im vergangenen Jahr tätigte. Die dpa berichtete, Berlin investiere 12,5 Millionen Euro in die drei Austragungen. Frankfurt hatte für die Ausrichtung im vorigen Jahr nur 1,5 Millionen Euro bezahlt und damit etwa eine gut besuchte Fanzone in der Innenstadt finanziert. Schon das war etwa bei den Linken im Römer auf völliges Unverständnis gestoßen.

Signifikant erhöhen will die Stadt Frankfurt die Summe nicht. Gemeinsam mit der Eintracht, die das Stadion betreibt, „haben wir der NFL ein ausgewogenes Angebot für 2025 gemacht“, sagte Josef. Dass die Liga lieber in der Hauptstadt spielen wolle, respektiere er.

Berlin und München bieten deutlich mehr Plätze

Frankfurt steht aber noch vor einem weiteren Problem: Das Stadion ist vergleichsweise klein. Sofern die Ränge komplett bestuhlt sein müssen, wie es in der NFL üblich ist, finden zwischen 45 000 und 50 000 Menschen Platz – das sind zwischen 25 000 und 30 000 weniger als im Berliner Olympiastadion oder der Münchener Arena. Der NFL entgehen dadurch Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Diese will die Regierung im Römer aber keinesfalls kompensieren.

Und so kann es gut sein, dass sich die Auftritte der Kansas City Chiefs und der Miami Dolphins, der New England Patriots und der Indianapolis Colts im Waldstadion nicht wiederholen werden.

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